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5. Die zu grofse Regenmenge
innerhalb des 30. und 40. Breiten
grades und des 77. und 100. Längen
grades. Im unteren Missouri - Thal
betrug dieselbe das 1'/*fache der
Normalen. Die zu geringe Regen
menge in Florida, den mittleren
atlantischen Staaten und New-England.
Auch an der Pacifischon Küste er
reichte die Regenmenge die Normale
nicht.
5. Die im nördlichen Central
europa theihvcise normale, sonst aber
auffallend geringe Regenmenge; in
Siiddeutschland erreichte letztere nur
Vs der Normalen.
Kleine hydrographische Notizen. 1 )
1. Zusätze zu der Boschreibung der Insel Jerbali (Djorbah).*)
Golf von Kabes. Tunis. („Notice hydrographique“ No. 40 und 45, Paris 1881.)
Aus den Berichten der Kommandanten der französischen Kanonenboote „Léopard“,
„Chacal“ und „Gladiateur“, Linienschiffs-Lieutenants Mallarmé, Ilennique
und S. de Kersabiec sind nachstehende Zusätze zu der Beschreibung der
Insel Jerbah entnommen.
Zoug (Houmt Soug). Das Anlegen am Landungsplätze von Zorn/ ist
bequemer, als in Sfax; bei Springfluth können während fünf Stunden die gröfsten
Boote anlcgen. Die Brandung ist ebenfalls geringer, als in Sfaæ. Kanonenboote
können sich dem Landungsplätze bis auf 2 Sm Abstand nähern, doch bleiben
sie während zweier Stunden bei Niedrigwasser auf dem Grunde sitzen.
Ankerplatz von Aghir (Ajir). In einem Abstande von 1,6 bis 2,2 Kblg
(300—400m) vom Strande beträgt die Wassertiefe 2,5m; von da nimmt sic
seewärts sehr regelmäfsig zu, und zwar auf je 300 m Abstand um lm. Der Grund
ist ganz eben und besteht aus feinem Sande, weiter seewärts findet man stellen
weise Algen.
Boote laufen bei Niedrigwasser ca 40m vom Lande auf den Grund; bei
Hochwasser können sie dicht am Ufer anlegen.
Das Fort ist ein kleines, vierseitiges, halbverfallenes Bauwerk, das mit
vier, von aufsen sichtbaren Kanonen versehen ist. Eine Batterie mit zwei Ka
nonen verlängert das Fort nach Süden hin.
Ein Haus, ein Marabut und eine alte Kirche hinter dem Fort sind nebst
diesem die einzigen vom Ankerplätze aus sichtbaren Bauwerke. Am Ufer stehen
die Bäume sehr weitläufig, mehr landeinwärts scheinen sie dichter zu stehen.
Zwischen den Peilungen NW und NWViW können sich Schiffe von
dem Tiefgang einer Panzerkorvotte dem Lande am meiston nähern. Grofse
Schiffe müssen das Fort in die Peilung NW/2W bringen und in dieser auf das
selbe zu steuern, bis sie eine passende Tiefo zum Ankern finden.
Die Fluthköhe beträgt ca 0,6 m; sie ist unregelmäfsig und geringer als
in Zoug.
Fort Kastine. Der „Léopard“ ankerte ungefähr 1,5 Sm CO/sS von diesem
Fort. In dom zum Fort führenden Fahrwasser sind gröfsere Tiefen, als auf den
Karten angegeben sind. Die Bänke zu beiden Seiten des Fahrwassers sind
ganz gut zu erkennen. Ein kleines Kanonenboot kann sich dem Fort vielleicht
bis zu einem Abstand von ca l /s Kblg nähern, da im Fahrwasser niemals weniger
als 2,5m Wasser bei halber Fluth gefunden wurde. Die Hafenzeit ist 3 h ; die
Fluthhöhe scheint sehr gering zu sein, auf keinen Fall beträgt sie mehr, als
0,4 bis 0,5m.
Bordj Bab. Die Gig des „Leopard“ kam in dem nach Bordj Bab
führenden Fahrwasser mehrmals auf den Grund, obwohl die Karten nicht weniger
als 1,4m Tiefe angeben.
>) Die mit (ü. S.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
V Vgl. „Mediterranean Pilot“, Part I, 1873, pag. 285.