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2. Ankerplätze im Loug llarbour. Fortune-Bai. Süuküste von
Neu - Fundland. („Hydrographie Notice“ No. 65/967, Washington, 1881.)
Nach einem Bericht des Kommandanten des V. St. S. „Vandalia“, Kapt. ß. W.
Meade, befinden sich, entgegen der Angabe im „New Foundland Pilot“, 1878,
pag. 85, im Long Harbour eine Anzahl vorzüglicher Ankerplätze.
Bin von Fischern vielfach benutzter - , guter Ankerplatz ist bei der Insel
Woody, ir. he der Spitze Tickle. Derselbe liegt aufserhalb der starken Gezeiten
strömungen, 47* Sm von der Einfahrt in den Long Harbour entfernt, und hat
mäfsige Wassertiefe und einen gut haltbaren Grund.
An der ßinnenseitc der Insel Woody befindet sich ein schönes Bassin
für kleinere Schiffe, welche auch an der dort erbauten Ladebrücke anlegen können.
Auf der Insel Woody befindet' sich keine Niederlassung; am Strande der Spitze
Tickle stehen zwei Häuser.
Oberhalb dieser Spitze ist ein anderer guter Ankerplatz, welcher gleich
falls aufserhalb der Gezeitenströmungen liegt, eine mäfsige Wassertiefe besitzt
und gut geschützt ist. Nach Aussage der dortigen Fischer befinden sich auch
in der Witch Hasel-Bai, im Innern des Hafens, einige gute Ankerplätze.
Die „ Vandalia“ ankerte bei der Spitze Tickle, Insel Woody, auf 13 m
Wassertiefe in folgenden Peilungen: Spitze Tickle in NOzO'/rO und die Mitte
der Insel Woody in SViW.
Die Gezeitenströmungen sind hinter der Spitze Tickle ziemlich stark und
erreichen zuweilen 3 Sm in der Stunde. Bei der Insel Woody wurde die gröfstc
Schnelligkeit der Ebbe mit 1,2 Sm und die der Fluth mit 0,6 Sm in der Stunde
beobachtet.
3. Uebor die Plätze Kingstown auf St. Vincent, Port Spain auf
Trinidad und La Guayra in Venezuela hat Korv.-Kapt. Stempel, Kom
mandant S. M. S. „Luise“, 5 ) nachstehende Bemerkungen eiugesendet:
„1) Kingstown. Frischer Proviant ist in vorzüglicher Qualität an diesem
Platze stets vorhanden, dagegen eignet er sich für Seeproviantirung und Aus
rüstung sehr wenig, da bei den verschiedenen Sehiffshandlungen nur geringe und
zum Theil recht alte Reste verschiedener Proviantartikel vorgefunden wurden.
Zufällig kam Ende Dezember eine mit Proviantartikeln beladene Bark von New-
York, so dafs Thee, Salzrindfleisch, Essig, Butter, Zucker, Salz und Reis in
guter Qualität angekauft wurden. Salzschweinefleisch, Kaffee und Schmalz
mufsten als ungeeignet zurückgewiesen werden. Die übrigen Artikel, Hartbrod,
Weizenmehl und Erbsen, übernahm der Deutsche Konsular-Agent Simmons
von Barbadoes zu den Barbadoes-Preisen auf seine Kosten und Gefahr gegen
einen geringen Aufschlag zu beschaffen.
Mit Bezug auf Materialien-Ausrüstung sind nur wenige Artikel zu Kingstown
vorhanden; Reparaturen sind beim Fehlen jeglicher industriellen Etablissements
nicht ausführbar. Auch kleine Handwerker fehlen. Eine Kolonial-Bank ist am
Platze. Gangbare Münze ist die englische. 1 Lstrl. gleich 4,80 Doll. — Trink-
wasscr mufste in früherer Zeit mit 17* sh. pro 100 Gallons bezahlt werden,
kann aber seit dem 27. Dezember kostenfrei mit den Schiffsbooten aus der
städtischen Wasserleitung entnommen werden. Das Wasser ist nach Unter
suchung desselben durch den Sehiffsarzt als sehr gut befunden. — Steinkohlen
sind nicht am Orte vorräthig.
Der Hafen von Kingstown darf vom hygienischen Gesichtspunkte aus als
ein sehr guter bezeichnet werden; doch waren zwei Monate vor unserer Ankunft
in St. Vincent zwei Fälle von Gelbfieber vorgekommen, welche, von aufsen zu
gekommen, innerhalb der Quarantäne mit Tod endigten.
Nach Angabe der Aerzte und Behörden in Kingstown tritt das Gelbfieber
niemals epidemisch in St. Vincent auf, und man fühlt sich so sicher, dafs zur
Zeit unserer Ankunft den von Barbadoes kommenden Schiffen keine Quarantäne
auferlegt wurde, obgleich alle anderen Inseln sich gegen Barbadoes durch
Quarantäne-Mafsregeln schützten und thatsächlich Gelbfieber auch dort noch
herrschte.
An Land sind Malaria-Fieber recht häufig. Zum Schutze gegen dieselben
sind in den Wohnungen die Wohn- und Schlafräume durchweg eine Treppe
hoch gelegen; in vielen Häusern ist das Erdgeschofs ganz unbewohnt.
7 S. ,Ann. d. Hydr. etc. -1 , 1881, pag. 695, 698; 1882, pag. 126.
Ami. i. Hydr. etc., 1882, Heft IV.
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