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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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Beschreibung des Trinidad-Kanals. Patagonien. Westküste von 
Süd-Amerika. 
(,Hydrographie Notice“ No. 6. London 1881.) 
Aus den Berichten der Kapitäne der britischen Marino Sir G. Narps 
und Maclear, sowie des Navigating-Lieut. Petley von I. Br. M. Vermessungs 
schiff „Alert1879/80, ist nachstehende Beschreibung des Trinidad-Kanals 
zusammengestellt.') Die dabei vorkommenden Peilungen sind mifsweiseud; die 
Mifsweisung betrug 21° 30' Ost im Jahre 1881. 
1. Allgemeine Bemerkungen. 
Das meist stürmische Wetter und der hohe Seegang bei der westlichen 
Einfahrt der A/öpe//««-Strafse machen ein Aussegeln in den Stillen Ocean auf 
dieser Route zeitweise schwierig, selbst für Schiffe mit grofser Dampfkraft. Die 
Zustände dos Wetters und der Sec sind dagegen in dem Trinidad-K&n&X und 
an dessen Mündung in den Stillen Ocean, 160 Sm nördlich der A/agreWan-Strafse, 
im Allgemeinen weniger unruhig. Der TVwbdad-Knnal bietet daher für die Fahrt 
der nach dem Stillen Ocean bestimmten Schiffe eine günstige Route, wenn diejenige 
durch den westlichen Ausgang der Magellan-Strafse nicht mit Vortheil benutzt 
werden kann. Dieser Kanal ist auch ein ausgezeichnetes Fahrwasser, um aus 
den Kanälen an der Küste von Patagonien direkt nach dem Stillen Ocean zu 
gelangen und die durch die Englüh Narrows und deu A/e«sier-Kanal veranlagte 
Verzögerung der Fahrt zu vermeiden. 
Der Trinidad-Kanal ist vom östlichen Ende des Caffin-Pass bis Primero Pt., 
dem Südende der Halbinsel Corso, 38 Sm lang, dabei ganz frei von Untiefen, 
und hat tiefes Wasser; längs seiner Südseite (Nordküste der Aladre-In.) sind viele 
Hügel vorhanden, während die Nordseite (Südküste von Wellington-}.) durch 
niedriges Land und Gruppen von Inseln eharakteiisirt wird. 
Wie in der AJagellan-Stratse hei Kap Pillar, so ist auch in der westlichen 
Einfahrt des Trinidad-Kanals das Wasser flach, nur 31 bis 73m tief, und es 
steht daselbst oft, selbst bei gutem Wetter, eine kurze hohe See. Weiter nach 
lauen zu ist das Wasser tiefer, und im Allgemeinen gelaugt die Dünung nicht 
weiter, als bis zum Kap Candclaria. 
Im Trinidad-Kanal seihst ist tiefes Wasser (im Durchschnitt 55 bis 73m); 
doch zieht sich zwischeu Arragon-1. und der Halbinsel Corso ein flacherer 
Rücken hin, auf welchem 8 Sm westlich der Seal Roch die geringste Wassertiefe 
zu 31 tu gefunden wurde; an der Westseite dieses Rückens nimmt die Wasser 
tiefe bis auf 73m zu. 
Obgleich dieses Fahrwasser als sicher anzuempfchleu ist, um nach See 
iu deu Stillen Ocean zu steuern, sollte man doch in der Dunkelheit oder bei 
unsichtigem Wetter von See aus nicht in den Kanal einsegeln, sobald das hoho 
Land von Corso an der einen Seite, und die Tkree Peaks und Easter Peaks an 
der anderen Seite, nicht zu erkennen sind, weil viele Untiefen und Klippen bei 
der Halbinsel Car so sich nach See zu erstrecken, und zuweilen die See 4 Sm 
weit von Land brandet; bei unsichtigem Wetter würde sich ein Schiff schon 
innerhalb dieser Untiefen befinden, bevor das Land zu seheu wäre. Bei schönem 
Wetter dagegen, wenn die Berge zu erkennen sind, ist keine Gefahr für das 
Einsegeln vorhanden. 
An der Südseite des Kanals schneiden viele, meistens tiefe Fjorde in das 
Land ein, auch befinden sich au derselben zwei gute Ankerplätze, Puerto del 
Morro und Port Henry. Port Rosario ist nur klein und unbedeutend. 
Die Nordküstc ist niedrig und bewaldet, jedoch 1 bis 2 Sm landeinwärts 
erheben sich hohe Hügel. Die nördlicher gelegenen Hügelketten sind mit Schnee 
bedeckt. Die Ankerplätze sind Port Charrua, KatMeen im Brassey-Pass und 
A /ert-Hafen westlich des Ptcion-Kanals, 
Die Südküste ist charakterisirt durch zerklüftete Kalkfelsen und Hügel 
von grauer Farbe, die beim ersten Anblick wie mit Schnee bedeckt erscheinen. 
!) Eine vorläufige Notiz über diese Vermessungsarbeiten der ,.4/tri“ nach einem Bericht des 
Hydrographen der britischen Marine, Kapt. F. J. O. Evans, s. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1880, pag. 386.
	        
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