accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

351 
Ein aufserdem von einem Fabrikanten eingeliefertes Chronometer ist, da 
dasselbe, wie sich im Laufe der Konkurrenz herausstellte, augenscheinlich 
schadhaft war, in dieses Verzeichnis nicht mit aufgenoinmen worden. 
Die Chronometer wurden die Untersuchungszeit hindurch jeden zweiten 
Tag um 10 Uhr Vormittags von dem Abtheilungsassistenten, Herrn Ambronn, 
mit der Normaluhr der Sternwarte vermittelst des Registrirapparates auf chrono- 
graphischem Wege verglichen, aufserdem wurde von dem Observator der Stern 
warte, Herrn Dr. Schräder, an jedem Dekadentage, zwischen 10 und 11 Uhr 
Vormittags, eine zweite unabhängige Vergleichung zur Herstellung der erfor 
derlichen Kontrole ausgeführt; die zur Ermittelung des Standes der Normaluhr 
nothwendigen Zeitbestimmungen wurden diesmal von Herrn Ambronu in sehr 
umfassender Weise am Passagen-Instrumente der Sternwarte angestellt. 
Bei der Prüfung der Uhren wurde wie bisher das in den Protokollen 
über die Sitzungen der Chronometer-Konferenz vom 18. bis 20. März 1878 zu 
Hamburg festgesetzte Verfahren genau innegehalten, und es wurden die 
Temperaturen, denen die Uhren exponirt wurden, in 10- resp. 20tägigen Inter 
vallen von 5 zu 5 Grad variirt, die Instrumente somit folgenden mittleren 
Temperaturen: 5, 10, 15, 20, 25, 30 Grad Celsius, wobei jede im Ganzen durch 
eine Gesammtsummo von 30 Tagen repräsentirt ist, ausgesetzt. Auf die 
Innehaltung dieser Temperaturen wurde besondere Sorgfalt verwendet, und cs 
betrug die niedrigste an den meteorologischen Instrumenten abgelesenc Dekaden 
temperatur -f- 3,7, die höchste + 30,9 Grad. Die Schwankungen in den Tages- 
temperaturon waren gleichfalls sehr geringe, es überstiegen die Differenzen der 
an den Maximum- und Minimum-Thermometern abgelesenen Temperaturen für 
denselben Tag nur in seltenen Fällen den Betrag von 1 Grad, nur am 23. De 
zember und 21. Februar kamen gröfsere, bis zu 4 Grad ansteigende Unter 
schiede vor. 
Die Prüfung der Uhren in der Minimaltemperatur von -f- 5 Grad wurde 
auf die Tage Januar 1 bis 31 verlegt, und es konnte bei derselben, da die 
Witterung die Untersuchungen im Allgemeinen begünstigte, an den meisten 
Tagen von der Erzeugung künstlicher Kältetemperaturen Abstand genommen 
werden, auch wurden die Uhren während der Dauer der Untersuchung von dem 
ihnen zu Anfang derselben angewiesenen Orte nicht entfernt. 
Die aus der Vergleichung mit der Normaluhr resultirenden Gänge wurden 
zu lOtägiger Gangsummc vereinigt und die betreffenden Beträge in die nach 
stehenden Gangtabellen I und II eingetragen. Während Tabelle I (pag. 352 
u. 353) dieselben nach der Zeit geordnet enthält, giebt Tabelle II (pag. 354 
n. 355) dieselben nach den Temperaturen geordnet an, bei welchen die Uhren 
in den einzelnen Dekaden untersucht wurden. Wie bei den vorhergehenden 
Konkurrenzprüfungen wurde auch diesmal gleichzeitig mit den Chronometern 
ein Thermochronometer oder nicht kompensirtes Chronometer mit der Normaluhr 
verglichen und die vou letzterem gegebenen Dekadengänge, als die den jedes 
maligen Mittcltempcraturen entsprechenden, bei der Anordnung der Tabelle II 
zu Grunde gelegt. Unter der Rubrik, welche diese in Sekunden ausgedrückten 
Werthe enthält, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteoro 
logischen Instrumente gebildeten mittleren Temperaturen und hierauf die 
während des Verlaufs der Dekade abgelesenen Temperatur-Extreme. 
Dem Konkurrenzausschreiben der Direktion der Seewarte und den für die 
Ankäufe der Kaiserlichen Marine festgesetzten Normen entsprechend, sind die 
Chronometer ihrer Güte nach so geordnet, dafs dasjenige Chronometer, bei welchem 
der Unterschied zwischen dem gröfsten und dem kleinsten Gauge (Betrag A) 
plus dem doppelten Betrage der grösften lOtägigen Gangschwankung zwischen 
zwei auf einander folgenden Dekaden (Betrag 2 B) ein Minimum ist, die erste 
Stelle in der Prüfungsliste einnimmt, und die anderen Uhren je nach der 
Zunahme dieser numerischen Werthe nachfolgen. 
Die Maximal- und Minimalgänge sind in Tabelle II bei den einzelnen 
Chronometern in den Dekadenrubriken durch ein Sternchen (*) bezeichnet und 
aufserdem, auf die nächsten Zehntheile der Sekunde abgerundet, in diese Tabelle 
in ihrer Gesammtwirkung — gröfster Gang minus kleinster Gang - eingetragen, 
während die Zeiten der gröfsten auf einander folgenden Schwankungen in den 
Dekadengängen in Tabelle I für die verschiedenen Chronometer zwischen zwei 
Ana. a. Hy,Ir. ot<\, ISS?, Haft VI. 4
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.