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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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die östliche, endlich der lOüste Mendian die westliche Grenze, welch letztere 
einen Theil des Stillen Oceans zwischen 15“ N-Br—65° S-Br und 75°—100° W-Lg 
in sich einschliefst. 
Die erste Tafel bringt die Tiefenkarte des Atlantischen Oceans, 
zn welcher alle bis zum Schlüsse des Jahres 1880 bekannt gewordenen zuver 
lässigen Tiefseelothungen verwendet worden sind; für die aus der neuesten Zeit 
wurden die in diesen Annalen veröffentlichten Angaben verwerthet. Die Tiefen 
kurven selbst sind in Meter-Linien ausgeführt, entsprechend dem in den Karten 
der Kaisei'lichen Admiralität seit zehn Jahren eingeführten Metermafs, welches 
durch Reichsgesetz in Deutschland allgemein eingeführt ist. 
Die Tiefenkurven sind in 8 Abstufungen getheilt nach den Grenzen der 
Durchschnittstiefon von 200, 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000 und 7000m. 
Die Tiefen bis 200m sind auf der Karte weifs, die sieben anderen Tiefenstufen 
sind durch verschiedene blaue Farbeutöne von hellblau bis dunkelblau bezeichnet. 
Man kann sich aus diesen leicht ein Bild der Tiefenvertheilung und Boden 
gestaltung des Atlantischen Oceans konstruiren.‘) 
Die 200m-Linie entspricht fast ganz der 100Fad.-Linie oder der Grenze 
der unter das Meeresniveau hcrabführenden Fortsetzung der Fcstlandsflächen 
von Europa—Afrika einerseits und von Amerika andererseits. Man erkennt 
deutlich die Bank, auf welcher einerseits die britischen Inseln sich erheben und 
die Nordsee andererseits als ein flaches Wasserbecken sich ausbreitet, ferner die 
Ausdehnung der Neufundland- und Baäama-Bänko, die Fortsetzung der Flach 
küsten rings um den Golf von Mexiko, der mittleren Theile von Central- 
Amerika und der NO- und SW-Küsten von Süd-Amerika. Mau sieht auf einen 
Blick den Unterschied zwischen den meist flachen Ostküsten von Süd-Amerika 
und der Westküste von Afrika (im Süd-Atlautic) einerseits und von Süd-Amerika 
(im Stillen Ocean) andererseits, wo die 200m-Linie ganz nahe dem Fest 
lande verläuft. Die 1000-, 2000-, 3000- und 4000m-Linieu verlaufen in der 
Nähe der Küsten meist parallel unter sich und mit den Küsten selbst; in 
gröfserer Entfernung von diesen und nahe bei dem unterseeischen, die ganze 
Mitte des Atlantischen Oceans in S-förmiger Gestalt durchsetzenden Rücken 
bilden sie theils in sich geschlossene Kurven, thoils unregelmäfsige Windungen 
und Schleifen. Ein Vergleich der 4000m-Liuie an den Ost- und Westküsten 
von Südamerika zeigt deutlich den steilen Abfall dieser und die nur allmähliche 
Abflachung jener. 
Die Gebiete mit 5000m und mehr Tiefe bilden mehr oder weniger 
scharf begrenzte und in sich abgeschlossene Einsenkuugen des Meeresbodens 
östlich und westlich von dem oben erwähnten unterseeischen Rücken, welche je 
nach der Gröfse ihrer Tiefe, nach ihrer Ausdehnung und Gestalt auf der Tafel 
mit den Ausdrücken „Tiefe“, „Kessel“, „Rinne“ oder „Becken“ bezeichnet sind. 
Die auf der sonst so schönen Petermann’schen Tiefenkarte des Stillen 
Oceans, 1877, eingeführte Benennung dieser Tiefengebiete nach Personen oder 
Schiffen ist hier mit Recht nicht adoptirt, sondern dafür die Bezeichnung dieser 
Gebiete nach den betreffenden Lokalitäten, wo sie sich befinden, gewählt und 
angewendot worden. So finden wir z. B. auf dieser Karte eine Westindische 
und Trinidad-Tiefe, einen Nordatlantischen Kessel, eine westliche und östliche 
Azoren-Rinne und ein Labrador-, Kap Verde’schcs, Brasilianisches und West- 
Afrikanisches Becken. 
Noch möge hier hervorgehobeu werden, dafs die Routen des „Challenger“ 
(1873 und 1876) und der „Gazelle“ (1874 und 1876), welche beiden Schiffe mit 
ihrem Stabe von Offizieren und Gelehrten für die Kunde der physikalischen 
Verhältnisse des Atlantischen Oceans in der neueren Zeit vorzugsweise beige 
tragen haben, in diese Tiefenkarte eingetragen sind. 
Die zweite Tafel zeigt die Linien gleicher Temperatur des Meer 
wassers am Meeresboden zumeist nach den in verschiedenen Jahrgängen 
dieser Annalen mitgethoilten Resumc's der hierauf bezüglichen Beobachtungen, 
namentlich des „Challenger“ und der „Gazelle“. Da schon in mäfsiger Tiefe 
kaum noch wahrnehmbare Temperaturschwankungon beobachtet worden sind, 
J ) Vgl. hierüber auch diese Annalen, 1879, pag. 195—199, und a. m. O. in den Jahrgängen 
1879—1882,
	        
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