dieses letzteren Windes schien am 18. Dezember in der Nähe von 26,5° N-Br
und 80,3° W-Lg zu liegen. Der Barometerstand betrug dort 766,5mm. 1m
Passatgebiet, welches sich bis nach 4,4° N-Br in 25,5° W-Lg ausdehnte, wurde
mäfsiger beständiger Wiud angetroffen. Eine sehr ungünstige Gelegenheit fand
„Moltke“ im Stillengürtel; Tage lang anhaltende Windstille und leise Mallung
hielten das Schiff dort nicht weniger als sieben Tage fest. Am 3. Januar 1881
wurde in 1,6° N-Br und 27,2° W-Lg die nördliche Grenze des SE-Passats
erreicht, und am 5. Januar kreuzte „Moltke“ den Aequator in 29,3° W-Lg. Um
diesen letzteren Punkt von 50° N-Br ab zu erreichen, waren 45 Tage erforderlich
gewesen, und während dieser Zeit hatte man 40° N-Br in 22,1° W-Lg am
8. Dezember, 30° N-Br in 27,8° W-Lg am 15. Dezember, 20° N-Br in 29,1° W-Lg
am 21. Dezember und 10° N-Br in 26,2° W-Lg am 24. Dezember geschnitten.
Zur polaren Grenze des SE-Passats gelangte „Moltke“ am 15. Januar in
20,8° S-Br und 29,6° W-Lg. Bei einem Barometerstände von 763,5mm lief
hier der Wind nordöstlich, um für längere Zeit aus dieser Richtung zu wehen.
Der Luftdruck blieb dabei beim Steigen, bis derselbe in der Nähe von 28° S-Br
einen höchsten Stand von 768,6mm erreicht hatte. Nachdem der Wind später
zweimal einen Rundlauf nach links um den ganzen Kompafs ausgeführt hatte,
stieg das Barometer auf je 770,5mm und 772,5 mm. Man beobachtete den
ersteren Stand am 28. Januar in etwa 31° S-Br und 16,5° W T -Lg und den
zweiten am 5. Februar unweit 36° S-Br und 2° W-Lg. Am 7. Februar ging
„Moltke“ in 37,2° S-Br von westlicher in östliche Länge über. Man hatte bis
dahin 33 Tage in südlicher Breite zugebracht und dort 10° S-Br in 31,7° W-Lg
am 10. Januar, 20° S-Br in 30,5° W-Lg am 15. Januar und 30° S-Br in
22° W-Lg am 24. Januar geschnitten.
Beim Ablaufen der Länge berührte „Moltke“ als südlichste Broite am
17. Februar 45° Süd in 30,5° O-Lg. Längere Zeit anhaltende mäfsige SE-
Winde hatten das Schiff nach diesem Punkte gedrängt, und als wieder West
winde durchgekommen waren, suchte man einen mehrere Grade nördlicher
liegenden Parallel zum Ablaufen der Länge auf. Stürme waren nicht zu über
stehen, und am 3. März gelangte „Moltke“ in 36° S-Br zum Meridian von
80° Ost. Es waren 24 Tage verflossen, seit östliche Länge erreicht worden war.
Wenig günstig waren die auf dem Wege zum Passat angetroffenen Ver
hältnisse. Mehrere Tage herrschte dort Mallung und Windstille. Auf letztere
folgte ein leichter Nordwind und, indem dieser mehr und mehr nach rechts
drehte und auffrischte, ging endlich aus ihm der SE-Passat hervor. Man kreuzte
die polare Grenze dieses letzteren Windes am 9. März in der Nähe von 31,5° S-Br
und 84° O-Lg, bei einem Barometerstände von 771,0mm. Nachdem das Passat
gebiet dann bei dom darin herrschenden, zwar beständigen, aber nur schwachen
Winde durchsegelt worden war, verliefs das Schiff dasselbe wieder am 20. März
in etwa 9,5° S-Br und 88,7° O-Lg. Nördlich von diesem Punkte trat zunächst
an einem Tage Mallung und Windstille auf und dann der in 9.5° S-Br und
90,0° O-Lg einsetzende frische NW-Monsun. Dieser Wind führte das Schiff
bis zum 25. März zu der in 90,6° O-Lg überschrittenen Linie. Auf dem Wege
dahin hatte man 30° S-Br in 83,2° O-Lg am 10. März, 20° S-Br in 84,7° O-Lg
am 15. März und 10° S-Br in 88,6° O-Lg am 20. März geschnitten.
Gleich nördlich von der Linie hörte der Monsun zu wehen auf; es folgte
auf ihn zunächst Windstille und Mallung und dann leichter veränderlicher Ost
wind. Bei diesem, den Namen des NE-Monsuns kaum mehr verdienenden Winde
segelte „Moltke u für längere Zeit nordwärts. Als man am 8. April in die Nähe
von 12° N-Br in 89,3° O-Lg gekommen war, nahm auch dieser Wind ein Ende
und, nachdem man an einem Tage Stille und Mallung beobachtet hatte, setzte
der SW-Monsun ein, welcher das Schiff bis zum 16. April zur Mündung des
Ra^oon-Flusses führte. Die Dauer der Reise betrug 146 Tage.
Nachdem in Rangoon eine Ladung Reis eingenommen worden war, trat
das Schiff am 12. Mai die Heimreise an. Der erste Theil derselben nahm bei
dem sehr flauen, von nördlicher Strömung begleiteten SW-Monsun einen überaus
langsamen Verlauf. So waren, um von 11° nach 10° N-Br zu kommen, nicht
weniger als sechs Tage erforderlich. Man überschritt den letzteren Parallel
in 94“ O-Lg am 24. Mai und erreichte den Aequator in 94,2° O-Lg am 8. Juni.