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Die fünfte Tafel stellt das specifischc Gewicht des Meerwassers
im Jahresmittel dar. Hierzu wurden aufser den an Bord S. M. S. „Gazelle“
und des „Challenger“ sorgfältig ausgeführten, zahlreichen Untersuchungen über
das specifische Gewicht und den Salzgehalt noch viele andere in den nordischen
Meeren, so die von Bcssels, Koldewey und Mohn benutzt, und aufserdem
noch das in englischen, holländischen und amerikanischen Werken vorhandene
reiche Material.
Die durchschnittliche jährliche Verthoilung des speeifischen Gewichts des
Wassers in dem gesummten Atlantischen Ocean an der Oberfläche ist auf dieser
Karte in neun verschiedenen Farbenstufen zur Anschauung gebracht. Die Gebiete
über welche keine bestimmten Angaben vorliegen, oder diejenigen in der unmittel
baren Nähe einer Küste, an welcher sich größere Flüsse in den Ocean ergiefsen,
sind weifs gelassen. Die acht Farbenstufen von hellgelb bis dunkelbraun
zeigen die zwischen den Linien gleichen speeifischen Gewichts von 1,0250 bis
über 1,0285, mit je einem Intervall von 0,0005, sich erstreckenden Meeresgebiete;
für die Vertheilung des speeifischen Gewichts an der Oberfläche des Atlantischen
Oceans ist es charakteristisch, „dafs zwar von beideu Polargebieten an nach
dem Aequator hin im Allgemeinen eine Zunahme des speeifischen Gewichts
stattfindet, dafs aber eine Aequatorial-Zone geringeren speeifischen Gewichts (von
1,0265) die Gebiete der gröfsten Werthe in beiden Hemisphären von einander
scheidet“ (s. Erläuterungen pag. 5 und die unten folgende Tabelle). Die
Gebiete des gröfsten speeifischen Gewichtes des Wassers an der Oberfläche
(1,0285) liegen im Nordatlantic, nördlich vom Wendekreis des Krebses (west
lich von Madeira und den Canarischen Inseln), und im Südatlantic, nördlich von
dem des Steinboeks (in zwei getrennten Theilen. der eine östlich von Amerika
und der andere westlich von Afrika, St. Helena einschliefsend); beide Gebiete
befinden sich in den Zonen der gröfsten Entwicklung der Passate, welche au
der Oberfläche des Meeres eine starke Verdunstung und damit eine Zunahme
des speeifischen Gewichts und des Salzgehalts hervorbringen, während die
massenhaften Niederschläge in der Kalmenzonc beide Faktoren erniedrigen.’)
Aus den an den beiden Rändern (rechts und links) der Tafel 5 für
Zonen von je 5 Grad der Breite eingetragenen Mitlelwerthen des auf 17,5°
reducirten speeifischen Gewichts und des daraus hergeleiteten procentischcn
Salzgehalts ist folgende Tabelle zusammengestellt:
jp—
Zone
Nordatlantic
Spec. Gew.
| Salzgehalt
Zone
Südatlantic
Spec, Gew.
Salzgehalt ij
N-Br
j °/o
S-Br
%
55°—50®
1,02665
3,48
Ö°- 5°
1,02715
3,55 !
1 50°—45°
1,02668
3,51
5°—10"
1,02740
3 59
1 45°—40°
1,02631
3,52
10°—15°
1,02786
3,65
40°-35°
1,02735
3,58
15°—20°
1.02818
3,69
: 35°—30°
1,02768
3,63
20° -25°
1,02787
3,65
<>
1
o
1 02759
3,61
25®—30°
1,02732
3,57
25°—20°
1 02764
3,62
30°—35°
1.02717
3,55
20°—15®
1,02727
3,57
35°—40°
1,02680
3,50
i, 15°—10°
1,02694
3,52
40°—45°
1,02670
3,49 |
10°— 5°
1,02651
3,47
45°—50°
1,02642
3,45
! 5°— 0°
1,02657 q
3.47 q
50°-55°
1,02576
3,37
q So im Original.
Nach dieser Tabelle schwankt der Salzgehalt an der Oberfläche des
Atlantischen Oceans zwischen 3,4 und 3,7 o/q; er beträgt also im Mittel dieser
Extreme 3,55%, und dieser Werth stimmt sehr gut mit den Mittelwerthen für
beide Theile des Atlantischen Oceans, nämlich mit 8,54 % Ihr den Nordatlantic
und mit 3,55 o/o für den Südatlantic.
Für die verschiedenen Breitenzonen von je 5° ist auf der Karte links
oben die Vertheilung des Salzgehalts graphisch dargestellt.
Die Tafeln 11—15 (No. 6—10 betreffend die Temperaturen des Wassers
an der Oberfläche, s. oben pag. 267) zeigen die Vertheilung der mittleren
Temperatur der Luft im Jahre und in den vier Monaten Februar, Mai,
q Vgl. „Aim. (1. Hydr. etc.‘, 1879, pag. 98 und 258.