accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

204 
auch noch der der Küste zunächst gelegene Theil des nordöstlichen Feldes der 
Mittelzone vom stürmischen Wetter verschont. Als das hauptsächliche Sturm 
feld iin Jahre 1880 mufs das Gebiet nördlich von 40° N-Br und zwischen 
15° und 50° W-Lg bezeichnet werden. 
Bin Umstand, der bei der Betrachtung der Tafel 9 mit grofser Deut 
lichkeit hervortritt, ist, dafs das stürmische Wetter auf dem Ocean fast immer 
in Epochen von längerer Dauer auftrat, die durch. Reihen von sturmfreien oder 
fast sturmfreien Tagen unterbrochen wurden. Als solche ruhige Epochen zeigten 
sich z. B. die Zeiträume vom 20. bis zum 27. Januar, vom 12. bis zum 18. Ok 
tober, vom 7. bis zum 11. November, vom 12. bis zum 20. Dezember, und vor 
Allem auffällig die Zeit vom 19. bis zum 29. Februar, welch letzterer Epoche 
eine Anzahl von Tagen mit anhaltend schwerem Wetter sowohl vorherging 
als nachfolgte. 
Wie sich wohl erwarten liefs, zeigten auch in Hinsicht auf diesen Um 
stand Sommer- und Winterwetter einen grofsen Unterschied. Von den 32 Sturm 
tagen der ruhigen Zeit vom 21. April bis zum 29. September 1880 waren nur 11, 
an denen länger als zwei Tage nach einander Sturm beobachtet wurde, und in 
keinem Falle waren es mehr als vier. Dagegen hatte während der unruhigen 
Zeit an 127 von 143 Tagen das stürmische Wetter länger als wie 2 Tage Dauer. 
Es waren sogar 104, d. i. 73 %, darunter, an welchen die Unruhe in der 
Atmosphäre acht Tage oder länger ununterbrochen anhielt. 
Bei der Darlegung des epochenweisen Auftretens des stürmischen Wetters 
ist vorher nur die gesammte Mittelzone ins Auge gefafst worden. Mao könnte 
es deshalb durch den Umstand erklären, dafs die Depressionen, welche die 
stürmischen Winde hervorrufen, längere Zeit gebrauchen, um den Ocean zu 
überschreiten. Die Erscheinung zeigt sieh jedoch auch, wenn man die einzelnen 
Theile der Mittelzone gesondert betrachtet, und mufs man also annehmen, dafs 
während der stürmischen Epochen entweder mehrere Depressionen, eine Kette 
bildend, rasch auf einander folgten oder eine Depression längere Zeit an der 
selben Stelle blieb. Wie sieh aus den veröffentlichten Wetterberichten ersehen 
läfst, war das Erstem vornehmlich auf der Mitte des Oceans der Fall. Das stür 
mische Wetter hier charakterisirte sich durch häufige Schwankungen des durch 
schnittlich tiefen Barometerstandes und rasch auf einander folgende Wind 
änderungen. Die stationären Depressionen zeigten sich als die gewöhnlichen Be 
gleiter stürmischer Epochen im Osten, wo die Stürme oft längere Zeit anhaltend 
aus derselben Richtung wehten. Im Westen ging das {stürmische Wetter meistens 
rasch vorüber. Hier waren es von 57 Tagen nur 9, an welchen einmal 4, das 
andere Mal 5 Tage nach einander stürmische Winde auftrateu, während stürmische 
Epochen von 4 Tagen oder längerer Dauer auf der Mitte des Oceans 58 von 99, im 
Osten 63 von 105 Tagen ausmachten. 
Die aufsergewöhnlieh hohen Barometerstände wurden beobachtet: am 
5. Juni in 48° N - Br und 29° W-Lg zu 778 mm, am 9. Dezember in 50° N-Br 
und 9° W-Lg zu 781,5mm, am 10. Dezember in 50° N-Br und 7° W-Lg zu 
779mm und am 31. Dezember in 50° N-Br und 12° W-Lg zu 780 mm; die 
aufsergewöhnlieh tiefen: am 9. Februar in 49° N-Br und 28° W-Lg zu 725mm, 
am 12. Februar in 48° N-Br und 31° W-Lg zu 723mm, am 13. Februar in 
50° N-Br und 23° W-Lg zu 720mm, am 17. Februar in 47° N-Br und 42° W-Lg 
zu 724mm, am 16. März in 49° N-Br und 24° W-Lg zu 725mm, am 25. No 
vember in 50° N-Br und 15° W-Lg zu 719.1 mill, am 26. November in 49° N-Br 
und 32° W-Lg zu 724,4mm und am 23. Dezember iu 49° N-Br und 38° W-Lg 
zu 720 mm. 
Nordlichter wurden beobachtet am 18. März in 47° N-Br und 30° W-Lg, 
am 11. August in 48° N-Br und 26° W-Lg, am 12. August in 46° N-Br und 
40° W-Lg, am 13. August in 48° N-Br und 31° W-Lg, am 27. August in 
46° N-Br und 52° W-Lg, am 31. August in 46° N-Br und 56° W-Lg, am 
9. September in 49° N-Br und 40° W-Lg, am 23. Oktober in 49° N-Br und 
43° W-Lg und in 49° N-Br und 34° W-Lg, am 26. Oktober in 48° N-Br und 
50° W-Lg und am 1. Dezember 1880 in 45° N-Br und 54° W-Lg und in 
51° N-Br und 26° W-Lg. 
Was im Uebrigen die hervorragenden Erscheinungen des Jahres 1880 
auf der Mittelzone anbetrifft, so ist hier noch das Treibeis zu erwähnen, welches
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.