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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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als auf der betreffenden Karte angegeben ist, andererseits erstreckt sich die 
SW-Spitze auch nicht so scharf nach West heraus. Ueberhaupt sind die 
Konturen der Landspitzen an der Südseite auf der Karte zu scharf angegeben; 
auch scheint die Westseite des Atolls einen steileren, mehr NzW-lichen Ver 
lauf zu haben. 
Nach den Angaben der deutschen Schiffsführer soll der nach der Nord 
ostspitze auslaufende Korallenstrang, auf welchem sich eine zweite Station von 
llernsheim & Co. befindet, eine sehr schöne Lagune einschliefsen, deren 
nördliche Begrenzung eine Reihe kleinerer Inseln bildet. 
Diese Gruppe selbst wird von ca 3000 Eingeborenen bewohnt, von 
welchen aber nach Anssage des bei der Trading-Station (wo sich ein Agent 
von Hernsheim & Co. und Capelle & Co. befindet) wohnenden farbigen 
Missionars nur 4 Christen sein sollen. Die Bewohner der nördlichen Inseln 
unter dem Könige Ledjurak liegen mit denen der südlichen in beständigem, 
aber — wie auf diesen Inseln überhaupt — ziemlich unblutigem und resultat 
losem Kruege, obwohl sie durchweg gute Gewehre besitzen. 
Ueberhaupt machen die Eingeborenen dieser östlichen J/ar«Äa/Mnseln 
den Eindruck, als wenn sie, wenn auch weniger kultivirt, jedoch in ihrem Wesen 
selbstständiger sind, wie auf den südlichen /\a/fcit-Inselri. Das Haus des Königs 
Laugidjirri auf einer der südlichen Inseln dieser Gruppe ist weit besser 
gebaut, wie das des Königs Kabua auf Jalv.it, und von einer dicken Stein 
mauer, welche mit Gewehr-Schiefsscharten versehen ist, eingeschlossen. 
6) Majuro (Madjuru) - Atoll. Am 12. Juli 3 h p. m. wurde nach 
Majuro weiter gesegelt und am 13. Juni in die Lagune eingetreten. Wie sich bei 
dem Passiren der SW-Spitze von Arno zeigte, liegt das Majuro-Atoll ca 5 Sm süd 
licher, als die ß. A.-K. No. 983 (Tit. XI, No. 409) angiebt; die SO-Spitze von 
Majuro peilt nämlich West von der SW-Spitze von Arno] dies wurde auch 
durch spätere Breitenbestimmungen bestätigt gefunden. 
Die Einsegelung in die Lagune fand durch die gröfsere östliche Passage 
statt, 1 ) welche sich als sehr einfach erwies; nach dem Passiren derselben wurde 
nach dem Westende der eigentlichen Insel Majuro gedampft und hier 2’/s Sm von der 
Insel in 48 m Wasser geankert. Es war anfangs beabsichtigt, an einer der näher 
unter Land angegebenen 3 Faden (5,5m) -Stellen zu ankern. Die Lotliungen 
ergaben indessen eine mittlere Tiefe von 7—8m auf diesen Stellen, jedoch stellen 
weise auch nur Tiefen von 4—5m, allerdings bei niedrigem Wasserstande. 
Das Besteck des Ankerplatzes war 7° 9,2' N-Br und 171° 4,9' O-Lg. 
Dem entsprechend würde die Nordspitze von Majuro auf 7° 10,5' N-Br und 
171° 2,2' O-Lg und die NO-Huk von Rongerong auf 7° 14,5' N-Br und 
171° 8' O-Lg liegen. 
Die Lagune innerhalb dieses Atolls ist in ihrem westlichen Theile, 
etwa bis zu der Hauptpassage, mit Korallenbänken, auf welchen sich im 
Durchschnitt etwa 4—8 m Wasser befinden mögen, derart besäet, dafs mit 
einem Schiffe, wie der „Habicht“, zwischen denselben nur mit grofsen Schwie 
rigkeiten hindurch gesteuert werden kann, und dies auch ohne Gefahr nur 
bei sehr günstiger Beleuchtung. 
Bei der Weiterfahrt des „Habicht“ nach dem Westende der Insel Majuro 
wurde der Versuch, die Korallenbänke zu zählen, wegen ihrer grofsen Zahl 
sehr bald aufgegeben. Der östliche Theil der Lagune ist indessen fast voll 
kommen klar und bietet keine Schwierigkeiten, so dafs im Falle eines ferneren 
Besuches dieses Atolls der Ankerplatz gegenüber Djarrit-1. empfohlen werden 
kann, wohingegen nur im Falle dringender Nothwendigkeit die Fahrt nach 
dem Westende von Majuro rathsam erscheint. Der ,, Habicht“ ankerte am 
13. Juni an dem Ostende der Lagune, gegenüber der Handelsstation von 
Hernsheim & Co. auf der Insel Djarrit, 600m vom Strande, in 48m Wasser- 
tiefe, in 7° 5,5' N-Br und 171° 24,5' O-Lg. Gegenüber den Ankerplätzen bei 
Majuro und bei Djarrit können die kleineren Schiffsboote soweit auf den Strand 
laufen, dafs man trockenen Fufses an Land kommen kann. 
Das Majuro-Atoll soll von ca 3000 Eingeborenen bewohnt sein, welche, 
ebenso wie die von Mille und Arno, noch fast ganz in ihren ursprünglichen Ver- 
0 S. die Skizze auf Tafel 8.
	        
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