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Full text: 65, 1937

308 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1937. 
des „Dreimassenecks“ am und südlich vom Kap Verde, entsprechend dem dort 
herrschenden Temperatur- und Druckfelde? Schematisch mögen dies die Abb. 5 
und 6 zeigen. 
In Abb. 5 ist noch einmal die Frontenlage skizziert. Die Hauptfront, der 
die Höhenströmung annähernd parallel geht, ist die zwischen Monsun und Har- 
mattan, welche sich über dem Ozean als Front zwischen Südwestmonsun (bzw. 
Südostpassat) und Nordostpassat fortsetzt. Der Luftdruck in der Höhe ist — 
wenigstens bis 6 km — nördlich der Front höher als südlich davon, weil die 
Harmattan-Luftmasse höher temperiert ist als die des Monsuns, in der die Tempe- 
ratur außerdem äquatorwärts abnimmt, 
An dieser, durch die allgemeine Zirkulation bedingten Hauptfront setzt nun 
als Nebenfront nahe dem Grünen Kap die Front zwischen Harmattan und 
Nordostpassat an — als „interpassatische“ Front, bedingt durch die Verteilung von 
Land und Meer. Würde hier die Temperaturverteilung an der Front allein die 
Druckverteilung und Luftströmung in der Höhe bestimmen, so ergäbe sich etwa 
ein dem Frontverlauf entsprechender Südsüdwestwind in der Höhe. 
Die Östliche Höhenströmung erhält also an der Nebenfront die Tendenz, 
nach Norden umzubiegen, während sie südlich der Frontabzweigung im alten 
Sinne weitergeht oder sogar in eine nordöstliche Strömung übergeht. Das heißt: 
Es kommt über dem Dreimasseneck zu einem Divergieren der Höhenwinde, 
Schematisch ist das Zustandekommen dieser Divergenz der Harmattan-Ober- 
strömung in Abb. 6 veranschaulicht, In ihr bedeuten die dünn ausgezogenen 
Linien Bodenisobaren, die gestrichelten Linien mittlere Isothermen der Schicht 
vom Boden bis zur Höhe h, die stark ausgezogenen Linien Isobaren in der 
Höhe-h, Zur Verdeutlichung sind die Isobaren von Boden und Höhe als Strö- 
mungspfeile gezeichnet. 
Da der Luftdruck in der Höhe h nur vom Bodenluftdruck und der virtu- 
allen Mitteltemperatur der Luftschicht vom Boden bis zur Höhe h als Veränder- 
lichen abhängt, ist das Höhendruckfeld in Abb, 6 durch graphische Addition der 
antsprechenden beiden Liniensysteme gebildet. Die Methode — es lassen sich 
selbstverständlich nicht eigentlich Isobaren und Isothermen addieren — entspricht 
dem Verfahren der Gewinnung von Höhenwetterkarten mittels graphischer Addi- 
tion von Isopotentialen der absoluten und relativen Topographie von Druck- 
flächen?), ist aber natürlich nur qualitativ hinsichtlich des Ergebnisses, Deshalb 
sind in Abb, 6 auch nur einfache Zahlenwerte zur Kennzeichnung des Richtungs- 
sinnes hinzugefügt. 
Die Höhenströmung (stark ausgezogene Pfeillinien) kommt, so läßt sich sagen, 
zustande durch Superposition von „thermischem Schichtwind“ (gestrichelte Linien) 
und Gradientwind unten (dünn ausgezogene Pfeillinien) die Liniensysteme dieser 
beiden sind nach den Abb, 2 und 3 (Temperaturmaxima, Isobaren) entworfen, 
Und man sieht aus der Abb, 6, daß die Harmattan-Überströmung demzufolge im 
Westen, d. h. am küstennahen Dreimasseneck, stark divergent wird, Bei dieser 
Divergenz erscheint die nördliche Umbiegung der Ostströmung wesentlich durch 
die Temperaturverteilung, die Umbiegung gegen Süden wesentlich durch die 
Bodendruckverteilung bewirkt. 
Die Divergenz der Harmattan-Öberströmung würde in der Zeit vom März 
bis Oktober nach der Luftdruck-, Massen- und Temperaturverteilung eine ziemlich 
häufige, fast-stationäre Erscheinung sein, jedoch vorzugsweise eine Erscheinung 
der heißen Nachmittagszeit mit ihrer Verschärfung der Temperaturgegensätze 
zwischen den verschiedenen Luftmassen. 
Die Angaben Huberts über die thermische Schichtung, über Höhen- 
temperaturen und Höhenwinde reichen leider zu einer quantitativen Bestimmung 
der Strömungssingularität nicht aus. Wohl aber läßt sich über die das Drei- 
masseneck hervorrufende „Nebenfront“ Harmattan-Passat sagen, daß sie bei Dakar 
und Kap Verde nur bis etwa 1 oder höchstens 2 km Höhe reicht (Hubert 
a.2.0.5.52). In dieser Höhe verläuft die Grenzfläche, die im übrigen mit einer 
Vgl. R. Scherhag, Meteorologische Zeitschr, Bd, 53 (1936), S. 1 bis 6,
	        
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