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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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nimmt an Stärke zu, so dafs er schon aus südwestlicher Richtung als Sturm 
weht, während der Himmel gleichzeitig durch Schneemassen gänzlich verdeckt 
ist. Bisweilen weht nun der Wind einige Zeit aus letztgenannter Richtung, 
man mufs aber jeden Augenblick gewärtig sein, dafs derselbe in einer schweren 
Böe plötzlich auf NW überspringt. Der Wind ist dann in seiner Richtung sehr 
unbeständig, und wechseln schwere Böen aus NW und SW mit einander ab. 
Während der ganzen Zeit schwankt das Barometer mit den Böen hin und her, 
die See ist hoch aufgewühlt und bricht sich an der Küste bereits auf 9—10m 
Wassertiefe, Solche Stürme dauern 24—48 Stunden an, bisweilen sogar noch 
länger; wenn sie ausgetobt haben, geht der Wind mit der Sonne über Nord 
nach Osten, das Barometer steigt schnell, und man kann auf 24—36 Stunden 
guten Wetters rechnen. Geht der Wind jedoch wieder zurück, so ist besonders 
schweres Wetter in Aussicht, 
Gegen April wird das Wetter besser, der Mai bringt viele Ostwinde mit 
Regen. Der Sommer ist sehr nafs, und soll hier viel mehr Regen fallen, als 
an der Ostküste, Es sind dann südliche und südwestliche Winde vorherrschend, 
begleitet von schönem Wetter. Die Winde sind aber sehr unbeständig und 
wechseln fortwährend, mit der Sonne sich drehend; nach schönen heifsen 
Tagen wehen sie gewöhnlich während der Nacht als Landbriese vom Lande ab, 
Frische SW- und südsüdwestliche Winde kommen auch vor, nehmen 
aber sehr selten eine sturmartige Stärke an. Auch nördliche, nordöstliche und 
östliche Winde mit böigem und regnerischem Wetter kommen vor und hindern 
oft auf mehrere Tage den Verkehr mit dem Lande. DLetztgenannte Winde 
kommen meistens am Anfang und am Ende der Sommerzeit vor. 
Teifune sind am nördlichen Theil der Westküste äufserst selten. Oft 
vergehen 2—3 Jahre, ohne dafs ein solcher geweht hat. Man kann sie jedoch 
auch hier erwarten. Der gewöhnliche Kurs derselben liegt zwischen N und 
NNW, das Centrum geht bisweilen über Land, bisweilen auf einige Entfernung 
von demselben. Im Allgemeinen sollen die Teifune hier weniger gefährlich, wie 
an der Ost- und SW-Küste sein. 
Südlieh von Sado-I. ist das Wetter weniger stürmisch, wie überhaupt die 
Küste Nıpons südlich von Sado-I. und die von Kivsiw ein milderes Klima haben. 
Nebel sind an diesen Küsten im Sommer (von Mai ab) ebenfalls häufig, und 
nehmen dieselben an Häufigkeit und Dichtigkeit mit Annäherung an die Zsugar- 
Strafse zu; sie sind aber nie so andauernd, wie an der Ostküste, 
Der Schneefall ist im Winter bisweilen ungeheuer, besonders an der 
Küste zwischen Fushikz und der Tsugar-Strafse. Die Berge sind hier bis Ende 
April mit Schnee bedeckt. Der Schneefall beginnt im November. 
2. Die Küste von Kiusiu. Die Westküste von Kiwsiw zeichnet sich 
durch regnerisches Weiter und veränderliche Winde während des ganzen Jahres 
unvortheilhaft aus. Während der Wintermonate herrschen nordwestliche und 
westliche Winde vor, welche oft mit grofser Heftigkeit wehen und von Schnee, 
Hagel und Regen begleitet sind, wobei gleichzeitig eine rauhe unangenehme See 
aufgewühlt wird. Starker SE-Wind mit vielem Regen und fallendem Barometer 
ist der Vorbote eines Weststurmes mit klarem Wetter. Auch Schneestürme 
kommen hier gelegentlich vor, sie sind aber selten und bei Weitem nicht so 
heftig, wie im Norden. 
Im Sommer sind östliche und südöstliche Winde mit regnerischem dickem 
Wetter vorherrschend. Juni und Juli bringen häufig Nebel, welcher aber von 
viel geringerer Dauer und Dichtigkeit, wie die auf höherer Breite an der Küste 
Nipons sind. 
Während der Monate September, Oktober und des ersten Theiles vom 
November wehen bisweilen südöstliche und südwestliche Stürme, welche von 
heftigen Regengüssen begleitet sind. Besonders heftig wehen dieselben in der 
Nähe von Ikutski-I. und Hirado, in welcher Gegend bei schlechtem Wetter es 
immer am schlimmsten ist. Nach Neujahr wird das Wetter kalt und winterlich, 
und man kann dann bei fallendem Barometer nördliche Schneestürme erwarten. 
Teifune kommen von Juni bis Mitte Oktober vor. 
Aus Obigem geht hervor, dafs die Westküste im Winter Leeküste ist, 
und dafs die Heftigkeit der fast fortwährend herrschenden NW- und West- 
Stürme nur kräftigen Dampfern gestattet, zu dieser Jahreszeit diese Küste mit
	        
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