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als auf der betreffenden Karte angegeben ist, andererseits erstreckt sich die
SW-Spitze auch nicht so scharf nach West heraus. Ueberhaupt sind die
Konturen der Landspitzen an der Südseite auf der Karte zu scharf angegeben;
auch scheint die Westseite des Atolls einen steileren, mehr NzW-lichen Ver
lauf zu haben.
Nach den Angaben der deutschen Schiffsführer soll der nach der Nord
ostspitze auslaufende Korallenstrang, auf welchem sich eine zweite Station von
llernsheim & Co. befindet, eine sehr schöne Lagune einschliefsen, deren
nördliche Begrenzung eine Reihe kleinerer Inseln bildet.
Diese Gruppe selbst wird von ca 3000 Eingeborenen bewohnt, von
welchen aber nach Anssage des bei der Trading-Station (wo sich ein Agent
von Hernsheim & Co. und Capelle & Co. befindet) wohnenden farbigen
Missionars nur 4 Christen sein sollen. Die Bewohner der nördlichen Inseln
unter dem Könige Ledjurak liegen mit denen der südlichen in beständigem,
aber — wie auf diesen Inseln überhaupt — ziemlich unblutigem und resultat
losem Kruege, obwohl sie durchweg gute Gewehre besitzen.
Ueberhaupt machen die Eingeborenen dieser östlichen J/ar«Äa/Mnseln
den Eindruck, als wenn sie, wenn auch weniger kultivirt, jedoch in ihrem Wesen
selbstständiger sind, wie auf den südlichen /\a/fcit-Inselri. Das Haus des Königs
Laugidjirri auf einer der südlichen Inseln dieser Gruppe ist weit besser
gebaut, wie das des Königs Kabua auf Jalv.it, und von einer dicken Stein
mauer, welche mit Gewehr-Schiefsscharten versehen ist, eingeschlossen.
6) Majuro (Madjuru) - Atoll. Am 12. Juli 3 h p. m. wurde nach
Majuro weiter gesegelt und am 13. Juni in die Lagune eingetreten. Wie sich bei
dem Passiren der SW-Spitze von Arno zeigte, liegt das Majuro-Atoll ca 5 Sm süd
licher, als die ß. A.-K. No. 983 (Tit. XI, No. 409) angiebt; die SO-Spitze von
Majuro peilt nämlich West von der SW-Spitze von Arno] dies wurde auch
durch spätere Breitenbestimmungen bestätigt gefunden.
Die Einsegelung in die Lagune fand durch die gröfsere östliche Passage
statt, 1 ) welche sich als sehr einfach erwies; nach dem Passiren derselben wurde
nach dem Westende der eigentlichen Insel Majuro gedampft und hier 2’/s Sm von der
Insel in 48 m Wasser geankert. Es war anfangs beabsichtigt, an einer der näher
unter Land angegebenen 3 Faden (5,5m) -Stellen zu ankern. Die Lotliungen
ergaben indessen eine mittlere Tiefe von 7—8m auf diesen Stellen, jedoch stellen
weise auch nur Tiefen von 4—5m, allerdings bei niedrigem Wasserstande.
Das Besteck des Ankerplatzes war 7° 9,2' N-Br und 171° 4,9' O-Lg.
Dem entsprechend würde die Nordspitze von Majuro auf 7° 10,5' N-Br und
171° 2,2' O-Lg und die NO-Huk von Rongerong auf 7° 14,5' N-Br und
171° 8' O-Lg liegen.
Die Lagune innerhalb dieses Atolls ist in ihrem westlichen Theile,
etwa bis zu der Hauptpassage, mit Korallenbänken, auf welchen sich im
Durchschnitt etwa 4—8 m Wasser befinden mögen, derart besäet, dafs mit
einem Schiffe, wie der „Habicht“, zwischen denselben nur mit grofsen Schwie
rigkeiten hindurch gesteuert werden kann, und dies auch ohne Gefahr nur
bei sehr günstiger Beleuchtung.
Bei der Weiterfahrt des „Habicht“ nach dem Westende der Insel Majuro
wurde der Versuch, die Korallenbänke zu zählen, wegen ihrer grofsen Zahl
sehr bald aufgegeben. Der östliche Theil der Lagune ist indessen fast voll
kommen klar und bietet keine Schwierigkeiten, so dafs im Falle eines ferneren
Besuches dieses Atolls der Ankerplatz gegenüber Djarrit-1. empfohlen werden
kann, wohingegen nur im Falle dringender Nothwendigkeit die Fahrt nach
dem Westende von Majuro rathsam erscheint. Der ,, Habicht“ ankerte am
13. Juni an dem Ostende der Lagune, gegenüber der Handelsstation von
Hernsheim & Co. auf der Insel Djarrit, 600m vom Strande, in 48m Wasser-
tiefe, in 7° 5,5' N-Br und 171° 24,5' O-Lg. Gegenüber den Ankerplätzen bei
Majuro und bei Djarrit können die kleineren Schiffsboote soweit auf den Strand
laufen, dafs man trockenen Fufses an Land kommen kann.
Das Majuro-Atoll soll von ca 3000 Eingeborenen bewohnt sein, welche,
ebenso wie die von Mille und Arno, noch fast ganz in ihren ursprünglichen Ver-
0 S. die Skizze auf Tafel 8.