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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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theil blieb während derselben, wie im Oktober, meistens vom Unwetter ver 
schont. Auf der Mitte des Oeeans und im Osten wehten dagegen an zehn Tagen 
der Epoche orkanartige Winde. 
5. Vom 30. November bis zum 7. Dezember. Die Zeit der schweren 
Stürme war im Vergleiche zu den übrigen Epochen nicht von langer Dauer. 
Das Unwetter betraf diescsmal vornehmlich den westlichen Theil der Mittelzone. 
Ueberhaupt war hier neben dem März der Dezember die Zeit des schlechtesten 
Wetters. 
Durch vorherrschend ruhiges Wetter hebt sich in Tafel 9 die Zeit vom 
21. April bis zum 29. September 1880 hervor. Die vereinzelten Stürme dieser 
Sommerzeit waren von geringer Stärke oder doch, wenn sie mit gröfserer 
Heftigkeit auftraten, von geringer Ausdehnung und Dauer; so dor orkanartige 
Wirbelsturm in der Nacht vom 1. zum 2. Juli, südwestlich von den Azoren, 
und die Orkane vom 22. und vom 28. August, nördlich von den Bahama-Inselu. 
Die südlich von 30° N-Br, also aufserhalb der Mittelzone, beobachteten 
Stürme waren: 
Am 17. August in 15° N-Br und 20° W-Lg orkanartiger Sturm an der 
Südgrenze des Nordostpassatgebiets; am 18. August in 19° N-Br und 26° W-Lg 
orkanartiger Sturm; am 19. und 20. August Orkan in Westindien; am 29. August 
in 19° N-Br und 25° W-Lg Orkan an der Südgrenze des Nordostpassatgebiets, 
Barometer 747 mm; am 26. Oktober in 14° N-Br und 21° W-Lg orkanartiger 
Sturm an dor Südgrenze des Nordostpassatgebiets. 
Im Ganzen war die Mittelzone im Jahre 1880 an 191 Tagen sturmfrei. 
An 175 Tagen traten anhaltende Winde auf von der Stärke 9 oder mehr, und 
unter diesen waren 68 Tage, an welchen die Windstärke 11 erreicht oder 
überschritten wurde. Auf die 162 Tage der ruhigen Zeit, vom 21. April bis 
zum 29. September 1880, kommen 130 (oder 80 %) sturmfreie und 32 (oder 
20 %) stürmische Tage; darunter 4 (oder 2,5 °/o) Tage mit schweren Stürmen. 
Dagegen auf die 204 Tage der unruhigen Zeit nur 61 (oder 30 %) sturmfreie 
und 143 (oder 70 %) stürmische, von welch letzteren 64 (oder 31 % Jer 
ganzen Zeit) Tage mit schweren Stürmen waren. 
Noch deutlicher als in dor Häufigkeit der stürmischen Tage zeigte sich 
der Unterschied zwischen dem Sommer- und Winterhalbjahr in der räumlichen 
Ausdehnung des stürmischen Wetters. Unter den 47 stürmischen Tagen dor 
Monate April—September 1880 waren 39, an welchen sich das Vorkommen von 
Stürmen auf ein Feld der Mittelzone beschränkte. An acht Tagen betraf es 
zwei Felder und in keinem Falle mehr. Dagegen waren unter den 128 stür 
mischen Tagen der Monate Januar—März und Oktober—Dezember nur 36, an 
welchen auf nicht mehr als einem Felde stürmisches Wetter herrschte. An 
92 Tagen betraf das Sturmwetter zwei Felder oder mehr, an 36 Tagen drei 
Felder oder mehr, an 11 Tagen vier Felder oder mehr und an 3 Tagen (dem 
10. Februar, dem 3. und dem 5. März) gleichzeitig fünf Felder der Mittelzone. 
Hinsichtlich einer Vergleichung des stürmischen Charakters der einzelnen 
Theile der Mittelzone ergiebt sich aus Tafel J für das Jahr 1880 das Folgende. 
Der Wind erreichte die Stärke 9 oder mehr: Die Stärke 11 oder mehr: 
im Westen von 50° W-Lg an 57 Tagen, unter diesen an 16 Tagen, 
zwischen 50° und 30° W-Lg , 99 „ „ „ „ 31 „ 
im Osten von 30° W-Lg 
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Hieraus folgt, dafs das Wetter im Westen viel weniger häufig stürmisch 
war, als im Osten und auf der Mitte des Oeeans. Ein entgegengesetztes Ver- 
hältnifs zeigt sich jedoch, wenn man nur die südlich von 40° N-Br gelegene 
Zonenhälfte betrachtet. Hier erreichte der Wind 
die Stärke 9 oder mehr: die Stärke 11 oder mehr: 
im Westen an 35 Tagen, unter diesen an 13 Tagen, 
auf der Mitte des Oeeans „ 26 „ „ „ „ 8 „ 
im Osten „ 22 „ „ „ „ 1 Tag. 
Bedenkt man, dafs das stürmische Wetter fast immer in Begleitung von 
barometrischen Depressionen auftritt, so erkennt man in diesem Verhältnifs 
eine Bestätigung der Thatsache, dafs die Züge der Depressionen über den 
Nordatlantischen Ocean gewöhnlich nicht eine rein östliche, sondern eine mehr 
nordöstliche Richtung verfolgen. In vielen Fällen blieb neben dem Südostea
	        
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