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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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10. Reise des Geestemünder Vollscliiffes „Amelia“, Kapt. M. Hohorst. 
Am 8. September 1881, dem 7. Tage einer Reise von Hamburg nach 
New-York, befand sich das Vollschiff „Amelia in der Nähe von Lizard. 
Mäfsige, aus östlicher Richtung vorherrschende Winde führten es von hier aus 
ziemlich rasch nach 33° W-Lg in 47° N-Br. Nachdem man diesen Punkt über 
schritten hatte, wurden meistens westliche Winde angetroffen, bei denen in 
dessen, da sie veränderlich und nicht stürmisch waren, noch ein einigermafsen 
befriedigendes Fortschreiten nach Westen hin zu erzielen war. Am 17. Oktober 
wurde in der Bai von New-York geankert. Während der 39tägigen Reiso hatte 
man 30° W-Lg in 47,5° N-Br am 16. September, 50° W-Lg in 45,8° N-Br am 
4. Oktober, 60° W-Lg in 42,5° N-Br am 11. Oktober und 70° W-Lg in 
40,6° N-Br am 15. Oktober gekreuzt. 
Am 19. November verliefs ..Amelia 11 die Bai von New-York wieder, um 
nach Bremen zurückzukehren. Bei fast nur aus westlicher Richtung kommenden 
Winden vollendete man auch diese Reise über den Ocean, ohne dafs sich Be 
sonderes während der Reise ereignete. Es wurden an mehreren Tagen Stürme 
beobachtet, doch verdient keiner derselben eine besondere Erwähnung. Am 
10. Dezember befand „Amelia“ sich in Sicht der Züard-Feuer. Die Reise war 
in 21 Tagen vollendet worden. Während dieser Zeit hatte man 70° W-Lg in 
40° N-Br am 20. November, 60° W-Lg in 40,3° N-Br am 24. November, 
50° W-Lg in 42,5° N-Br am 28. November und 30° W-Lg in 47° N-Br am 
3. Dezember gekreuzt. 
11. Reise der Bremer Bark „Felix Mendelssohn“, Kapt. Fr. Wähmann. 
Am 6. September 1881 befand sich die auf einer Reise von Hamburg 
nach New-York begriffene Bark „Felix Mendelssohn“ in Sicht der Lizard-Feuer. 
Zwei Tage später erreichte das Vollschiff „Amelia“ diesen Gesichtskreis und 
unter nahezu gleichen Verhältnissen legten dann beide Schiffe einen Theil ihrer 
Fahrt über den Ocean zurück. Am 16. September befand sich „Felis; Mendelssohn“ 
in 46,4° N-Br und 29,1° W-Lg, während gleichzeitig „Amelia“ in 47,7° N-Br 
und 29° W-Lg stand. Nach dieser Zeit rückte die Bark aber bedeutend 
rascher nach Westen vor, und als sie am 4. Oktober nach 42° N-Br in 60° W-Lg 
gelangt war, hatte das Vollschiff erst 50° W-Lg in 45,7° N-Br erreicht. Am 
13. Oktober konnte „Felix Mendelssohn“ in der Bai von New-York den Anker 
fallen lassen. Die Dauer der Reise betrug 37 Tage. Während dieser Zeit 
hatte man 30° W-Lg in 46,4° N-Br am 16. September, 50° W-Lg in 43,5° N-Br 
am 29. September, 60° W-Lg in 42° N-Br am 4. Oktober und 70° W-Lg in 
39,8° N-Br am 12. Oktober geschnitten. 
Am 25. November 1881 verliefs „Felix Mendelssohn“ New-York wieder, 
um nach Bremen zurückzukehren. Man vollendete diese Fahrt bei meist aus 
westlicher Richtung wehenden Winden, ohne dafs sich Besonderes während der 
selben ereignete. Oestliche Winde traten zwar auch auf, doch trat stets bald 
wieder Westwind an deren Stelle. Nennenswerthe heftige Stürme wurden nicht 
angetroffen, obgleich stürmische Winde nicht selten waren. Den stärksten Wind 
beobachtete man am 17. Dezember auf den Aufsengründen des Kanals. Dieser 
aus WSW wehende Sturm erreichte dort die Stärke 10 und der Luftdruck sank 
gleichzeitig auf 743,0mm. Von diesem Sturme wurde „Felix; Mendelssohn“ zur 
Mündung des Kanals geführt. Die Reise war in 23 Tagen zurückgelegt worden. 
Während derselben hatte man 70° W-Lg in 38,7° N-Br am 26. November, 
60° W-Lg in 38,1° N-Br am 30. November, 50° W-Lg in 39,2° N-Br am 
3. Dezembor und 30° W-L in 44,8° N-Br am 11. Dezember gekreuzt. 
12. Reise der Bremer Bark „Richard“, Kap. L. Hettmeyer. 
Die auf einer Reise von Cardiff nach Hongkong begriffene Bark „Richard“ 
überschritt am 28. September 1880 den Parallel von 50° Nord. Südlich von 
demselben wurden südwestliche und südöstliche Winde angetroffeD, doch herrschten 
letztere vor, und konnte man deshalb in ganz befriedigender Weise nach Süden 
hin vorrücken. Unweit 43° N-Br drehte der Wind durch Ost nach NE und 
wehte später bis Dach 27,5° N-Br hin nur östlicher Wind. Südlich von dieser 
Breite beobachtete man an mehreren Tagen leichte westliche Mallung und
	        
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