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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

198 
Datum 
Ort 
Tiefe 
Temp. °C 
Bemerkungen 
Datum 
Ort 
Tiefe 
Temp. 0 C 
Bemerkungen 
1773 
N-Br 
Länge 
m 
Wass. 
Luft 
1773 
N-Br 
Länge 
m 
Wass, 
Luft 
Juni 11 
O i 
55 ? 
o • 
0 37 W 
0 
10,6 
12,8 
Nordsee bei Whitby 
Sept. 4 
O 4 
65 ? 
2 210 
0 
12,8 
19,2 
Zwischen Norwegen 
59 
9,4 
1250 
4,4 
und Island 
» 12 
60 - 
0 10 0 
0 
10,0 
10,0 
Bei Shetlands-Ins. 
Aug. ? 
80 30 
16—0 
0 
2,2 
0,0 
Im Eise 
119 
6,7 
110 
3,9 
Sept. 7 
60 14 
2 30 0 
0 
13,0 
15,6 
Zw. d. Shetlands-In. 
102 
10,0 
und Norwegen 
. ... 
. 
. il 
h) Die fünf schwedischen Polar - Expeditionen nach dem 
Spitzbergischen Meere, 1858-—1873. 
Unter den Polarforschern der letzten drei Dezennien stehen die der 
schwedischen Nation angehörenden mit in der ersten Reihe; die von ihnen aus 
geführten Expeditionen waren allerdings nicht mit so reichlichen Geldmitteln 
versehen und auf kleineren Fahrzeugen erfolgt, als es von Seiten anderer 
Nationen, namentlich der englischen und amerikanischen, der Fall war, dafür 
aber waren sie durch die Einsicht und Thatkraft ihrer Leiter Toreil und 
Nordenskiöld und durch die Fürsorge der Akademie der Wissenschaften zu 
Stockholm in wissenschaftlicher Beziehung so vorzüglich ausgerüstet, dafs die 
von diesen Expeditionen mitgebrachten und jetzt im Museum zu Stockholm auf 
bewahrten Sammlungen zu den besten gehören, die wir bis jetzt über die 
Geologie, das Thier- und Pflanzenleben des höchsten Nordens besitzen; aber 
auch in oceanographischer Hinsicht verdanken wir diesen schwedischen Polar- 
Expeditionen (namentlich den drei letzten) manche schätzenswerthe Angaben. 
Die erste schwedische arktische Expedition, vom 8. Juni bis 28. August 
1858 auf der zu Hammerfest gecharterten Yacht „Frithiof wurde ausschliefslich 
von Otto Toreil, dem bekannten Vorkämpfer der Gletschertheorie für Nord- 
und Mittel-Europa, welcher schon i. J. 1857 auf und bei Island die Gletscher 
erscheinungen und das Vorkommen der Seethiere an den Küsten sorgfältig 
untersucht hatte, auf seine eigenen Kosten ausgerüstet; seine wissenschaftlichen 
Begleiter waren A. E. v. Nordenskiöld — dessen erste Polarforschungsreise 
diese Expedition war — und Mag. A. Qvennerstedt. Die Ergebnisse dieser 
Expedition, welche bis zur Advent-Bai im Eisfjord an der Westküste von 
Spitzbergen gelangte, verschaffte uns die ersten sicheren Kenntnisse über die phy 
sische Geographie Spitzbergens und dessen Gletscher, viele werthvolle Angaben 
über die durch die Meeresfauna bestimmte Eintheilung der arktischen Region 
in verschiedene Zonen und über eine frühere weitere Ausdehnung der arktischen 
Region nach Süden hin bis zu den britischen Inseln. 1 ) 
Die zweite Expedition (1861) unter Torell’s und Nordenskiöld’s 
Leitung war auf Veranlassung der schwedischen Akademie der Wissenschaften 
und durch Unterstützung derselben, sowie des Staates, verschiedener Privaten 
und der Theilnehmer der Expediton selbst mit reichen Mitteln ausgerüstet. Die 
wissenschaftlichen Begleiter derselben waren u. A. die Physiker und Astronomen 
Chydenius undDundr und der Zoologe Malmgren. Die für diese Expedition 
gemietheten Schiffe waren der Schoner „Aeolus“ und die Schaluppe „Magdalena“. 
Die Expedition verliefs Tromsö am 9. Mai 1861 und war am 21. bei Prince 
Charles Foreland an der Westküste Spitzbergens angelängt. Widrige Wind- 
und Eisverhältnisse waren aber dem weiteren Vordringen nach Norden und 
auch den beabsichtigten wissenschaftlichen Arbeiten hinderlich. Der „Aeolus“ 
mufste mit seiner Mannschaft sechs Wochen lang in der Treurenberg- oder Sorge- 
Bai (in ca 80° N-Br) an der Nordküste von West-Spitzbergen, am westlichen 
Eingänge in die Hinlopen-Strafse, verweilen. Die „Magdalena“ begab sich an 
die Westküste, und Toreil, Chydenius und Nordenskiöld unternahmen mit 
Booten gröfsere Ausflüge und erforschten die nördliche Küste von Nordost-Land 
vom Nordkap bis zur Dove-Bai, wobei sie auch die „Sieben-Inseln“ (ca 80*/3° N-Br) 
besuchten und die kleinen Inseln Karl II und Trabant, die beiden ver 
lorenen Aufsenposten der spitzbergischen Inselgruppe nach NO hin, die von 
Treibeis umschlossen waren, sichteten. Am 12. September traten die beiden 
Schiffe die Rückkehr an und brachten die Forschungsreisenden am 23. Sep 
tember nach Tromsö zurück. 
r ) Vgl. Peterwann’s „Geogr. Mitth,*, 1861, pag. 49—67; Ergänzuugsheft No. 16, pag. 26.
	        
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