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Das zeitweilig ausgelegte Feuerschiff war durch die Strömung 1 Srn nach
ONO von seiner Station vertrieben; es war sehr schadhaft und sollte unver
züglich durch das eigentliche Feuerschiff ersetzt werden.
Die Tonnen, welche östlich und westlich vom Feuerschiffe liegen sollten,
waren nicht vorhanden. Eine andere Tonne, welche beim SW-Ende der Tijoca-
Bank sollte ausgelegt werden, ist infolge eines Irrthums oder einer Nachlässig
keit von dem damit beauftragten Schiffe beim SO-Ende dieser Bank, in ca
0° 29' S-Br und 48° 0' 55" W-Lg ausgelegt.
Der Westrand der Brm/awza-Bank fällt bei Niedrigwasser, fast in der
ganzen Ausdehnung vom SW-Ende an, trocken.
Auf der Back nördlich der Insel Nova in 1° 20' S-Br hat sich eine mit
Gras bewachsene Insel gebildet, welche bei Hochwasser aus zwei Theilen besteht.
Diese Insel wurde schon im Jahre 1875 vom Führer des Schiffes „Casabianca“
gesehen. Der bewachsene Theil erstreckt sich in der Richtung Nord—Süd ca
1100 m weit, und der bei Niedrigwasser trocken fallende Theil reicht bis
1° 20'50" S-Br.
Die Insel Nova selbst hat nach Norden zu etwas zugenommen, noch mehr
aber nach Süden zu.
Zur Kennzeichnung einer Klippe an der Küste ist in 1° 23'35" S-Br und
48° 27' 17" W-Lg eine rotho Tonne ausgelegt worden. Ferner ist zur
Kennzeichnung des unterseeischen Telegraphenkabels in 1° 24' 10" S-Br und
48° 27' 20" W-Lg eine Kabelboje ausgelegt.
Das zwischen Fonte da Barra und der Stadt Belem befindliche Wrack
(s. No. 37 d. „Nachr. f. Seef.“, 1881) ist derart versunken, dafs es für die
Schiffahrt nicht mehr gefährlich erscheint, weshalb auch die dort ausgelcgt
gewesene Tonne eingezogen worden ist. 1 )
5. (D. S.) Strömung auf der Rhede Little Popo. Bucht von
Guinea. Kapt. L. Nielsen, Führer der deutschen Bark „Cardenas“, giebt in
seinem meteorologischen Journal folgende Bemerkung:
„Nach dem African Pilot, Band 1 (London 1873) soll auf der Rhede von
Little Popo an der Bucht von Guinea, mit Ausnahme der Harmatta«-Saison,
der Strom stets ostwärts setzen. Während meines Aufenthaltes daselbst im
Monat Juli 1881 lief aber bei jedem Mondwechsel eine starke Strömung nach
Westen. In der übrigen Zeit war allerdings eine östlich setzende Strömung
vorhanden, welche indessen höchstens die Geschwindigkeit von einer halbeu
Seemeile die Stunde erreichte. Dabei stand stets eine hohe See auf der Rhede,
während das Wetter im Allgemeinen gut war.“
6. (D. S.) Ueber die Wind- und Strömungsverhältnisse an der
Westküste von Mexiko berichtet Kapt. C. Vogelsang, Führer der deutschen
Bark „ Wieland“, wie folgt:
„Vom 7. März bis zum 11. Juni 1881 besuchten wir an der Westküste
von Mexiko die Häfen Mazatlan, Guaymas, la Paz, Altata und Tule. Von
unserer Ankunft an der Küste bis Mitte Mai war am Tage, von 9 Uhr Morgens
bis Sonnenuntergang, zu welch letzterer Zeit es gewöhnlich windstill wurde,
der NW-Wind vorherrschend. Um 9 Uhr Abends kam gewöhnlich die Laud-
briese von SE bis Ost durch mit Stärke 1—3, welche dann bis 4 Uhr Morgens
anhielt. Darauf herrschte bis zum Einsetzen des NW-Windes wieder Windstille.
Die Strömung war in dieser Zeit nach NW gerichtet.
Von Mitte Mai bis zu unserer am 11. Juni erfolgten Abreise war die
Windrichtung am Tage zwischen SW und West, zuweilen steif wehend. Mit
Sonnenuntergang wurde es windstill, worauf dann um 9 oder 10 Uhr Abends
die Landbriese von NE bis SE durchkam, welche bis zum nächsten Morgen
anhielt. Zur Zeit des Neu- und Vollmondes hatten wir steife Briese aus SW,
welche durch West nach NE umlief und dann abflaute.
Die Strömung lief während des letztgenannten Zeitabschnittes fortwährend
nach SW.“
7. Eisberge im Südatlantischen Ocean. Nach der „HamburgerBörsen
halle“ vom 4. März d. J. hat der Führer der deutschen Bark „Bertha“, Kapt.
J. F. Feldmann, auf der Reise aus dem Stillen Ocean von Kap Horn nach
*) S. „Nachr. f. Seef.*, 1881, No. 1314.