349
Parallaxe nur das gewöhnliche Zenith und die Polhöhe (nicht zweierlei Zenith
und zweierlei Breite nebst Azimuthalparallaxe) in Betracht zu ziehen sind;
auch die Herleitung der Korrektionsfonnel wird damit leichter, und ihre An
wendung in Beziehung auf den möglichen Zeichenwechsel vereinfacht sich.
Zu der von Airy gegebenen elementaren Begründung der obigen Formel
kann folgende Ueborsicht und Ergänzung dienen. Es ist dabei zunächst offenbar
a —b 1
die Erdabplattung —
— göQ damit das Quadrat des Excentricitäts-
Verhältnisscs der Erdmeridiane = e
2
b 2
150
worden.
Rind nun x und y die rechtwinkligen Koordinaten des Beobachtungsortes in
seiner Meridianebene, bezogen auf den Mittelpunkt der Erde als Anfang, so hat
man mit Einführung der Polhöhe cp die bekannten Formeln:
x —
a cos tp
y 1 — e 2 sin 2 <p
und y =
a (1 — e s ) sin <p
y\ — e* sin 2 (/>
Demnach ist schon
cos (p
Normalcentrom
VI
f 2 sin 2 (f '
die Entfernung des Beobachtungsortes vom
wofür aus der Entwickelung des Binoms ge
nähert a (1 -f */a£* sin 2 <p) = a ^1 -f gesetzt werden kann. Für den
Logarithmus dieser Gröfso auf fünf Decimalstellen und a = 1 ist eine kleine
Hiilfstafel von Airy hinzngefügt (Appendix pag. 2), welche auch schon bei
Bes sei 9 ) vorkommt, dessen übriger Weg in der Behandlung der ganzen Auf
gabe aber von dem gegenwärtigen verschieden ist. Das Normalcentrum, welches
immer in der vom Beobachter abgewandten Hemisphäre liegt, ist derselbe Punkt,
welcher auch in der Geodäsie gebraucht wird, als Krümmungsmittelpunkt eines
senkrecht zum Meridian des Bcobachtuugsortes in seiner Nonnalebene liegenden
Bogens der Erdoberfläche. Die Entfernung dieses Normalcentrums vom Mittel
punkte der Erde ergiebt sich aus dem einfachen Entwurf einer Figur — x tg <p — y,
also =
as ä sin (p
j/l — f 2 sin 2 (f
oder hinreichend genähert — af 2 sin <p
sin (p
Í50 ' Die
Multiplikation dieser Entfernung mit dem Cosinus der Mondsdeklination = /!
liefert ein Perpendikel = sin cp cos J, vom Normalcentrum auf den Radius
vector des Mondes gefällt. Nun giebt die Division dieses Perpendikels durch
die Entfernung des Mondes von der Erde (eigentlich vom Normalcentrum), oder
was dasselbe ist, die Multiplikation mit sin P deu Sinus eines kleiuon Winkels
ssr 1 r ( Q sin <p cos /1 sin P; und wenn statt der Sinus die kleinen Bögen selbst
• P
gesetzt werden, so ist es dieser kleine Winkel = - ^ sin <p cos /!, um welchen
die Mondsdeklination gröfscr erscheint (wenn gleichnamig mit der Breite), vom
Normalcentrum aus gesehen, im Vergleich mit der vom Mittelpunkte der Erde
gesehenen Deklination. Die Reduktion der Mondsdeklination vom Erdmittel-
p
punkte auf das Normalcentrum wäro daher -f- sin (p cos //, und die mit einer
solchen Deklination (am Normalcentrum) nebst dem dabei unverändert bleiben
den Rektascensionsunterscliiede der Gestirne berechnete Distanz würde sich
genau auf das Normalcentrum beziehen. Umgekehrt wird also auch die erforder-
liche Reduktion der Mondsdeklination vom Normalcentrum auf den Erdmittelpunkt
P
= — sin (p cos J, und die entsprechende Reduktion der Monddistanz
p
— -f- sin (p cos J cos W,
®) Bessel I. c. pag. 62.