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mittleren Zugstraisen der Minima daselbst zusammenhängt, müssen weitere
Untersuchungen lehren.
Dafs auch die häufige Erscheinung des entschiedenen Vorwaltens zweier
entgegengesetzten Windrichtungen im Klima eines Ortes mit der Vertheilung
der Barometerschwankungen Zusammenhängen kann, ist bereits in Herrn Fel-
foerg’s eingangs citirter Arbeit augedeutet. An vielen Stationen der ektropischen
Zone, in durchaus günstiger freier Lage — von den in Thälern gelegenen mufs
man natürlich hier absehen — finden wir zwei Maximn der Häufigkeit der
Windrose; insbesondere hat die gröfsere Häufigkeit der beiden, mit entgegen
gesetzten Eigenschaften begabten Winde SW und NE in Europa, gegenüber
den zwischenliegenden Richtungen, zu jener Auffassung der ersteren, als der
beiden fundamentalen Luftströme, welche die letzteren durch ihr Zusammen
wirken nebensächlich hcrvorrufen, geführt, die so lange die Meteorologie, nament
lich in Deutschland, beherrscht hat. So weit jenes doppelte Maximum der
Häufigkeit nicht eine Monsunerscheinung ist, sondern sieh auch innerhalb des
Winters resp. Sommers selbst zeigt, dürfte es wesentlich von der raschen Zu
nahme der Druckschwankungen zwischen 25° und 60°, wo eben die Erscheinung
beobachtet ist, abhängen. Denn aus dieser Vertheilung der Schwankungen
orgiebt sich, dafs z. B. für Mitteleuropa der Norden das aktive, der Süden das
passive (resp. vorwiegend indirekt wirkende) Element bei der Bestimmung der
Druckvertheilung ist, und dafs wir somit in einer Majorität von Fällen nur
mit den beiden Formen dieser Vertheilung: Druck im Nord (resp. NW) hoch
und Druck im Nord (NW) niedrig zu thun haben, deren erstere Nord- und
NE-Wind, deren letztere Süd- und SW-Wind hervorruft.
Im Wesentlichen dieselbe Ursache ist es, welche die Erklärung der ver
schiedenen durchschnittlichen Höhe des Barometers bei verschiedenen Winden
in sich schliefst, ln der That, wenn bei Nord- und NE-Winden der gewöhn
liche Zustand der ist, dafs das Barometer im Norden oder NW von uns sehr
hoch, im Süden von uns nur mäfsig tief steht, und ebenso bei Süd- und SW-
Wind der grofsen Erniedrigung des Druckes im Nord oder NW nur eine ge
linge Erhöhung desselben im Süd entgegensteht, so mufs im Durchschnitt aller
Fälle auch bei uns das Barometer bei ersteren Winden höher stehen, als bei
letzteren. Der untenstehende Holzschnitt (Fig. 1) versinnlicht dieses. Wenn die
Schwankungen bei a gering, bei c grofs sind, so wird in der Mitte bei b das
Barometer höher stehen, wenn der Gradient von c nach a, als wenn er von
n nach c gerichtet ist, oder mit anderen Worten, die zwischenliegenden Orte
stimmen in Bezug auf den Sinn der Abweichung des Luftdrucks vom Mittel
häufiger mit den Gegenden gröfserer als mit jenen geringerer Schwankung
überein. Die Probe für die Richtigkeit dieser Erklärung der barometrischen
Windrose findet sich in Grönland: die Beobachtungen der zahlreichen ameri
kanischen und der deutschen Polarexpeditionen haben gezeigt, dafs das in Europa
gefundene Verhältnifs dort nicht mehr gilt; das Barometer steht daselbst bei
allen Winden durchschnittlich ungefähr gleich hoch, jedoch bei SW-Wind etwas
höher als bei NE-Wind. Wir haben aber oben bereits gesehen, dafs die
Schwankungen des Luftdrucks in Grönland, entgegengesetzt ihrem Verhalten in
Europa, von Nord nach Süd zunehmen.
In einigen Gegenden, wie an der Ostküste Nordamerikas, deron baro
metrische Windrose nicht mit dieser Erklärung in Einklang zu stehen scheint,