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Tagen heftig stürmten, angetroö'eu. Es folgten später jedoch noch wieder
nordöstliche Winde, und führten diese die Bark bis zum 7. April zur Rhede von
Montevideo. Zur Vollendung der Reise waren 76 Tage erforderlich gewesen.
Von dieser Zeit hatte man 35 Tage in südlicher Breite zugebracht und
10° S-Br in 34° W-Lg am 12. März, 20° S*Br in 38° W-Lg am 21. März und
30° S-Br in 46,2° W-Lg am 29. März geschnitten.
Am 22. Mai verliefs die Bark den La Platu abermals, um nun eine Reise
nach Valparaiso anzutreten. Bei umlaufenden Winden, die häufig aus ungünstiger
Richtung kamen, überschritt man 40° S-Br in 57° W-Lg und gelangte am
9. Juni nach 50° S-Br in 63,7° W-Lg. Am 11. Juni durchsegelte „Aequator“
bei nördlichem Winde, den ein Barometerstand von 759,0 mm begleitete, die
Strafse le Maire. Südlich von Staatun-Land nahm die Windstärke zu und der
Luftdruck ab, und als das vernünftiger Weise nach SW haltende Schiff nach
57,5° S-Br in 70,5° W-Lg gelangt war, schofs dort am 14. Juui der Wind von
NW (7) aus nach Süd (10). Heftige Hagel- und Sclmeeböen herbeiführend, und
begleitet von einem nun langsam steigenden Barometer, hielt sich der Wind
dann längere Zeit hoch südlich, der Bark eine äufserst erwünschte Gelegenheit
bietend und dieselbe nach 50° S-Br in 83,2° W-Lg führend. Als man diesen
Punkt am 18. Juni bei SW-Wind erreichte, war der Luftdruck auf 775,0 mm
gestiegen. Durch die Ausnutzung dieser im Winter gar nicht seltenen Ver
hältnisse, indem man gut voll nach SW hielt, so lauge wie die Winde nördliche
Richtung hatten, und entsprechend handelte, nachdem der Wind ausgeschossen
war, konnte man die Umsegelung des Kaps iu der ungewöhnlich kurzen Zeit
von neun Tagen ausführen, ohne dabei von östlichem Winde begünstigt worden
zu sein. Die Länge des Kap Horn hatte die Bark am 12. Juni überschritten.
Auf dem Wege nach Norden traf „Aequator a wieder eine sehr ungünstige
Gelegenheit. An mehreren Tagen konnten die Westwinde ihrer zu grofsen
Stärke wegen nicht ausgenutzt werden, und später sanken sie wieder zum
ganz leisen Zuge herab. Man schnitt 40° S-Br in 77,5° W-Lg am 23. Juni
und erreichte am 27. Juni die Rhede von Coronel. Zur Zurücklegung der Reise
waren 36 Tage erforderlich gewesen. Von Coronel versegelte „Aequator“ nach
Pisagua. Diese Reise wurde am 6. Juli angetreten und in sieben Tagen
vollendet.
8. Reise des Brenierhavener Vollscliiffes „Friedrich“, Kapt. L. ßrüggewann.
Das auf einer Reise nach New-Orleans begriffene Vollschiff „Friedrich“
verliefs am 3. September 1881, vier Tage nach dem Verlassen der Weser
mündung den Kaual. Bei umlaufenden Winden, die jedoch meistens günstige
Richtung hatten, verfolgte das Schiff einen südlichen Kurs, auf welchem es am
13. September in der Nähe von 34° N-Br und 22,8° W-Lg die polare Passat
grenze erreichte. Bei einem Barometerstände von 762,0 mm kam dort ganz
leiser östlicher Zug durch, welcher langsam auffrischte und zum Passat wurde.
Ohne dafs sich dann Hervorzuhebendes ereignete, wurde der Ocean in mäfsig
schneller Fahrt gekreuzt, und am 29. September befand „Friedrich“ sich in
Sicht der Insel Guadeloupe. Im Caraibischen Meere wehte etwas frischerer
Passat, als wie man ihn im Atlantischen Occan gefunden hatte, dagegen
herrschte im VFwtdward-Kanal, zwischen Hayti und Jamaica nur ein flauer ver
änderlicher Zug. Als das Schiff wieder frei vom Einflüsse des luvwärts be
findlichen Landes war, kam der frische Passat auch wieder durch und führte
y,Friedrich“ bis zum 9. Oktober in Sicht des Kap St. Antonio. Nachdem das
selbe umsegelt worden war, legte man auch die Fahrt durch den Golf von
Mexico in rascher Weise zurück, und am 11. Oktober wurde auf dem Mississippi
geankert. Die Dauer der Reise betrug nur 38 Tage. Während dieser Zeit
war 40° N-Br in 18° W-Lg am 10. September, 30° N-Br in 24,5° W-Lg am
14. Septembor, 20° N-Br in 37,5° W-Lg am 21. September; wie 30° W-Lg in
23,1° N-Br am 18. September und 50° W-Lg in 17,4° N-Br am 26. September
gekreuzt worden.
Am 14. Dezember passirte „Friedrich“ wieder die Barre an der Mündung
des Mississippi, um nach Bremen zurückzukehron. Ein frischer Nordwind,
der auf einen vorhergegangonen mehrtägigen SE-Wind folgte, begünstigte
den Anfang dieser Reise. Schon am 16. Dezember befand man sich in Sicht