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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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so konnten die iu verschiedenen Jahreszeiten erhaltenen Bodentemperaturen gleich 
zu Jahresmitteln vereinigt werden und waren nicht erst nach Vierteljahren oder 
gar nach Monaten zu trennen; die meisten Beobachtungen fallen auf die Sommers 
zeit — Juni, Juli, August, — nämlich (55%; die wenigsten auf den Winter 
(Dezember bis Februar), nämlieh 6,3%. In räumlicher Beziehung liegen die 
meisten Beobachtungen vor aus dem Gebiete, dessen westliche Grenze der 
Meridian von 20° West und dessen südliche Grenze der Parallel von 40° Nord 
ist; ferner aus den Gebieten von 20°— 40° N-Br und 60°—80° W-Lg und von 
40° N-Br—40° S-Br und 20°—40° W-Lg. 
Eine Vergleichung der auf dieser Tafel dargestellteu Temperaturangaben 
am Meeresboden für das ganze Jahr mit denen auf den Tafeln 3 und 6 (s. unten) 
für die Temperaturen der Wasserschicht zwischen 800—1200m und für die au 
der Oberfläche des Meeres läfst uns annähernd ein Bild für die vertikale Ver- 
theilung der Wärme in den verschiedenen Theileu des Atlantischen Oceans 
gewinnen. Sie ergiebt zunächst, dafs im relativen Sinne die Temperaturver 
hältnisse in der Tiefe und am Meeresboden sich entgegengesetzt, wie 
an der Oberfläche verhalten. Während nämlich an der Oberfläche das 
wärmere Wasser sich in der Regel an den Ostküsten der Kontinente hiubewegt 
und das kältere an den Westküsten, ist das kältere Bodenwasser an den Ost 
küsten und das wärmere an den Westküsten gelagert und angesammelt. Das 
Bodenrelief hat übrigens auf dieses allgemeine Gesetz einen nur gelingen Ein- 
flufs. ln den tieferen Theileu des Xordatlautic ändert das Bodenwasser seine 
Temperatur nur langsam, obgloich die Tiefen sich fortwährend ändern, so z. B. 
in dem Parallel von 40° Nord von 40° West weiter nach Osten zu; dagegen 
findet man auf dem Aequatorial-Rücken, etwa zwischen 20°—40° W-Lg, in wenig 
schwankenden Tiefen ganz verschiedene Temperaturen von 1,5 bis 3,5“. Ferner 
zeigt das westafrikaniseho Becken in greiseren Tiefen höhere Bodentemperaturen, 
während diese im brasilianischen Becken von 1,5° bis —0,5° herabsinken; 
überhaupt findet man in dem subtropischen Theile des Südatlantic die niedrigsten 
Bodentemperaturen in Tiefen von 4—5000m 1 ). Die höchsten finden sich am 
Meeresboden im tropischen Theile des Nordatlantie, wo unter 5° N-Br und 
30° W-Lg Temperaturen von 3° bis 3,5° gefunden werden. 
Die dritte Tafel zeigt in den Linien gleicher Temperatur des 
Moerwassers eine Schicht von 800—1200m Tiefe für das ganze Jahr, 
eia Versuch, trotz des dürftigen vorliegenden Materials die Temperaturver 
hältnisse in einer gewissen Tiefensehicht, soweit unsere jetzigen Kenntnisse 
derselben reichen, annähernd darzustcllen, um die Aufmerksamkeit der Forscher 
auf diesen für die Kenntnifs der Vertheilung der Wärme innerhalb des Oceans 
wichtigen Gegenstand zu lenken. Auf die Frühlings- und Sommermonate fallen 
80% und auf die Herbst- und Wintermonate 20% der hierzu verfügbaren 240 
Beobachtungen. Die örtliche Vertheilung über diejenigen Meerestheile des auf 
diesen Karten dargestellten Gebietes, in welchem die Beobachtungen bis zu 
Tiefen von 800—1200m hinabreichen, ist eine ziemlich gleichmäfsige. 
Aus dem Verlaufe der Temperaturkurven in der genannten Schicht 
scheint hervorzugehen, dafs die höchsten Temperaturen (zwischen 7° und 8°) 
zwischen 27°—40° N-Br in einem breiten Bande, welches nahe bei der Ost 
küste von Florida beginnt und von da bis in die Nähe der westeuropäischen 
und afrikanischen Küsten sich erweitert, anzutreffen sind. Das ähnliche Ver 
halten der Temperaturen dieser Tiefenschicht mit denen am Meeresboden und 
der Unterschied gegen die an der Oberfläche ist oben erwähnt worden. 
Für die Tafeln 6 bis 10, auf welchen die Linien gleicher Tempe 
ratur des Meerwassers an der Oberfläche für das Jahr und die 
meteorologischen Jahreszeiten dargestellt sind, lag der Seewarte ein sehr 
reiches Material vor, welches sie in umfassendster, kritischer und sachgemäfser 
Weise verwerthet hat. Dieses wurde zunächst nach Monaten geordnet, und aus 
den theils kartographischen, theils tabellarischen Darstellungen wurden die Mittel- 
werthe abgeleitet und aus diesen die monatlichen Wasser-Isothermen an der 
Oberfläche erhalten, welche in die Karte eingetragen werden konnten. 
1* 
>) Vgl. „Arm. d. Hydv. etc.“, 1879, pag. 201 ff.
	        
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