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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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Aufsentonne augelaugt, steuere man sofort Nz07*H auf die nächste, aufserhalb 
der Barre liegende kleine, schwarz und weife gestreifte Tonne und weiter über 
die Barre auf demselben Kurse nach der innerhalb dieser gelegenen, gleichfalls 
schwarz und weifs gestreiften Tonne. Unter 18 Fnfs (5,4in) tief gehende Schiffe 
können eben westlich von diesen beiden Tonnen passiren; tiofer gehende aber 
sollten eben östlich von ihnen bleiben, um eine Stelle mit nur 5,1m Wassertiefe 
zu vermeiden. Nach dem Passireu der Tonne an der inneren Kante der Barre 
ist der Kurs direkt auf Ballastpoint zu, je nach der herrschenden Strömung 
entweder NWzN oder NzW'/sW. Der gerade Kurs ist NNW'/kW. Ballastpoint 
passire man in 100—150m Abstand; die Wassertiefc ist bis dicht an die Land 
spitze eine genügende. Wenn man seinen Kurs bis zur Bake No. 3 beibehält, 
wird man die Untiefe eben nördlich vou Ballastpoint iu nicht weniger als 7,2m 
Tiefe passiren. Von hier ab halte man die Mitte des Fahrwassers, welches 
durch die Baken No. 4—7 bezeichnet ist. Vor dem Winde und mit der Flutli 
einkommend, sollte man zeitig — bei der Bake No. 3 — die Segel kürzen, da 
wegen der Enge des Fahrwassers sich ein gröfseres Schiff nicht gut aufbringen 
läfst, sondern genöthigt ist, in der Fahrt den Anker fallen zu lassen. 
Zur Zeit unserer Anwesenheit in San Diego waren vier Lotsen vorhanden. 
Dieselben halten sich gewöhnlich in Fahrzeugen mit Kutter-Takelung unweit 
Sta. Clemente oder zwischen dieser Insel und dem Festlande auf. Die Kutter 
sind weifs oder schwarz angestrichen und führen eine Nummer im Grofssegel. 
Es ist immer eiu Kutter mit zwei Lotsen an Bord draufsen. Auch halten die 
Lotsen Ausguck vom Leuchtthurm. Das Lotsengeld ist, ebenso wie überall in 
Californien, hoch uud beträgt einkommend sowie ausgehend 5 Doll, für den 
Fufs Tiefgang oder 4 Cts. für die Reg.-Tonne der Schiffsgröfse. Im Besitz 
einer guten Karte kann man übrigens ganz gut ohne einen Lotsen ein- oder 
aussegeln. Wenn übrigens ein Lotse seine Dienste angeboten hat, so ist immer, 
auch wenn die Dienste abgelehnt worden sind, die Hälfte des Lotsengeldes zu 
entrichten. Die beste Zeit zum Emsegeln ist zwischen 10 Uhr Vormittags und 
4 Uhr Nachmittags. Gewöhnlich tritt gegen 10 Uhr Vormittags westlicher 
Wind ein. Sollte ©s zur Zeit aber gerade Ebbe sein, so warte man lieber 
draufsen bis zum Eintritt der Fluth, weil letztere, im Fall dafs der Wind 
schralen sollte, das Passiren von Ballastpoint sehr erleichtert. Es sind zur Zeit 
zwei, der Eisenbahngesellschaft gehörende Schleppdampfer vorhanden. Die 
Kosten für Schleppen sind aber sehr hoch, aufserdem liegt hier die Gefahr 
nahe, dafs der Dampfer während des Schleppens durch einen Schaden an seiner 
Maschine oder Schraube unfähig wird, wodurch dem Schiffe wenigstens ein Zeit 
verlust erwächst. Ein anderer im Ban begriffener Schlepper, Hem nur noch die 
Maschine fehlt, wird in kurzer Zeit fertig gestellt sein. 
Schiffe mit Ladung (Stückgütern oder Steinkohlen) für San Diego ankern 
in der Nähe der ersten beiden dort vorhandenen Brücken, solche aber, welche 
Ladung für die Eisenbahngesellschaft bringen, müssen nach der 5 Sm weiter 
die Bai hinauf gelegenen National City, um daselbst zu löschen. Diese Stadt 
bildet den Endpunkt der jetzt im Bau begriffenen Pacific-Atlantic-Eisonbahn. 
Es sind hier gute Brücken (Piers) vorhanden, an welchen die Leichter ver 
mittelst Dampfkrähnen ihre Ladungen löschen. Leider ist die Anzahl der vor 
handenen fünf Leichter bis jetzt noch zu klein, um eine schnelle Entlöschung 
des Schiffes bewerkstelligen zu können. 
Von den beiden in Neu San Diego vorhandenen Brücken dient die eine 
lediglich für Dampfer. Sie reicht bis in die Mitte der Fahrrinne uud hat an 
ihrem Endo 7,2m Wassertiefe. An Stelle der anderen, kleinen, unweit Bake 
No. 7 war früher eine ebenfalls weit in die Bai hinein reichende Brücke vor 
handen, welche aber nach siebenjährigem Bestehen von Bohnvürmern zerstört 
war. Unlängst hat man den Bau einer neuen Brücke in Angriff genommen, an 
derem bis jetzt fertigen Theile indefs nur kleine Küstenfahrer liegen können. 
Später, wenn die Brücke erst die Länge der alLen erreicht haben wird, wird 
sie von Schiffen mit 4,8m Tiefgang benutzt werden können. Jetzt ankern die 
Schiffe, wie schon angedeutet, in der Nähe der Brücken, etwa 8 /<—1 Sm östlich 
der Bake No. 7, in 14,5—18 m Tiefe. Das Laden und Löschen geschieht ver 
mittelst Leichter von 35—65 Tonnen Tragfähigkeit. Da aber von diesen hier 
nur drei vorräthig sind, so nimmt die Arbeit, wenn viele Schiffe im Hafen
	        
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