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Die vorstehende Tabelle giebt eine ungefähre Uebersieht über die ein
schlägigen Verhältnisse im oktropischen Theilo der Nordhemisphäre. Dieselbe
zeigt, dafs über Europa in den Wintermonateu die durchschnittlichen monat
lichen Maxima des Barometerstandes im Meeresniveau allgemein zwischen 770
und 780mm liegen, während die Minima zwischen 750mm im südlichen und
730mm im nördlichen Theile des Kontinents variiren.
Auf dem ganzen grofsen Raume, der von Florida und Cañada bis nach
dem Mittelmeere und nach Norwegen hinüberreicht, erreicht das Barometer in
jedem der drei Wintermonate seinen höchsten Stand bei durchschnittlich
772—778mm Luftdruck; erst in Grönland und Island sind, mit den Mittel-
werthen, auch die Maxima des Barometerstandes niedriger, und erst jenseits
des hohen Druckes der Robbreiten, südlich vorn Wendekreise des Krebses,
nimmt die Höhe der Maxima nach dem Aequator zu rasch ab; auf der anderen
Seite übertreffen nicht nur in dem Gebiete der grofsen nordasiatischen Anti-
cyklone des Winters, wo auch die Minima noch sehr hoch sind, sondern schon
von Petersburg ab die barometrischen Maxima den genannten Werth bedeutend,
und liegen dieselben im Allgemeinen zwischen 780 und 790mm, ja in West
sibirien, wo die Schwankungen, wie die Karte zeigt, viel bedeutender sind, als
in Ostsibirien, erreicht der auf das Meeresuiveau mit Hülfe der jetzt zum Theil
genau bekannten Seehöhen reducirte Luftdruck im Winter nicht ganz selten
die aufserordentliche Höhe von 800mm.
Dieses ungefähre Zusammenfallen der Gebiete gröfster Barometer-
ächwankuug mit jenen durchschnittlich niedrigsten Luftdrucks stimmt überein
mit der allgemein bekannten Thatsache, dafs die letzteren sich durch unruhiges
Wetter auszeichnen, während die Gebiete hohen Druckes durch Ruhe und Be
ständigkeit der Witterung eharakterisirt sind. Denn auch wenn man die
oben als wahrscheinlich hingestellte Proportionalität zwischen den monatlichen
Barometerschwankungen und der mittleren Gröfse des Gradienten nicht gelten
lassen will, wird man den nahen Zusammenhang zwischen deren Umfang und
der gröfseren oder geringeren Unruhe und Veränderlichkeit des Wetters nicht
leugnen, obwohl, wie schon Eingangs gesagt, die Frage der Schnelligkeit der
Aenderungen von jener nach deren Umfange zu trennen ist. Was speciell den Ein-
flufs der Schwankungen des Druckes auf jene der Windrichtung betrifft, so ist
zu beachten, dafs derselbe sich wesentlich danach richten mufs, ob in der fraglichen
Gegend ein bedeutender normaler Gradient resp. Gradient der Mittelwerthe
vorhanden ist oder nicht, da in dem orsteren Falle der extraordinäre Gradient,
welcher mit der Barometerschwankung im Allgemeinen verbunden ist, in der
Mehrzahl der Fälle nur zur Verstärkung oder Schwächung des normalen Gra
dienten unter geringer Richtungsänderung desselben führt, im letzteren Falle
hingegen jede lokale Aenderung des Barometerstandes einen anders gerichteten
Gradienten und Wind hervorruft. Von den stets räumlich beschränkten
Aénderungen im Luftdruck bewirkt deshalb bei uns, wo, mit Ausnahme des
Frühjahrs, der mittlere Druck ziemlich rasch nach Nord und NW abnimmt, ein
grofser Theil nur abwechselndes Auffrischen und Abflauen des zwischen Süd
und West pendelnden Windes; in Gegenden ohne eine entschieden vorwaltende
Windrichtung kann dagegen jede solche Druckschwankung ein vollständiges
Umschlagen des Winde3 bewirken.
Da die Schwankungen des Luftdrucks, wie wir oben gesehen haben, in
viel höherem Grade durch die extreme Tiefe der barometrischen Minima, als
durch extreme Höhe der Maxima bedingt werden, so mufs man erwarten, dafs
zwischen der geographischen Vertheilung der Barometerschwanknngen und den
Zugstrafsen der Minima eine Beziehung bestehen mufs. In der Umgebung dos
Atlantischen Oceans, wo allein wir die letzteren bis jetzt kennen, zeigt sich
dieser Zusammenhang — abgesehen von der allgemeinen raschen Zunahme der
Schwankungen vom Wendekreise des Krebses ab nach den groisen Zugstrafsen
in 45° und 60° Breite und Abnahme mit Entfernung von diesen Zugstrafsen
weiter nordwärts — in den Ausbuchtungen des Gebiets bedeutender Schwankungs-
gröfse nach New-Brunswick einerseits und längs dem 60. Breitengrad über
Petersburg hinaus andererseits. Inwieweit die merkwürdige Vertheilung der
Barometerschwankungen im nördlichen Theile des grofsen Oceans mit den