315
7*
S-Br . . .
10®
20°
3 ° r
40°
60°
6o° !
Mitteltemperatur °C.
Dove . . .
25,5
23,4
19,4
12,5
1 Ferrel . . .
25,9
23,7
19,3
14,4
8,8
1,8 i
| Hann . . .
259
234
18,9
13,0
6,5
0,3
Der Umstand, dafs die aus der Hann’sehen Formel abgeleiteten Werthe
sich uur auf Temperaturbeobachtungen von Inselstationen stützen und doch mit
den, theilweise auch Landstationen einschlieiseuden Mitteltemperaturen, welche
Dove und Ferrel gefunden haben, übereinstimmen, ist ein Beweis für die An
nahme, „dafs auf der südlichen Halbkugel die Temperaturen der Landflächen,
selbst zwischen dem Aequator und 40° S-Br, keinen merklichen Einfiufs auf
die mittlere Temperatur der Breitenkreise haben“ (s. a. a. 0.).
Unter Berücksichtigung, dafs jeder Parallel im Verhältnifs seines Um
langes auf die mittlere Temperatur der ganzen südlichen Hemisphäre Einfiufs
hat, und dafs dieser Umfang dem Cosinus der geographischen Breite proportional
ist, erhält man aus obigen Daten für die mittlere Temperatur der Süd-
Hemisphäre als 15,4°; da nun Ferrel (a. a. 0.) für die nördliche Hemisphäre
eine solche gleich 15,3° gefunden hat, so wird dessen Vermuthung, dafs die
mittlere Temperatur beider Hemisphären wahrscheinlich die gleiche ist, durch
den obigen Werth für die südlicho Halbkugel bestätigt.
Aus den Beobachtungen an acht rein oceanischen Stationen (Tahiti,
Mauritius, Neu-Caledonien, Rapa, St. Paul, Kerguelen, Aucklands-In., Falk-
lands-In.) erhielt Hann für die mittlere Temperatur der südlichen Halbkugel
15,2°, also nahezu übereinstimmend mit dem obigen Werthe, dessen Grundlage
die oben angeführte Hann’sehe Formel bildet.
Die aus dieser Formel und den Angaben über die Temperaturen in den
extremen Monaten im wahren Seeklima an verschiedenen Orten der Südhemisphäre,
sowie aus der von Hann für die Jahres-Amplitude (s. Tab. Born.) entwickelten
Formel = 2,12° -f- 7,01° sin <p hergeleiteten Werthe für die mittlere Temperatur
des Jahres und des wärmsten und kältesten Monats (in höheren südlichen
Breiten Januar bezw. Juli) im Seeklima der südlichen Halbkugel für je
10 Breitengrade sind in nachstehender Tabelle zusammengestellt.
ij s-Br
Jahr
Wärmster | Kältester
Monat
Jahres-
Amplitude 1 )
Bemerkungen I
0°
26,0
27,1
24.9
2,2
t) Unter Jahres-Amplitude versteht
Ü 10°
25,9
27,5
24,2
3,3
man den Unterschied der Temperatur des
20°
23,4
25,7
21,2
45
wärmsten und des kältesten Monats.
ij 30°
18,9
21,7
16,1
5,6
i 40°
13,0
16,3
9,7
6,6
! 50°
6,5
10,2
2,8
7,4
60°
0,3
4,4
—3,8
8,2
*) Die Temperaturen jenseits von 70° S-Br
70° *)
-4.8
—0.4
—9,1
8,7
80° '
—8,2
—3,7
—12,7
9,0
haben eigentlich keine reelle Bedeutung, da sie
90°
L=_
—9,3
-4,8
—13,9
9,1
nur lür ein eisfreies offenes Meer gelten 1
würden.
Die Jahresisotherme von 0° würde nach der Hann’scheu Formel somit
durchschnittlich in der Breite von 60*/*° Süd anzutreffen sein.
Eine Vergleichung der von Hann berechneten Temperaturen mit jenen
unter gleicher Breite (zwischen 40°—60° von 5 zu 5 Graden) in der nördlichen
Halbkugel, wie sie von Dove und Forbes 1 ) bestimmt sind, ergiebt folgende
Werthe in ®C.:
q Anm. d. Vis.: ,Forbes hat für die höheren Breiten mit Hülfe neuerer Isothermenitarten
Dove's für die nördliche Hemisphäre die mittleren Temperaturen neuerdings sorgfältig bestimmt, so
dafs seine Daten den älteren Dove’s vorzuziehen sind.*