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In der folgenden Tabelle sind die Mittehverthe der Temperatur-Abweichung
von den einzelnen Monaten des Jahres 1881 und dem Jahresmittel für das
gemäfsigte Nordamerika östlich und westlich von 100° W-Lg v. Gr. und für
Centraleuropa in gleicher Weise, wie im vorigen Jahre, 1 ) zusammengestellt und
hierzu nach den gedruckten oder zum Druck vorbereiteten monatlichen Ueber-
sichten der Seewarte die entsprechenden Mittolwerthe für Schweden (Mittel
aus 8 a. und 2 p.) und Norwegen (Mittel aus 8 a., 2 p. und 8 p.) hinzugefügt.
-Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Ang, Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr
Nordamerika! - 0 ’ 1 + 1 ’ 0 + 1 ’ 4 + 0 ’ 8 + 0 - 2 ~°> 5 ~°= 2 “M “W “<>.« +1.» 0,0
Nordamerika! ~ 38 “ 1>8 “°= 5 ~ J >2 + 1 ’ 3 4 ' 0 - 1 +°’B + 1 - 0 +2,1 +1,8 +0,9 +4,1 +0,5
1 “44 -0,5 0,0 -2,0 -0,4 -0,7 +1,1 —0,6 -1,5 -3,5 +1,9 +0,8 -0,7
Schweden J —3,4 —4,9 —3,7 —3,1 +0,1 —0,7 —1,1 —1,3 —0,6 —1,9 +1,9 +3,7 —1,2
noneegen j ~ 3 > 9 _3 ’5 ~ 4 - 0 ~°’l -°> 6 ~ 10 ~ 2 >° +°>2 “2,2 +2,0 +2,3 -1,3
Die bemerkenswoi th lange Periode zu geringer Wärme, welche in Skandi
navien schon im Oktober 1880, in Centraleuropa erst mit dom Beginn des
Jahres 1881 einsetzte, dauerte, wie aus Obigem ersichtlich, mit geringen Unter
brechungen bis zum Anfang des November 1881, worauf die mindestens ebenso
merkwürdige, bis jetzt andauernde Periode anhaltend gelinder Witterung eintrat.
Im östlichen Nordamerika hingegen, wo ebenfalls mit dem November 1880
starke negative Temperaturabweichung begann, dauerte dieselbe nur bis zum
April, und hielt sich während des übrigen Jahres die Temperatur über der
Normalen.
Für die häufig berührte Frage über die Kompensation der Wärme
zwischen Amerika und Europa bieteD die sieben Jahrgänge 1875—1881 das
folgende Ergebnifs: unter den 27 Monaten, in welchen gleichzeitig sowohl über
Centraleuropa als über dem östlichen Nordamerika bedeutende (1° C. iiber-
steigendo) Temperaturanoumlicn herrschten, hatten dieselben in 9 Fällen in
beiden Ländern gleiches, in 18 Fällen entgegengesetztes Zeichen; unter den
ferneren 31 Monaten, wo nur das eine der beiden Länder eine Temperatur
anomalie von mehr als 1° C. hatte, stimmte die kleinere Anomalie des anderen
Landes in 19 Fällen mit jener im Zeichen überein, in 12 Fällen nicht; diese
58 Monate, wo die Temperatur-Abweichung in einem oder beiden Ländern be
deutend war, ergaben also in 28 Fällen Gleichheit und in 30 Fällen Gegensatz
in den Zeichen; ein ebenso unentschiedenes Resultat erhält man endlich auch,
wenn man alle Monate der sieben Jahre, ohne Rücksicht auf die Gröfse der
Abweichung, zusammenzählt (ausgenommen, wo die Abweichung 0,0 war), näm
lich 42 Mal gleiche und 39 Mal entgegengesetzte Zeichen, so dafs die Tendenz
zur Bildung einer Scheidelinie der Wärmeanomalie über dem Atlantischen Ocean
nur in den Fällen beiderseitiger bedeutender Störung in der Temperatur deut
lich ausgesprochen ist.
Kleine hydrographische Notizen. 2 )
1. (I). S.) Ueber Sherbro an der Westküste von Afrika und
die daselbst im März 1881 angetroffenen Witteruugsverhältnisse
berichtet Kapt. G. Reinecke vom deutschen Schiffe „Formica“ in seinem bei
der Seewarte eingegangenen meteorologischen Journal, wie folgt:
„Mit einem Lotsen für den SAerÄro-Flufs an Bord verliefsen wir am
Morgen des 14. Februar 1881 mit der Ebbe und bald absterbender Landbriese
die Aufsenrhede von Sierra Leone. Des Nachts, sowie bei der in den Morgen
stunden herrschenden Windstille lagen wir vor Anker und benutzten dagegen
zum Segeln die oft schon zeitig am Vormittage einsetzende Seebriese. Auf
diese Weise kamen wir am 16. Februar Nachmittags nach Bomplake (Sherbro).
*) Vgl. diese Annalen, 4881, pag. 227.
*) Die mit (D. SJ bezeichnten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.