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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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6. Reise der Hamburger Bark „Lonise & Georgine“, Kapt. 0. H. Meier. 
Am 18. April 1881, vier Tage nach dem Antritt einer Reise von Amster 
dam nach Macassar, verliefs die Bark B Louise 4* Georgine“ den Kanal. Bei 
frischen, aus nordöstlicher oder nordwestlicher Richtung kommenden Winden 
nahm die Reise im Atlantischen Ocean dann einen recht befriedigenden Verlauf. 
Südlich von 41° N-Br traf man nur Ostwind an, und ohne dafs sich eine Grenze 
dafür angeben läfst, entwickelte sich aus demselben der NE-Passat. Einen 
höchsten Luftdruck von 776,5mm beobachtete mau in der Nähe von 34° N-Br 
und 19,5° W-Lg. Im Passatgebiete selbst, welches sich bis nach 3,5° N-Br in 
25° W-Lg ausdehnte, herrschte mäfsige beständige Briese. Am 8. Mai erreichte 
die Bark den Stilleugürtel, in welchem leichte östliche Mallung angetroffen 
wurde. „Louise cf Georgine“ verbrachte in demselben nur einen Tag, nach 
welcher Zeit in 3° N-Br und 25,4° W-Lg der SE-Passat wieder beobachtet 
wurde. Am 10. Mai überschritt man den Aequator in 26,1° W-Lg. Es waren 
bis dahin nur 22 Tage vergangen, seit man deu Kanal verlassen hatte, und 
während dieser Zeit war 40° N-Br in 17,4° W-Lg am 23. April, 30° N-Br in 
22° W-Lg am 27. April, 20° N-Br in 25,4° W-Lg am 30. April und 10° N-Br 
in 25,6° W-Lg am 4. Mai gekreuzt worden. 
Im Südatlantischen Ocean wurde nur bis nach 8° S-Br hin frischer 
Passat angetroffen. Südlich von dieser Breite wurde derselbe flauer und un 
beständiger, und in der Nähe von 20° S-Br und 26,2° W-Lg wurde am 20. Mai 
die polare Passatgrenze gefunden. Der frische Wind lief dort, bei einem Luft 
druck von 762,2mm, zuerst nach NE und später durch Nord nach West. Es 
folgten dann für längere Zeit stürmische SW-Winde, bei denen, um sie voll 
ausnutzen zu können, ein ungewöhnlich östlicher Kurs verfolgt werden mufste. 
Später holte der Wind mehr und mehr südlich, und als mau am 28. Mai nach 
6° W-Lg in 31,5° S-Br gekommen war, wurde die Windrichtung zuerst eine 
südöstliche und später eine nordöstliche. Am 1. Juni ging die Bark in 38° S-Br 
von westlicher in östliche Länge über; sie hatte bis dahin 22 Tage in 
südlicher Breite zugebracht und dort 10° S-Br in 27,2° W-Lg am 14. Mai, 
20° S-Br in 26,2° W-Lg am 20. Mai und 30° S-Br in 14® W-Lg am 25. Mai 
gokreuzt. 
Die in östlicher Länge zunächst angetroffenen Verhältnisse waren keine 
ganz günstigen. Bis zum 6. Juni herrschten dort östliche und nördliche Winde 
vor, die keiuen raschen Fortgang erlaubten. Später beobachtete man auch 
wiederholt unerwünscht flaue Winde, durch welche der Fortgang der Reise um 
ein Bedeutendes verzögert wurde. Mehrere heftige Stürme waren zu überstehen, 
doch verdient keiner dei’selben eine besondere Erwähnung. Am 26. Juni 
erreichte M Louise Georgine“ bei einem Barometerstände von 777,3mm den 
Meridian von 80° Ost in 38,5° S-Br. Es waren damals 25 Tage nach der 
üeberschreitung des ersten Meridians verflossen. 
Auf dem Wege zur Sajn-Strafse wurden bis nach 30° Süd hin meist 
recht günstige Westwinde angetroffen. Nördlich von dieser Breite herrschte 
für längere Zeit leichte östliche Mallung, auf welche erst nach siebentägiger 
Dauer der SE-Passat folgte. Man erreichte dessen polare Grenze am 12. Juli 
in der Nähe von 24° S-Br und 110,1° O-Lg. Der höchste, unweit dieses Punktes 
beobachtete Luftdruck war gleich 772,5mm. Ein leichter, wenig beständiger 
Passat führte die, für die Sapi-Strafsc steuernde „Louise Georgine“ dann bis 
zum 24. Juli in Sicht der Insel Sandelbosch. Die Dauer der Reise von IAzard 
ab betrug damals 95 Tage. Auf dom letzten Reiseabschnitte hatte mau 30° S-Br 
in 107,2° O-Lg am 5. Juli, 20° S-Br in 113,3° O-Lg am 15. Juli und 10° S-Br in 
119,5° O-Lg am 24. Juli geschnitten. Am 26. Juli durchsegelte „Louise § Georgine“ 
die «Säpf-Strafse und erreichte die Molukken-See, und zwei Tage später konnte 
auf der Rhede von Macassar geankert werden. Die Dauer der Reise von Lizard 
her betrug 101 Tage. 
Am 26. September befand sich die nach Amsterdam zurück bestimmte 
Bark südlich von der Lowi&odc-Strafse. Es wehte dort damals der frische SE- 
Passat, und von diesem getrieben nahm die Reise nun für lange Zeit einen 
ungestörten befriedigenden Verlauf. Nachdem man am 13. Oktober südlich von 
22° S-Br in 63,5® W-Lg gekommen war, wurde die Windstärke eine geringere,
	        
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