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gegebene westliche Strom wurde nicht gefunden, ähnlich den Erfahrungen, welche
S. M. SS. „Undine“ i. J. 1875 ’) und B Medusa“ 1879/80*) gemacht haben.
Erst am 26. November, auf 0° 30' 8-Br und 40° 22' W-Lg, begann der
westliche Strom mit 0,3 Sm Geschwindigkeit bemerkbar zu werden und nahm
dann rasch an Stärke zu, so dafs am 28. und 29. November ein Strom rw S 84° W
bezw. N 61° W mit einer Geschwindigkeit von 2,5 Sm die Stunde festgestellt
wurde. Am 30. November und 1. Dezember (zwischen 5°—7° N-Br und
49°—51° W-Lg) nahm der Strom wieder ab, und zwar bis zu 0,9 Sm Geschwindig
keit, setzte dagegen am 2. Dezember (in ca 7° N-Br und 53° W-Lg) wieder
mit 2,5 Sm p. h. rw N 52° W ein. Bei Annäherung an das Land nahm der
Strom bedeutend ab, so dafs vom 3. zum 4. Dezember nur eine Geschwindigkeit
von 0,3 Sm rw N 63° W gefunden wurde. Yon Kap St. Roque an wurde eine
schwere Dünung vou Nord, später von NE, empfunden.“
5. Ueber die Ausegelung von Sha-lui-tien-1. 3 ) und die Strom
verhältnisse im Golf von Pechili berichtet der Kommandant S. M. Kbt.
„Iltis“, Kapt.-Lieut. Klausa, Nachstehendes:
„Beim Ansteneru von Sha-lui-tien-1. ist grofse Vorsicht geboten, da die
Lothangen wegen der gleicbmäfsigen Tiefen keinen Anhalt geben, und auch
über Stromverhältnisse in den Segelanweisungen nichts Bestimmtes angeführt ist.
Während das Schiff im Golf von Pechili auf 39° 0' N-Br und 119° 9'
O-Lg (am 2. und 3. Tage des Mondes) zu Anker lag, wurden folgende Strom
bestimmungen gemacht.“
Wenn auf TaAw-Barre Hochwasser ist, lief kein Strom.
1
Stunde nach Hochwasser
auf 7üA-«-Barre
setzt
der Strom
NNE
(mw) 0,3 p. h
2
n n w
33
33
33
r>
33
NEzE
» 0,7 „
3
33 33 n
33
33
33
>3
33
ENE
* 1,4 „
4
3? 33 33
33
33
33
33
33
ENE
„ 0,9 „
5
33 » 33
33
33
33
31
33
EzN
» 0,7 „
bei Niedrigwasser
33
»
33
33
33
EzS
„ 0,0 „
5
Stunden vor Hochwasser
lief keine Strömung.
4
»33 33
auf
TrtÄM-Barre
setzt der
Strom
WzS
(mw) 0,4 p. h
3
33 33 33
33
53
33
33
33
WNW
„ 0,5 „
2
33 33 33
33
33
33
>3
33
NW
„ 0,7 „
1
33 33 33
3)
33
33
53
33
NWzW _ 0,6 „
6. Wetteranzeichen in dem Golf von Biscaya. („Hydrogr. Nachr.“
No. 2, Pola 1882.) Langjährige Erfahrungen an den Küsten des Golfs von
Biscaya haben zu der Schlufsfolgerung geführt, dafs in dem Golfe schönes
Wetter anzutreffen sei, wenn in Biarritz und Valentia (Irland) gleichzeitig hohe
Barometerstände sind. Diesen Erfahrungssatz fand der Kommandant der öster
reichisch-ungarischen Fregatte „FasanaLinienschiffs-Kapitän Alfons Ritter
von Henriquez, während einer dreitägigen Fahrt durch den Golf von Biscaya
bestätigt, nachdem das Schiff auf der Heimreise von England aus wegen
stürmischen Wetters in Brest hatte verbleiben müssen.
7. Ueber die Ursachen der Verflachung des Peiho - Flusses
an seiner Mündung. Die in Tientsin erscheinende Zeitschrift „The Northern
Post“ enthält in ihrer Nummer vom 5. Dezember 1881 einen Artikel, in welchem
zunächst mitgetheilt wird, dafs in neuerer Zeit viele Kommandanten der ver
schied eueu zwischen Tientsin und Shanghai fahrenden Dampfer über die jetzige
schnelle Verflachung des Peiho, besonders in den zwei Armen desselben unter
halb der Niederlassung, geklagt haben; einige von ihnen geben für diese
Verflachung und für das Anwachsen der Landspitzen in den „Tientsin“- und
„Everlasting“-Krümmungen folgende Ursachen an.
Im Laufe des Jahres wurden mehrere neue Wasserstrafsen und Be
wässerungs-Kanäle angelegt, welche dem Peiho und seinen Zuflüssen au ver
schiedenen Stellen ihres Laufes bedeutende Wassermengen zu ihrer eigenen
Ausfüllung entziehen. Hierdurch wird das Wasservolumen im Flusse und die
Stärke der Strömung in demselben verringert; die durch verschiedene Ab-
*) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1875, pag. 97.
*) S. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1880, pag 33.
S) S. „The China Sea Directory“, Yol. III (1874), pag. 529.
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