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;iniger Sicherheit zu befahren. Besonders nord wärts von der Insel Sado ist
las Fahren mit Sevelschiffen geradezu gefährlich, da dort keine Schutzhäfen
vorhanden sind. Die Dampfer der Mitzu-Bishi-Gesellschaft besuchen in der
Winterzeit Nügata nur mit grofser Vorsicht. Sie behalten stets Dampf auf,
Kette klar zum Schlippen, um bei aufkommendem schlechtem Wetter sofort in
Lee der Insel Sado laufen zu können. Hier werden oft die Ladungen gelöscht
ınd bei geeignetem Wetter auf kleinen Fahrzeugen nach Nügata hinübergeschafft.
[m Sommer hingegen ist die Navigirung vollkommen sicher und, wenn die
eidigen Nebel nicht wären, sogar angenehm. Von Kap Sima aufwärts bis Kap
Tatsumi kann man unter Land gehen und wird dort fast allenthalben einen
sicheren Ankerplatz finden; an diesem Theil der Küste sind keine verborgenen
Untiefen vorhanden.
Sind daher Schiffe im Winter nordwärts bestimmt, so sollten sie sich
hach Passiren der Korca-Strafse unter der Küste dieser Halbinsel halten, im
Sommer aber unter der von Nipon. Die Schiffahrt am südlichen Theil der
Westküste von Nipon und an der Westküste von Kiusiw ist weniger gefährlich,
da hier das Wetter milder ist und auch event. Schutzhäfen vorhanden sind.
Teifune.
Nachstehende Notizen haben nicht den Zweck, theoretische oder wissen-
schaftliche Fragen über das Wesen dieser Wirbelstürme zu berühren, sondern
os soll nur dargestellt werden, in welcher Weise sie sich an den Küsten Japans
äufsern, und sollen nur Rathschläge gegeben werden, wie sie langjährige Erfahrung
und Praxis gelehrt haben.') — Die Teifune kommen von Juni bis Ende Oktober
vor. Letztgenannter Monat und September sind in dieser Beziehung die
schlimmsten des Jahres. "Teifune, welche im frühen Theil der Jahreszeit vor-
kommen, suchen vorzugsweise den südlichen Theil Japans, die in später Jahres-
zeit die nördlichen Gegenden dieses Landes heim.
Ist auch die Vorherbestimmung des Eintretens dieser Wirbelstürme eben
30 problematisch, wie die des Wetters an den Küsten Japans (s. oben), so wird
oin aufmerksamer Beobachter jedoch selten von einem Teifun überrascht werden.
Die Beschaffenheit der Atmosphäre ist vor einem Teifun eine solche, dafs sie
Verdacht erwecken mul. Gewöhnlich sind die Tage vor einem Teifun drückend,
vegnerisch, der Wind böig, Das Barometer steht ziemlich hoch, erregt aber
Verdacht durch die für die Jahreszeit ungewöhnlich starken Schwankungen.
Der Wind ist ganz unbeständig und weht innerhalb 24 Stunden aus allen Rich-
sungen. Dann setzt sich derselbe im südöstlichen Quadranten fest, weht in
mäfsiger Stärke und wechselt häufig seine Richtung. Dann fängt das Barometer
an zu fallen, während gleichzeitig das Wetter dick und regnerisch wird. Zuletzt
zeht der Wind auf E und ESE, das Wetter wird dicker, das Barometer fällt
vedeutend unter den Normalstand, und der Wind nimmt an Stärke zu. Dies
zind die Hauptanzeichen an der ganzen Küste für die Annäherung eines Teifuns,
soweit Wetter und Barometer dieselben geben können; sie sind selbstverständlich
nicht untrüglich, aber jedenfalls zuverlässiger, als alle anderen,
Die vorher laufende Dünung giebt kein sehr zuverlässiges Prognostikon,
and wenn diese wirklich als Warner auftritt, so bleibt dem Gewarnten in der
Regel nur noch sehr kurze Zeit zur Vorbereitung. Auch die Temperatur giebt
kein zuverlässiges Kriterium, denn wenngleich einem Teifun oft eine aufser-
zewöhnlich grofse, die normale weit übersteigende Hitze vorausgeht, so tritt
diese aber auch ebenso oft auf, ohne dafs ihr ein Teifun folgt. Jedoch ist in
Verbindung mit den zuerst angeführten Warnungszeichen eine ungewöhnliche
and unerklärliche Erregung der See, sowie eine ungewöhnlich große Hitze nicht
aufser Acht zu lassen. Unter allen Umständen sollten Schiffe, wenn Wetter
and Barometer sich, wie oben erwähnt, verhalten, den Hafen nicht eher verlassen,
als bis die Frage entschieden ist. Schiffe, welche sich auf See befinden, sollten
unter diesen Verhältnissen entweder sofort einen sicheren Ankerplatz aufsuchen,
oder ohne Weiteres genügenden Seeraum zu gewinnen suchen.
) Ueber die Teifune in dem chinesischen Meere und deren allgemeine Verhältnisse vergl.
‚Ann. d. Hvdr. ete.“, 1876, pag. 288.—9291.