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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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durch schwarze Tripod-Bakeu mit weifsen Fässern, Körben oder Brettern sehr 
deutlich markirt, so dafs man nur zwischen diesen Baken hindurchzufahren 
braucht. Beim Einlaufen bleiben dabei die beiden westlichsten an St. B., 
während an B. B. drei Baken zu passiren sind, bis man um die dritte Bake 
herum auf den Ankerplatz dreht. Eine vierte Bake liegt iu der Verlängerung 
der drei letztgenannten zur Bezeichnung des Endes des Fahrwassers. Beim 
Ein- und Auslaufen ist es zu empfehlen, sich näher an die westlichen Kiffe zu halten, 
da diese steil abfallen, während von den östlichen, besonders von dem östlichen 
Einfahrtsriffe, die Spitzen sich weiter in das Fahrwasser hinein erstrecken. — 
Das Landen für Boote bei der Station auf Lungur ist nur bei Hochwasser 
bequem; sonst mufs mau zu Fufs über das Strandriff'. Aus dem Pillapenchocola- 
Flusse an der Nordseite von Ponape können die Schiffsboote Wasser nehmen. 
Nach Aussage der hier wohnenden Weifsen soll das Wasser gut sein und wird 
als Belag dafür angeführt, dafs in diesem Theilc von Ponape wenigstens kein 
Fieber vorkommt. Die Fahrt nach dem Flusse ist jedoch beschwerlich und 
in der Dunkelheit geradezu bedenklich, da zahlreiche flache Riffe im Fahr 
wasser liegen. 
Der Hafen von Jamestoivn ist für den europäischen Handel insofern von 
Bedeutung, als hier die Handelsstationen von Ponape liegen. Die sehr wohl 
eingerichtete Station von Capelle & Co. liegt auf Lungur; sie ist mit einer 
Flaggenstange versehen und von See aus erkennbar. Die Station von Herns- 
heim & Co. liegt am Pillapenchocola-Flasse auf der Seite des Mont Nut. Au 
der Südseite dieses Flusses, dort, wo der westliche Nebenflufs einmündet, liegen 
die Besitzungen des bekannten Naturforschers Kubary, welcher hier seinen 
Wohnsitz hat. Westlich von dem genannten Nebenflüsse liegt auf einer Anhöhe 
die amerikanische frühere Hauptmissiousstation. Die Küste 13t an diesem ganzen 
Theile überhaupt höher, als die Karte auzeigt. 
Die Ilandelsverhältnisse sind hier ähnliche, wie auf den übrigen Südsee- 
Inseln. Kopra wird auf Ponape selbst wenig produeirt, sondern hauptsächlich 
von den PaUVi-lnseln geholt, im Uebrigen werden Perlmutter- und Schildkröten- 
schalcn in nicht sehr grofsen Mengen gegen die üblichen Tauschartikel eiu- 
gehandelt. —■ Lebensmittel sind hier, abgesehen von Bananeu und Brodfrucht, 
nur in geringen Mengen zu bekommen. Rindfleisch soll zu Zeiten von der 
Station auf Lungur und von den Missionaren zu erhalten sein; während unseres 
Aufenthalts war jedoch keines vorhanden. Schweine sind indesseu in aus 
reichender Zahl von den Händlern zu bekommen. 
Die Insel ist unter fünf Häuptlinge (Könige) getkeilt; die Eingeborenen 
sollen dem Einflüsse der Missionare gänzlich unterworfen sein. Die Bevölkerung 
gleicht der von Kusaie durchaus, und zeichnet sich zu ihrem Nachtheile durch 
Geldgier aus, eine Eigenschaft, welche wir bisher auf keiner anderen Insel 
dieser Gegendon angetroffen haben. 
Die Witterungsverhältnisse waren während unseres Aufenthalts (vom 7. 
bis 14. September) ziemlich günstige. Vorherrschend waren leichte nordöstliche 
und östliche Winde, bei schönem Wetter, welches nur zeitweise durch schnell 
vorübergehende Regenschauer gestört wurde. Nur am 14. September, gerade 
als wir in See gehen wollten, setzte eine länger andauernde frische Böe aus 
West mit dickem Regen ein und liefs erkennen, dafs unter solchen Umständen 
das Ankeraufgehen in dem engen Hafen nicht geringe Schwierigkeiten hat.“ 
17. Wetter- und Stroiuverliältnisse zwischen Ponape, Jaluit und Apia 
ira September und Oktober 1881. 
„Am 14. September verliefs S. M. Aviso „Habicht“ Ponape auf der Rück 
reise nach Jaluit-, während derselben wurden nur ganz flaue, wechselnde Winde 
angetroffen; vorherrschend wehte der Wind aus nordöstlicher und östlicher 
Richtung. Die Stromverhältnisse wurden, wie seit dem Abgänge von Yap, bis 
ungefähr 160° O-Lg, in Uebereinstimmung mit den Angaben der Stromkarte 
angetroffen. Auf diesem Meridian, jedoch etwas westlich von Kusaie, scheint 
die Ostgrenze des Aequatorial-Gegenstrornos zu liegen; von hier ab nahm der 
Strom zuerst eine nordwestliche und dann eine ziemlich nördliche Richtung an; 
das wurde auch beim Insichtkommen von Jaluit-Rhede am 19. September be
	        
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