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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

bestimmte aus dieser die Zahl der Positionen derselben innerhalb jedes Feldes 
von 5° Breite und 10° Länge. Auf diese Weise habe ich die Hoffmeyor’schen 
synoptischen Karten, soweit sie auch Schiffsbeobachtungen enthalten, ferner die 
„International Charts“ des „Signal Service“ zu Washington und endlich hand 
schriftliche auf der Seewarte gezeichnete Karten bearbeitet und im Ganzen 
45 Monate (nämlich für den Sommer 3, für die übrigen Jahreszeiten 4 Jahr 
gänge) aus dem Zeitraum 1873—79 benutzt. Ueber Europa wurden die so ge 
wonnenen Resultate, um den normalen Verhältnissen möglichst nahe zu kommen, 
vereinigt mit den in der Einleitung zur „Monatlichen Uebersioht der Witterung“, 
Jahrgang V, Seite 30, veröffentlichten Ergebnissen der fünf Jahre 1876 —80, wobei 
indessen die letzteren, um die Vergleichbarkeit mit dein Océan nicht zu stören, 
mit dem im Durchschnitt aller Felder unter Weglassung des unsicheren NW- 
Randes der Karte sich ergebenden Faktor 0,85 multiplicirt wurden, welcher 
gröfstentheils durch die Verschiedenheit der Jahrgänge bedingt ist; auch war 
über Europa die genauere Abgrenzung der Felder verschiedener Häufigkeit 
möglich durch Berücksichtigung der dem letztgenannten Aufsätze von Dr. van 
B ebb er beigegebonen Karten. 
Zum Behufe der Zeichnung der Karte wurden alle Zahlen wegen der 
verschiedenen Gröfse der Felder infolge Konvergenz der Meridiane ebenso, wie 
dieses schon in den „Wissenschaftlichen Ergebnissen aus den Monatlichen 
Uebersichten der Witterung, Jahrgang 1 und II“, geschehen ist, auf die Breite 
50°—55° reducirt. 
Auf der anderen Seite ermittelte ich die mittleren Zugstrafse» der 
barometrischen Minima zunächst in vorläufiger Weise für das ganze zwischen 
den Felsengebirgen und dem Ural liegende Gebiet aus 24 den Jahren 1875 bis 
1879 entnommenen Monaten, für welche Bahnenkax-ten in besonderer Vollständig 
keit Vorlagen; hierzu wurden ferner hinzugefügt: für Amerika dreijährige 
(1871/2—1873/4) Resultate aus dem Jahresbericht des „Chief Signal Officer“ 
für 1874, auf dem Océan die von Hoffmeyer aus 21 Monaten seiner synop 
tischen Karten abgeleiteten Resultate und in Europa die von mir aus den sechs 
Jahren 1873—78 ermittelten und im Jahrgang 1877 der Monatlichen Uebersichten 
der Witterung von der See warte veröffentlichten Ergebnisse, welche ich zudem 
nach den Manuskriptkarten, unter Hinzuziehung der Jahrgänge 1879 und 1880, 
eingehend revidirte. Da in der Hoffmeyer’schen Arbeit (vgl. „Etude sur les 
tempêtes de l’Atlantique septentrional“ und „Annalen der Hydrographie“, 1880, 
S. 292) nur die über den ganzen Océan verfolgbaren Minima genauer behandelt 
sind, so habe ich für die bei Hoffmeyer nur im Texte und nicht in den Karten 
berücksichtigten Zugstrnfsen nach dem Norden u. s. w. einen entsprechenden 
Zuschlag gemacht und bei der Berechnung der mittleren jährlichen Frequenz 
der Strafsen auf dem Océan diesen Umstand berücksichtigt. 
Dafs im Uebrigeu alle diese Zugstrafsen nur die Bedeutung von Mittel 
linien haben, denen parallel und in deren Nähe die Fortpflanzung barometrischer 
Minima vorzugsweise häufig erfolgt, ohne irgend strenge an dieselben ge 
bunden zu sein, ist selbstverständlich. Alloin auch die zahlreichen abirrenden, 
erratischen Minima zeigen in ihrer Bewegung in der Regel gewisse Be 
ziehungen zu diesen Strafsen und namentlich zu den Strahlungsgebieten, zwischen 
welchen sie häufig von dem Gewöhnlichen abweichende Verbindungswege 
darstellen. 
Betrachten wir zunächst diese Zugstrafsen. In Amerika tritt uns das 
Bild derselben in grofsen und einfachen Zügen entgegen; eine Strafse, die über 
die oberen Seen und Canada in gerader östlicher Richtung nach Neu-Braun- 
schweig führt, dominirt vollkommen und zeigt eine Frequenz der Minima, welche 
das 2Vs■ bis 3faehc von jener der frequentesten übrigen Zugstrafsen der Karte 
beträgt. Auf dieser Strafse bewegen sich die im Allgemeinen nicht sehr tiefen 
Minima mit einer doppelt so grofsen durchschnittlichen Geschwindigkeit, als 
sie in Europa einkalten, und von einander getrennt durch ebenso fortschreitende 
Maxima, so dafs der mittlere Luftdruck auf dieser Zugstrafse trotz ihrer Frequenz 
höher ist, als weiter im Norden. 
Ganz anders in Europa, wo keine einzige Zugstrafse ein nur entfernt 
ähnliches Uebergewicht zeigt, sondern eine Anzahl verschiedener Wege einander 
ziemlich gleichwertig gegenüberstehen, welche zusammen ein komplicirtes Netz
	        
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