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Wirbel nach Norden bin offen ist. Eine Trennung zwischen solchen sekundären
und den primären Minima läfst sich nicht durchführen, da sie alle möglichen
Uebergänge zwischen sich darbieten; selbst eine getrennte Zählung, welche
gewifs von Interesse wäre, erschieu noch mit zu viel Willkür verbunden, um
bei dem geringen Material mafsgebende Resultate zu liefern. Die Existenz von
zwei getrennten Gebieten gröbster Häufigkeit der barometrischen Minima im
westlichen Theile des Nordatlantisehen Occans lindet ihre überraschende Be
stätigung in einer älteren, nach ganz anderem Material gemachten Untersuchung
des niederländischen meteorologischen Instituts über die Vortheilnng der Stürme
auf diesem Ocean, welche gleichfalls, und zwar sowohl im Winter als im Sommer,
zwei Gebiete gröfsteu Sturmreichthums in etwa 40° und 65° W-Lg ergab, mit
einer ruhigeren Zwischenregion in etwa 50° Hänge. Der Zusammenhang ist
deutlich, denn wiewohl lange nicht alle barometrischen Minima von Sturm be
gleitet sind, so haben die meisten Stürme in gewisser, nicht zu grofser Ent
fernung von sich — iu diesen Breiten des Oceans gewöhnlich auf ihrer NW-,
Nord- oder NE-Seite — ein barometrisches Minimum. In der .Eingangs er
wähnten Arbeit über die Witterungs Verhältnisse der Monate Januar bis März
1878 („Archiv der See warte“, III) habe ich ferner nachgewiesen, wie in den
beiden hier als Strahlungsgebiete bezeiehncten Gegenden — dem St. Lorenz-Golf
und dem Ocean in der Nähe von 36° W-Lg und 51° N-Br — besonders häufig
die barometrischen Depressionen rapiden Umbildungen unterworfen sind und
ihre reguläre Ostwärtsbewegung unterbrechen.
Bei den Stürmen an der deutschen Küste liegt das zugehörige baro
metrische Minimum in der Regel in dem Strahlungsgebiet über dem Skagerrak
und den schwedischen Seen (SW- bis NW-Stürme) oder in dem sekundären
nördlich von Schottland (Süd- und SW-Stürme), bei NW-Stürmen in der Ostsee
auch nicht selten in demjenigen am Eingang des Finnischen Meerbusens. In
der Gegend der schwedischen Seen sind ebenso, wie wir dieses von der Um
gebung der westlichen Strahlungspunkte erster Ordnung erwähnten, wiederholt
sehr ausgesprochene Westwärtsbeweguugon von Depressionen beobachtet, am
auffälligsten bei der grofsen Depression im September 1876.
Als Strahlungsgebiete zweiter Ordnung spielen in Europa, aufser den
beiden eben genannten, namentlich die Gegend vor dem Eingang des St. Georgs-
Kanals und die Umgebung von Corsica eine noch näher zu erwähnende Rolle;
inwieweit ein solches auch auf dem Schwarzen Meere auzunehmen ist, darüber
läfst sich noch wenig sagen, da der Mangel von Beobachtungen iu Kleiuasien
die Zeichnung von Bahnen der Minima in diesen Gegenden nur theilweise
gestattet.
Im Westen bildet Dakota und Umgebung ein wichtiges Strahlungsgebiet
für Depressionsbahnen, die von hier nach Ost, ESE und in der kälteren Jahres
zeit auch nach SE oder SSE wandern; ob der Durchschnittspunkt mehrerer
grofser Zugstrafsen, welchen unsere Karte in 45° W-Lg und 43° N-Br zeigt,
eine wirkliche Bedeutung besitzt, müssen weitere Untersuchungen lehren; iu
der Zusammenstellung über die Häufigkeit der Minima giebt sich dieser Punkt
bisher nicht zu erkennen.
Das Gebiet, wo die Häufigkeit der barometrischen Minima über 20 be
trägt, zieht sich von Westen her als langes Band vom Felsengebirge über Neu
schottland nach Island und bildet von da Verzweigungen einerseits nach der
Davis-Strafse, andererseits nach den Meeren nördlich und südlich der skandi
navischen Halbinsel. Gebirge, weit entfernt davon, die Depressionen anzuzieben,
stelleu Gebiete geringster Häufigkeit der Wirbelcentren dar; sehr bemerkens-
werth und, wie es scheiut, hinreichend festgestellt ist die relative Seltenheit
der Depressionscentren auf dem östlichen Theile des Oceans, westlich von den
britischen Inseln. Die häufigeu SW-Winde der letzteren gehören also in der
Regel sehr grofsen Depressionen an, deren Centren weit im NW und Nord zu
suchen sind.
Was nun die Zugstrafsen der Minima selbst betrifft, so sehen wir sie
mit wenigen Ausnahmen nach der östlichen Seite des Horizonts und dabei vor
wiegend mit einer Neigung gegen den Pol hin gerichtet, im Einzelnen aber die
Strahlungspunkte unter einander in sehr mannigfacher Weise verknüpfend. Die
Frequenz dieser Zugstrafsen steht keineswegs in einem direkten Verhältnis zur