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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

315 
7* 
S-Br . . . 
10® 
20° 
3 ° r 
40° 
60° 
6o° ! 
Mitteltemperatur °C. 
Dove . . . 
25,5 
23,4 
19,4 
12,5 
1 Ferrel . . . 
25,9 
23,7 
19,3 
14,4 
8,8 
1,8 i 
| Hann . . . 
259 
234 
18,9 
13,0 
6,5 
0,3 
Der Umstand, dafs die aus der Hann’sehen Formel abgeleiteten Werthe 
sich uur auf Temperaturbeobachtungen von Inselstationen stützen und doch mit 
den, theilweise auch Landstationen einschlieiseuden Mitteltemperaturen, welche 
Dove und Ferrel gefunden haben, übereinstimmen, ist ein Beweis für die An 
nahme, „dafs auf der südlichen Halbkugel die Temperaturen der Landflächen, 
selbst zwischen dem Aequator und 40° S-Br, keinen merklichen Einfiufs auf 
die mittlere Temperatur der Breitenkreise haben“ (s. a. a. 0.). 
Unter Berücksichtigung, dafs jeder Parallel im Verhältnifs seines Um 
langes auf die mittlere Temperatur der ganzen südlichen Hemisphäre Einfiufs 
hat, und dafs dieser Umfang dem Cosinus der geographischen Breite proportional 
ist, erhält man aus obigen Daten für die mittlere Temperatur der Süd- 
Hemisphäre als 15,4°; da nun Ferrel (a. a. 0.) für die nördliche Hemisphäre 
eine solche gleich 15,3° gefunden hat, so wird dessen Vermuthung, dafs die 
mittlere Temperatur beider Hemisphären wahrscheinlich die gleiche ist, durch 
den obigen Werth für die südlicho Halbkugel bestätigt. 
Aus den Beobachtungen an acht rein oceanischen Stationen (Tahiti, 
Mauritius, Neu-Caledonien, Rapa, St. Paul, Kerguelen, Aucklands-In., Falk- 
lands-In.) erhielt Hann für die mittlere Temperatur der südlichen Halbkugel 
15,2°, also nahezu übereinstimmend mit dem obigen Werthe, dessen Grundlage 
die oben angeführte Hann’sehe Formel bildet. 
Die aus dieser Formel und den Angaben über die Temperaturen in den 
extremen Monaten im wahren Seeklima an verschiedenen Orten der Südhemisphäre, 
sowie aus der von Hann für die Jahres-Amplitude (s. Tab. Born.) entwickelten 
Formel = 2,12° -f- 7,01° sin <p hergeleiteten Werthe für die mittlere Temperatur 
des Jahres und des wärmsten und kältesten Monats (in höheren südlichen 
Breiten Januar bezw. Juli) im Seeklima der südlichen Halbkugel für je 
10 Breitengrade sind in nachstehender Tabelle zusammengestellt. 
ij s-Br 
Jahr 
Wärmster | Kältester 
Monat 
Jahres- 
Amplitude 1 ) 
Bemerkungen I 
0° 
26,0 
27,1 
24.9 
2,2 
t) Unter Jahres-Amplitude versteht 
Ü 10° 
25,9 
27,5 
24,2 
3,3 
man den Unterschied der Temperatur des 
20° 
23,4 
25,7 
21,2 
45 
wärmsten und des kältesten Monats. 
ij 30° 
18,9 
21,7 
16,1 
5,6 
i 40° 
13,0 
16,3 
9,7 
6,6 
! 50° 
6,5 
10,2 
2,8 
7,4 
60° 
0,3 
4,4 
—3,8 
8,2 
*) Die Temperaturen jenseits von 70° S-Br 
70° *) 
-4.8 
—0.4 
—9,1 
8,7 
80° ' 
—8,2 
—3,7 
—12,7 
9,0 
haben eigentlich keine reelle Bedeutung, da sie 
90° 
L=_ 
—9,3 
-4,8 
—13,9 
9,1 
nur lür ein eisfreies offenes Meer gelten 1 
würden. 
Die Jahresisotherme von 0° würde nach der Hann’scheu Formel somit 
durchschnittlich in der Breite von 60*/*° Süd anzutreffen sein. 
Eine Vergleichung der von Hann berechneten Temperaturen mit jenen 
unter gleicher Breite (zwischen 40°—60° von 5 zu 5 Graden) in der nördlichen 
Halbkugel, wie sie von Dove und Forbes 1 ) bestimmt sind, ergiebt folgende 
Werthe in ®C.: 
q Anm. d. Vis.: ,Forbes hat für die höheren Breiten mit Hülfe neuerer Isothermenitarten 
Dove's für die nördliche Hemisphäre die mittleren Temperaturen neuerdings sorgfältig bestimmt, so 
dafs seine Daten den älteren Dove’s vorzuziehen sind.*
	        
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