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wieder ein frischer SE-Wind durch, der die Bark am folgenden Tage in Sicht
des Kap der guten Hoffnung führte. Wie es so oft geschieht, wenn dieses
Kap bei südöstlichem Winde passirt wird, so lief auch in diesem Falle der
Wind im Atlantischen Ocean wieder südwestlich, und bei Wind aus der letzteren
Richtung gelangte „Carl Ritter“ am 17. September in 10,8° O-Lg wieder
nördlich von 30° S-Br. Derselbe Parallel war im Indischen Ocean 17 Tage
früher verlassen worden. Während der Fahrt von der «Sw«d<i-Strafse nach der
Südspitze Afrikas hatte man 10° S-Br in 97° O-Lg am 13. August, 20° S-Br
in 77° O-Lg am 20. August und 30° S-Br in 47,4° O-Lg am 31. August, wie
90° O-Lg in 14,1° S-Br am 16. August, 60° O-Lg in 26,7° S-Br am 27. August
und 30 O-Lg in 33,3° S-Br am 9. September überschritten.
Indem der frische Wind unweit 29° S-Br und 10° O-Lg, bei einem Ba
rometerstände von 771,5mm, wieder von SW nach SE drehte, verwandelte sich
derselbe in den Passat. Derselbe trat bis nach 23° S-Br in befriedigender
Stärke auf, wohingegen er weiter nach Norden hin für längere Zeit nur in
sehr geringer Stärke beobachtet wurde. Erst als 13° S-Br überschritten
worden war, nahm seine Stärke wieder etwas zu, und gelangte man mit seiner
Hülfe bis zum 9. Oktober zu der in 21° W-Lg überschrittenen Linie. Um
dahin von 30° S-Br aus zu gelangen, waren 22 Tage erforderlich gewesen.
Während dieser Zeit hatte man 20° S-Br in 1,5° W-Lg am 24. September und
10° S-Br in 12° W-Lg am 3. Oktober geschnitten.
Der SE-Passat erstreckte sich in nördlicher Breite bis 4,7° N-Br in
24,4° W-Lg. Im Stillengürtel, dessen nördliche Grenze am 17. Oktober un
weit 9° N-ßr in 24,2° W-Lg lag, verbrachte man bei leichter südlicher und
östlicher Mallung 4 1 /» Tage, nach welcher Zeit man mit dem frisch wehenden
Passat wieder eine raschere Fahrt erzielen konnte. Der raume Passat, welcher
unweit 23° N-ßr an zwei Tagen zum ganz leisen Zuge herabgesunken war,
besafs überall sonst eine befriedigende Stärke und endete, als er das Schiff
bis zum 30. Oktober nach 34° N-Br in 33,7° W-Lg geführt hatte. Der Luft
druck erreichte in der Nähe dieses Punktes einen höchsten Stand von 771,5mm.
Das Aufhören des Passats erfolgte, indem der flaue Wind nach SE und weiter
durch Süd nach SW drehte. Aus der letzteren Richtung frischte der Wind
bald wieder auf, und vorherrschend westliche Winde führten die Bark bis zum
11. November zur Mündung des Kanals. Die Dauer der ganzen Reise betrug
125 Tage. Um von der Sunda-Strafse aus den Kanal zu erreichen, waren
91 Tage erforderlich gewesen, und von diesen waren wieder 33 Tage im Nord
atlantischen Ocean verbracht worden. 10° N-Br war in 24,8° W-Lg am
18. Oktober, 20° N-Br in 31,8° W-Lg am 22. Oktober, 30° N-Br in 34,8° W-Lg
am 28. Oktober und 40° N-Br in 28,7° W-Lg am 2. November geschnitten worden.
5. Reise der Braker Sclionerbrigg „Zeus“, Kapt. P. Cafsens.
Die auf einer Reise von Amsterdam nach Makassar begriffene Schoner
brigg „Zeus“ befand sich am 5. November 1880 in 32° N-Br und 18,3° W-Lg.
Au diesem Tage begann man an Bord des nur eine Besatzung von sieben
Mann führenden Schiffes die für die Seewarte bestimmten meteorologischen
Beobachtungen anzustellen. Man befand sich damals schon im Gebiete des
NE-Passats, und von frischem Winde begünstigt, nahm die Reise während der
nächsten Zeit einen ganz befriedigenden Verlauf. Als „Zeus“ am 16. No
vember nach 5° N-Br in 25,4° W-Lg gekommen war, hörte dort der Passat
zu wehen auf, und nachdem man bei leichter südöstlicher Mallung drei Tage
im Stillengürtel zugebracht hatte, wurde unweit 3,7° N-Br in 26,1° W-Lg der
SE-Passat wieder augetroffen. Am 21. November überschritt „Zeus“ in 29,8° W-Lg
den Aequator. Auf dem Wege dahin w r ar 30° N-Br in 19,5° W-Lg am 6. No*
vember, 20° N-Br in 25,2° W-Lg am 10. November und 10° N-Br in 25,9° W-Lg
am 14. November gekreuzt worden.
Gleich südlich von der Linie wurde „Zeus“ durch Stille und leisen süd
lichen Zug fast zwei Tage lang festgehalten. Als nach dieser Zeit der Passat
wieder durchgekommen war, herrschte er frisch und beständig, die Bark ganz
bis nach 30,5° S-Br in 23° W-Lg begleitend. Erst hier lief, bei einem Luft
druck von 768,3 mm, der Wind nordöstlich und kurze Zeit darauf durch Nord
nach West. Rundläufe des Windes um den ganzen Kompafs wurden nicht