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bäum ist. Hierauf steuere man auf das „Pedestal“ zu, die anderen Landmarken
in der früheren gegenseitigen Lage haltend, wodurch man frei von allen Untiefen
an der Südseite des Fahrwassers bleibt.
Einsegelnde Schiffe müssen sich so lange in genügendem Abstande aufser-
halb der Barre halten, bis die Landmarken in die richtige Peilung gebracht
sind, da die Tiefen gegen die Barre hin rasch abnehmen; auch darf man unter
keiner Bedingung ohne Lotsen von dem Ankerplatz vor dem „Pedestal“ strom
aufwärts gehen, da zwischen diesem und der Stadt Inhambane zahlreiche Sand
bänke liegen.
3. Ansegelung des Hafens von Honolulu. Sandwich-Inseln. 1 )
(„Hydrographie Notice“ No. 41, London 1881.) Nach den Berichten des Navi-
gating-Lieutenant G. E. G. Jackson und des Lieutenant E. J. Fleet von
I. Br. M. S. „Gannet“, 1880, hat man bei der An- und Einsegelung nach Honolulu,
wie folgt, zu verfahren.
Um in den Hafen eiuzusegeln, mufs man den Leuchtthurm auf dem West
riff in Linie mit dem in der Nähe des Zollamtes befindlichen Leuchtthurm, in
NzOV’-iO bringen. Diese Richtung führt über die Barre bei 6,4m Tiefe bei
Niedrigwasser. Der obigen Deckpeilung mufs mau folgen, bis das Schiff sich
3 bis 2 Kblg von dem Riff-Leuchtthurm befindet, dann ändere man den Kurs
um ungefähr einen Strich nach Osten, so dafs man von dem Ende des Riffes,
auf welchem der Leuchtthurm steht, frei bleibt; von hier steuere man nach dem
Ankerplatz bei der Stadt.
Das Fahrwasser ist an der St. B.-Seite durch eino Spierentonne und fünf
rothe Tonnen und an der B. B.-Seite durch Pricken, welche an der Kante des
Riffes stehen, gekennzeichnet.
Lieut. Fleet von I. Br. M. S. „Gannet“, 1880, bestätigt, dafs längsseit
der Kohlenbrücke die Schiffe in der Nähe des Südendes ungefähr 7,3m Wasser
an der Aufsenseite 8,2m und dicht an der Brücke 5,5 m finden. Dampfer mit
6,7 m Tiefgang können sicher längsseit der Brücke gehen. Der Hafenmeister
kommt beim Riff-Leuchtthurm an Bord der einsegelnden Schiffe.
Die Pacific Mail Company’s Dampfer, welche zwischen San Francisco
und Australien fahren, laufen in jedem Monat einmal Honolulu an.
Welsh-Kohlen sind für ll 1 /'-’ Dollars per t zu haben.
(Die Peilungen sind mifsweisend; die Mifsweisung beträgt 8° 50'Ost 1881).
4. Ueber die Wind- und Stromverhältnisse zwischen Bahia und
Georgetown, November und Dezember 1881, berichtet der Kommandant
S. M. S. „Luise“, Korv.-Kapt. Stempel, Nachstehendes.
„Vom 11. bis 13. November (zwischen 14°—13 l /i.>° S-Br und 377*°—36 3 /4°
W-Lg) wurde wider Erwarten, da weder Wandkarten noch Segelanweisungen dies
vermutheu liefsen, Windstille angetroffeu. Am 14. November, auf 13 73° S-Br
und 36 72° W-Lg, ging der Wind mit Regen in einer Stärke von 6—7 auf NE,
wurde später, am 16. November, auf ca 15° S-Br und 32‘/2° W-Lg etwas
östlicher und wehte am 17. aus Ost mit Stärke 1—3; am 19. November (Mittags
besteck: Nov. 19, 12° 5,2' S-Br, 32° 38,3' W T -Lg; Nov. 20, 10° 4,2' S-Br,
32° 31,2' W r -Lg) ging der Wind nach ESE mit Stärke 3—6 und später bis zum
23. November in ca 5° S-Br nach SE, 5—7. Vom 26. bis 29. November, vom
Aequator bis ca 4° N-Br, zwischen 40° und 47° W-Lg, ging der SE-Passat
langsam bis auf E und EzN herum und flaute bis zur Stärke 1—3 ab. In der
Nacht vom 29. zum 30. November, auf 4° 20' N-Br und 47° 30' W r -Lg, setzte
mit einer Regeuböe der NE-Passat in Stärke 3—4 ein und wehte, in der Rich
tung E bis NE wechselnd, mit Stärke 3—5 bis zum Eintreffen des Schiffes bei
dem /lemmrra-Feuerschiff am 4. Dezember.“
„Der Strom setzte während der Reise von Bahia bis Georgetown in der
Nähe des Landes von Bahia bis zu 377s 0 W-Lg in 137a° S-Br nach NNW mit
geringer Stärke. Von 37° W-Lg nach Osten zu wurde aber schon SW-Strom
gefunden, mit zunehmender Stärke von 0,3 bis 1,3 Sm per Stunde. Der zwischen
Roccas und dem Festlande in der Segelanweisung, 2 ) sowie auf den Karten an
*) S. Findlays „North Pac. Dir.* (1870), pag. 849; Ann. <1. Hydr. etc.“, 1875, pag. 280’
1877, pag. 600; 1878, pag. 200.
s ) 8. Findlay’s »South Atl. Dir.“, 1875, pag. 117.