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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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In der folgenden Tabelle sind die Mittehverthe der Temperatur-Abweichung 
von den einzelnen Monaten des Jahres 1881 und dem Jahresmittel für das 
gemäfsigte Nordamerika östlich und westlich von 100° W-Lg v. Gr. und für 
Centraleuropa in gleicher Weise, wie im vorigen Jahre, 1 ) zusammengestellt und 
hierzu nach den gedruckten oder zum Druck vorbereiteten monatlichen Ueber- 
sichten der Seewarte die entsprechenden Mittolwerthe für Schweden (Mittel 
aus 8 a. und 2 p.) und Norwegen (Mittel aus 8 a., 2 p. und 8 p.) hinzugefügt. 
-Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Ang, Sept. Okt. Nov. Dez. Jahr 
Nordamerika! - 0 ’ 1 + 1 ’ 0 + 1 ’ 4 + 0 ’ 8 + 0 - 2 ~°> 5 ~°= 2 “M “W “<>.« +1.» 0,0 
Nordamerika! ~ 38 “ 1>8 “°= 5 ~ J >2 + 1 ’ 3 4 ' 0 - 1 +°’B + 1 - 0 +2,1 +1,8 +0,9 +4,1 +0,5 
1 “44 -0,5 0,0 -2,0 -0,4 -0,7 +1,1 —0,6 -1,5 -3,5 +1,9 +0,8 -0,7 
Schweden J —3,4 —4,9 —3,7 —3,1 +0,1 —0,7 —1,1 —1,3 —0,6 —1,9 +1,9 +3,7 —1,2 
noneegen j ~ 3 > 9 _3 ’5 ~ 4 - 0 ~°’l -°> 6 ~ 10 ~ 2 >° +°>2 “2,2 +2,0 +2,3 -1,3 
Die bemerkenswoi th lange Periode zu geringer Wärme, welche in Skandi 
navien schon im Oktober 1880, in Centraleuropa erst mit dom Beginn des 
Jahres 1881 einsetzte, dauerte, wie aus Obigem ersichtlich, mit geringen Unter 
brechungen bis zum Anfang des November 1881, worauf die mindestens ebenso 
merkwürdige, bis jetzt andauernde Periode anhaltend gelinder Witterung eintrat. 
Im östlichen Nordamerika hingegen, wo ebenfalls mit dem November 1880 
starke negative Temperaturabweichung begann, dauerte dieselbe nur bis zum 
April, und hielt sich während des übrigen Jahres die Temperatur über der 
Normalen. 
Für die häufig berührte Frage über die Kompensation der Wärme 
zwischen Amerika und Europa bieteD die sieben Jahrgänge 1875—1881 das 
folgende Ergebnifs: unter den 27 Monaten, in welchen gleichzeitig sowohl über 
Centraleuropa als über dem östlichen Nordamerika bedeutende (1° C. iiber- 
steigendo) Temperaturanoumlicn herrschten, hatten dieselben in 9 Fällen in 
beiden Ländern gleiches, in 18 Fällen entgegengesetztes Zeichen; unter den 
ferneren 31 Monaten, wo nur das eine der beiden Länder eine Temperatur 
anomalie von mehr als 1° C. hatte, stimmte die kleinere Anomalie des anderen 
Landes in 19 Fällen mit jener im Zeichen überein, in 12 Fällen nicht; diese 
58 Monate, wo die Temperatur-Abweichung in einem oder beiden Ländern be 
deutend war, ergaben also in 28 Fällen Gleichheit und in 30 Fällen Gegensatz 
in den Zeichen; ein ebenso unentschiedenes Resultat erhält man endlich auch, 
wenn man alle Monate der sieben Jahre, ohne Rücksicht auf die Gröfse der 
Abweichung, zusammenzählt (ausgenommen, wo die Abweichung 0,0 war), näm 
lich 42 Mal gleiche und 39 Mal entgegengesetzte Zeichen, so dafs die Tendenz 
zur Bildung einer Scheidelinie der Wärmeanomalie über dem Atlantischen Ocean 
nur in den Fällen beiderseitiger bedeutender Störung in der Temperatur deut 
lich ausgesprochen ist. 
Kleine hydrographische Notizen. 2 ) 
1. (I). S.) Ueber Sherbro an der Westküste von Afrika und 
die daselbst im März 1881 angetroffenen Witteruugsverhältnisse 
berichtet Kapt. G. Reinecke vom deutschen Schiffe „Formica“ in seinem bei 
der Seewarte eingegangenen meteorologischen Journal, wie folgt: 
„Mit einem Lotsen für den SAerÄro-Flufs an Bord verliefsen wir am 
Morgen des 14. Februar 1881 mit der Ebbe und bald absterbender Landbriese 
die Aufsenrhede von Sierra Leone. Des Nachts, sowie bei der in den Morgen 
stunden herrschenden Windstille lagen wir vor Anker und benutzten dagegen 
zum Segeln die oft schon zeitig am Vormittage einsetzende Seebriese. Auf 
diese Weise kamen wir am 16. Februar Nachmittags nach Bomplake (Sherbro). 
*) Vgl. diese Annalen, 4881, pag. 227. 
*) Die mit (D. SJ bezeichnten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
	        
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