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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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mit entgegengesetztem Zeichen hervortritt, wenn die Winkel au deu wahren 
Gestirnsörtern genommen worden. Bezeichnen daher S m und M,„ die Winkel an 
denjenigen Punkten, welche zwischen den scheinbaren und wahren Oerteru in 
der* Mitte liegen, so hat man 
D' = D -f r cos Sm — p cos M ro 
und damit die Formel von Logendrc und zugleich die in Rede stehende 
Methode von Airy. 
Legendre erhob hei dieser Gelegenheit das Verfahren der Anwendung 
von solchen Mittelwcrthcn zu einem allgemeinen Princip. Er zoigto durch die 
Entwickelung einer beliebigen Funktion von zwei unabhängigen Variabein 
x und y nach dem Taylor’schon Lehrsätze, dafs die Aenderung dz eines 
Funktionswcrthes z infolgo der endlichen kleinen Aenderungen dx und <Jy, sehr 
genau schon durch die ersten Differentialquotienten, berechnet werden kann, 
falls man dabei nur überall x -f- ‘/»fa, y -f l hdy und z -{- '■¡■¿dz statt der ursprüng 
lichen Werthe anwendot, indem hiermit der Fehler nur ein Viertel des Gc- 
sammtbetrags der dritten Ordnung dieser kleinen Gröfsen ausmacht. 3 ) Diese 
ersten Differentialquotienten sind im obigen Falle durch cos S m und cos M m 
darges teilt. 
Airy zog es hier vor, ganz elementar für den vorliegenden konkreten 
Fall die folgende Grundgleichung zu behandeln, welche aus der Gleichheit der 
Winkel am Zenith für die beideu Dreiecke entsteht, deren eines die scheinbaren 
Gröfsen und das andere die wahren enthält: 
„ cos D — sin II sin h cos D' — sin II' sin h' 
COS Zl • ' - vv r * *" " YTj r} * 
cos H cos h cos JET cos h' 
oder nach der zum Zweck der weiteren Entwickelung von Airy gewählten 
Bezeichnung: 
cos (C—c) — sin (A—a) sin (B-{-b) cos_(C-f-c) — sin (A+a) sin (B—b) 
cos(A—ajcos(B-f-b) cos (A-f a) cos (B—b) 
Es läfst sich also die Bedeutung der gewählten Bezeichnungen so 
zusammenstollen: 
2 A = H' -}- II die Summe der wahren und scheinbaren Mondshöhe, 
2 a = H' — H ihre Differenz, 
2 B = h -f- h' die Summe der scheinbaren und wahren Sonnen- oder 
Sternshöhe, 
2 b = h — h' ihre Differenz, 
2 C = D'-fD die Summe der wahren und scheinbaren Distanz, 
2 c = D' — D ihre Differenz. 
Werden nun die in der angeführten Grundgleichung verkommenden 
Summen und Differenzen der trigonometrischen Funktionen entwickelt, so gelaugt 
man, nach Aufhebung der zu beiden Seiten erscheinenden völlig gleieheu Theile, 
zu der noch immer strengen Gleichung, wie sie von Airy geschrieben wird: 
-f- 2 cos A cos B sin C cos a cos b sin c 
— 2 sin A cos B cos C sin a cos b cos e 
+ 2 cos Ä sin B cos C cos a sin b cos c 
— 2 sin A sin B sin C sin a sin b sin c 
— 2 sin A cos A sin b cos b 
-f- 2 sin B cos B sin a cos a 
= 0 
Darauf werden die, unbeschadet der Genauigkeit höchsten Grades, 
praktisch noch zulässigen Vereinfachungen in Betracht gezogen. Für a als 
halbe Korrektion der Mondshöhe, welche niemals ¿Kb übersteigen kann, ergiebt 
3) Nach der Formel von Taylor werden die Gröfsen dritter Ordnung bekanntlich: 
d^z . „ » „ . d 3 * . „ „ „ „ d*z . „ „ d*z\ 
+ 
2 l 3 
dx* + 3ix *‘ iy dx*dv 
s *-** @ + J>3 dvV 
während die Entwickelung der Legend re’sehen Substitution dafür Folgendes giebt: 
d*z 
L ( w • S 
wie oben! 
also der Fehler nur •/« — i h~ Vä-ti mithin den vierten Theil von V« beträgt. Die Gröfsen zweiter 
Ordnung aber hatten vollständig übereingestimmt nach beiden Entwickelungen.
	        
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