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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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Die  vorstehende  Tabelle  giebt  eine  ungefähre  Uebersieht  über  die  einschlägigen ­
  Verhältnisse  im  oktropischen  Theilo  der  Nordhemisphäre.  Dieselbe
zeigt,  dafs  über  Europa  in  den  Wintermonateu  die  durchschnittlichen  monatlichen ­
  Maxima  des  Barometerstandes  im  Meeresniveau  allgemein  zwischen  770
und  780mm  liegen,  während  die  Minima  zwischen  750mm  im  südlichen  und
730mm  im  nördlichen  Theile  des  Kontinents  variiren.
Auf  dem  ganzen  grofsen  Raume,  der  von  Florida  und  Cañada  bis  nach
dem  Mittelmeere  und  nach  Norwegen  hinüberreicht,  erreicht  das  Barometer  in
jedem  der  drei  Wintermonate  seinen  höchsten  Stand  bei  durchschnittlich
772—778mm  Luftdruck;  erst  in  Grönland  und  Island  sind,  mit  den  Mittelwerthen,
  auch  die  Maxima  des  Barometerstandes  niedriger,  und  erst  jenseits
des  hohen  Druckes  der  Robbreiten,  südlich  vorn  Wendekreise  des  Krebses,
nimmt  die  Höhe  der  Maxima  nach  dem  Aequator  zu  rasch  ab;  auf  der  anderen
Seite  übertreffen  nicht  nur  in  dem  Gebiete  der  grofsen  nordasiatischen  Anticyklone
  des  Winters,  wo  auch  die  Minima  noch  sehr  hoch  sind,  sondern  schon
von  Petersburg  ab  die  barometrischen  Maxima  den  genannten  Werth  bedeutend,
und  liegen  dieselben  im  Allgemeinen  zwischen  780  und  790mm,  ja  in  Westsibirien, ­
  wo  die  Schwankungen,  wie  die  Karte  zeigt,  viel  bedeutender  sind,  als
in  Ostsibirien,  erreicht  der  auf  das  Meeresuiveau  mit  Hülfe  der  jetzt  zum  Theil
genau  bekannten  Seehöhen  reducirte  Luftdruck  im  Winter  nicht  ganz  selten
die  aufserordentliche  Höhe  von  800mm.
Dieses  ungefähre  Zusammenfallen  der  Gebiete  gröfster  Barometerächwankuug
  mit  jenen  durchschnittlich  niedrigsten  Luftdrucks  stimmt  überein
mit  der  allgemein  bekannten  Thatsache,  dafs  die  letzteren  sich  durch  unruhiges
Wetter  auszeichnen,  während  die  Gebiete  hohen  Druckes  durch  Ruhe  und  Beständigkeit ­
  der  Witterung  eharakterisirt  sind.  Denn  auch  wenn  man  die
oben  als  wahrscheinlich  hingestellte  Proportionalität  zwischen  den  monatlichen
Barometerschwankungen  und  der  mittleren  Gröfse  des  Gradienten  nicht  gelten
lassen  will,  wird  man  den  nahen  Zusammenhang  zwischen  deren  Umfang  und
der  gröfseren  oder  geringeren  Unruhe  und  Veränderlichkeit  des  Wetters  nicht
leugnen,  obwohl,  wie  schon  Eingangs  gesagt,  die  Frage  der  Schnelligkeit  der
Aenderungen  von  jener  nach  deren  Umfange  zu  trennen  ist.  Was  speciell  den  Einflufs
  der  Schwankungen  des  Druckes  auf  jene  der  Windrichtung  betrifft,  so  ist
zu  beachten,  dafs  derselbe  sich  wesentlich  danach  richten  mufs,  ob  in  der  fraglichen
Gegend  ein  bedeutender  normaler  Gradient  resp.  Gradient  der  Mittelwerthe
vorhanden  ist  oder  nicht,  da  in  dem  orsteren  Falle  der  extraordinäre  Gradient,
welcher  mit  der  Barometerschwankung  im  Allgemeinen  verbunden  ist,  in  der
Mehrzahl  der  Fälle  nur  zur  Verstärkung  oder  Schwächung  des  normalen  Gradienten ­
  unter  geringer  Richtungsänderung  desselben  führt,  im  letzteren  Falle
hingegen  jede  lokale  Aenderung  des  Barometerstandes  einen  anders  gerichteten
Gradienten  und  Wind  hervorruft.  Von  den  stets  räumlich  beschränkten
Aénderungen  im  Luftdruck  bewirkt  deshalb  bei  uns,  wo,  mit  Ausnahme  des
Frühjahrs,  der  mittlere  Druck  ziemlich  rasch  nach  Nord  und  NW  abnimmt,  ein
grofser  Theil  nur  abwechselndes  Auffrischen  und  Abflauen  des  zwischen  Süd
und  West  pendelnden  Windes;  in  Gegenden  ohne  eine  entschieden  vorwaltende
Windrichtung  kann  dagegen  jede  solche  Druckschwankung  ein  vollständiges
Umschlagen  des  Winde3  bewirken.
Da  die  Schwankungen  des  Luftdrucks,  wie  wir  oben  gesehen  haben,  in
viel  höherem  Grade  durch  die  extreme  Tiefe  der  barometrischen  Minima,  als
durch  extreme  Höhe  der  Maxima  bedingt  werden,  so  mufs  man  erwarten,  dafs
zwischen  der  geographischen  Vertheilung  der  Barometerschwanknngen  und  den
Zugstrafsen  der  Minima  eine  Beziehung  bestehen  mufs.  In  der  Umgebung  dos
Atlantischen  Oceans,  wo  allein  wir  die  letzteren  bis  jetzt  kennen,  zeigt  sich
dieser  Zusammenhang  —  abgesehen  von  der  allgemeinen  raschen  Zunahme  der
Schwankungen  vom  Wendekreise  des  Krebses  ab  nach  den  groisen  Zugstrafsen
in  45°  und  60°  Breite  und  Abnahme  mit  Entfernung  von  diesen  Zugstrafsen
weiter  nordwärts  —  in  den  Ausbuchtungen  des  Gebiets  bedeutender  Schwankungsgröfse
  nach  New-Brunswick  einerseits  und  längs  dem  60.  Breitengrad  über
Petersburg  hinaus  andererseits.  Inwieweit  die  merkwürdige  Vertheilung  der
Barometerschwankungen  im  nördlichen  Theile  des  grofsen  Oceans  mit  den
            
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