272
Im Februar (Taf. 17) zieht sich eiu Gebiet niedrigen Luftdruckes von
750mm und darunter die Üatns-Strafse entlang, südlich um Grönland herum
bis ungefähr zum Parallel von 57° Nord und dann weiter nordöstlich bis östlich
von Island. Zwischen der SO-Küste von Grönland bei Kap Farewell und der
SW-Küste von Island bei Reikiavik erstreckt sich ein Gebiet von 747,5mm und
darunter. Im Nordatlantic ist die Area höchsten Luftdrucks (767,5mm) von
geringer Ausdehnung, westlich von den Canaren und südwestlich von den
Azoren, zwischen ca 31°—26° X-Br und ca 42°—28° W-Lg. Im Südatlantic
ist die höchste Jahres-Isobare die von 762,5mm und umschliefst ein Gebiet
zwischen 15°—32° S-Br und 35° W-Lg—15° O-Lg, ungefähr denselben Kaum
einnehmend, wie die Jahres-Isobare von 764mm.
Im Mai (Taf. 18) beträgt der höchste Luftdruck im Nordatlantic nur 765mm,
sein Gebiet umschliefst einen Raum zwischen 37°—20° N-Br und 55°—20° W-Lg;
die niedrigste Isobare von 757,5mm (also von um 10mm höherem Luftdruck
als die der niedrigsten Isobare vom Februar) umschliefst die West- und Ost-
küste von Grönland nach Süden zu in weitem Bogen bis zu ca 52° N-Br. — lm
Südatlantic finden wir zwei Areas höchsten Luftdrucks von 765mm: die eine
östlich von Südamerika östlich von Santos, zwischen dem südlichen Wendekreise
und dem Parallel von 30° Süd; sie reicht nach Osten in das Meer bis zum
Meridian von 35° West und nach Westen in den Kontinent bis zu fast 60° West,
die andere westlich von der Ostküste Südafrika’s zwischen den Parallelen von
20° Süd bis zu dem der Kapstadt und den Meridianen von 17° West und
12° Ost.
Im August (Taf. 19) trifft man im Nordatlantic ein kleines Gebiet höchsten
Luftdruckes, umschlossen von der Isobare von 767,5mm, südlich und südwestlich
von den Azoren. Die Isobare des niedrigsten Luftdruckes von 755mm durch
zieht den nördlichen Theil der lludsons-Bai und -Strafse durch Süd-Grönland
in die DönemarkSivofse hinein; eine zweite ebenfalls von 755mm von Süd-Island
nach NO in das Meer zwischen Island und Norwegen hinein. Im Südatlantic
durchzieht ein breites Gebiet mit einem Luftdruck von 765 mm den ganzen Ocean
zwischen 15° und 30°—35° S-Br; es erstreckt sich in Südamerika bis zum
Stillen Ocean und nach Osten hin nach Afrika hinein, wo sogar ein Gebiet von
767,5mm angetroffen wird.
Im November (Taf. 20) befindet sich das Gebiet höchsten Luftdrucks von
765mm zwischen 34°—28° N-Br und 45°—28° W-Lg. Die Isobare niedrigsten
Luftdrucks von 750mm umschliefst ein Gebiet zwischen der Südostküste von
Grönland und der Südküste Islands am Eingänge in die Dänemark-Strailse.
Im Südatlantic ist ein nur kleines Gebiet höchsten Luftdruckes von 765mm
zwischen 21°—29° S-Br und 14° W-Lg bis 4° O-Lg anzutreffen.
Die Isobaren zwischen 750 und 740mm erstrecken sich in allen den er
wähnten vier Monaten zwischen 50°—60° S-Br quer über den Südatlantic; am
weitesten reichen sie nach Norden (äquatorwärts) im Februar und am weitesten
nach Syden (polwärts) im November.
Die Tafel 21 mit den Synoptischen Karten für den 9. und 10. Ja
nuar 1878 bezweckt, an einem Beispiele die Wichtigkeit einer der Hauptlehren
der neueren Meteorologie, nämlich die Beziehungen zwischen Luftdruekvertheilung
und der Richtung und Stärke des Windes auch für den praktischen Seemann
überzeugend nachzuweisen, indem dieser in den drei synoptischen Kärtchen dieser
Tafel eine Vorstellung gewinnen kann von den Umbildungen und Veränderungen
der Lage, welchen die atmosphärischen Zustände im Atlantischen Ocean zwischen
Europa und Nordamerika, zwischen 70° bis ca 20° N-Br, in den Stunden 1878
Januar 9, 8 h a. m. und 8 h p. m., und Januar 10, 8 h a. m., unterworfen waren.
Diese Beispiele lassen u. A. erkennen, wie die Gradienten in Gemäfsheit der
Lehre der neueren Meteorologie als ein Ausdruck für die Windstärke angesehen
werden können; sie bringen ferner das Buys-Ballot’sche Gesetz und das
Fortschreiten der atmosphärischen Vorgänge von Westen nach Osten zur klaren
Anschauung.
Die Tafeln 22 — 25 enthaltou die Karten der Häufigkeit der Winde
in Relativ-Werthen für jedes "Vierteljahr (nach den Monaten des Kalender
jahres geordnet) in der bisher gebräuchlichen Art und Weise der Darstellung,
welche namentlich für die Passatgebiete von Bedeutung ist, insofern als wir