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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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hier diekes Wetter, Schnee und Regen. Dabei steigt das Barometer bis anf 
ca 772mm; fällt dann dasselbe wieder, so nimmt der Wind eine nördliche 
Richtung an, der Himmel klart auf, und es folgt dann gewöhnlich ein west- 
nordwestlicher Wind mit Schneefall und sehr kaltem Wetter, 
Schneestürme sind an diesem Theil der Küste sehr häufig und für die 
Navigirung fast ebenso lästig, wie im Sommer die dicken Nebel, nur dafs 
erstere nicht so ununterbrochen und andauernd sind. 
Die Kälte ist in Yezo, aber auch schon im nördlichen Theile Nipons, 
während des Winters sehr strenge, worauf bei Ausrüstung der Schiffe für diese 
Gegenden besonders Rücksicht zu nehmen ist. 
Gegen Ende März lassen die Westwinde an Stärke und Häufigkeit nach. 
Im April und Mai ist gutes Wetter mit leichten veränderlichen Winden vor- 
herrschend. Dann schmilzt der Schnee auf den Bergen, und es beginnt die 
Jahreszeit der fast beständigen Nebel. ; 
Während der Sommermonate sind die Witterungsverhältnisse an der 
Ostküste vollkommen andere. In der Tsugar-Strale steigt die Wassertemperatur 
bisweilen in einem Monat von 7° bis 15,6° C. Zu dieser Zeit beginnen die dicken 
Nebel, welche sich südlich bis nach Kap Kingkasan erstrecken. Die südlicheren 
Theile der Küste werden allerdings auch gelegentlich von diesen Nebeln heim- 
gesucht, sie sind dort aber weniger häufig, weniger dick und von kürzerer 
Dauer, wie im Norden. Juni, Juli und August sind vorzugsweise die Nebel- 
monate an der ganzen Küste; die Strecke von 40° Breite nordwärts ist aber 
der wahre Sitz derselben, 
Die Winde wehen während der Sommermonate vorzugsweise zwischen 
Süd und Ost; geht der Wind auf letztgenannten Strich, so ist das Wetter ge- 
wöhnlich regnerisch. Im September und Oktober ist das Wetter ziemlich 
unbeständig, jedoch herrschen südöstliche Winde vor. 
Ein charakteristisches Unterscheidungsmerkmal zwischen Winterwetter und 
Sommerwetter ist das, dafs im Winter. die Winde sich gewöhnlich gegen die 
Sonne, im Sommer aber mit der Sonne drehen, Im Sommer ist ferner der 
Barometerstand stetiger als im Winter. 
Segelanweisung für die Route von Yokohama nach Hakodate. 
Abgesehen von der strengen Kälte, ist der Winter die günstigste Jahreszeit für 
diese Route, denn der Wind ist fast immer ablandig, und infolge dessen die 
See unter der Küste vollkommen ruhig. Nur bei NE-Stürmen, welche nicht 
selten zur Zeit des Voll- und Neumondes, und dann mit grofser Heftigkeit ein- 
setzen, steht eine schwere See auf die Küste. In diesem Falle können nur 
starke Dampfer, und auch diese nur mit grofsem Kohlenaufwand, an Vorwärts- 
kommen denken. In solchem Falle ist es rathsam, Kap Kingkasan anzusteuern, 
woselbst man einen sicheren und bequemen Ankerplatz findet, und dort zu 
warten, bis Wind und See sich gelegt haben. 
Nach Verlassen des Feuers von No-sima sollten Dampfer Kap Kamatsu 
auf 3—4 Sm Entfernung passiren, worauf der Kurs so zu nehmen ist, dafs 
Inaboye saki auf eine Entfernung von 5—6 Sm umsteuert wird. Bei westlichen 
Winden wird man den Strom zu seinen Gunsten haben, Weht der Wind aus 
einer anderen Richtung, so findet man oft gar keinen Strom vor. Von Inaboye 
saki ist ein nördlicher Kurs zu steuern und Kap 7oyoma auf 2—3 Sm zu 
passiren. Auf dieser Strecke wird man den Strom, bisweilen sogar in einer 
Stärke von 1 Sm per Stunde,‘ mit haben. In der Höhe von Kap Toyoma ist 
die Wirkung des Kuro-stwo wenig bemerkbar; man trifft dort viele Strom- 
kabbelungen an. Das Meereswasser hat hier noch die Temperatur des Kuro- 
siwo beibehalten, weiter nach Norden hin nimmt diese dann aber allmählich ab, 
bis bei Kap Kingkasan das Wasser oft ebenso kalt, bisweilen sogar kälter ist, 
als in der Zsugar-Strafse Selget- 
Von Kap Toyoma ab kann ein Dampfer das Land verlassen und direkt 
Kurs auf Kap Kingkasan nehmen, wobei die Segel oft von gutem Nutzen sein 
werden, da bei westlichem Winde fast immer eine frische Briese aus der Sendai- 
Bucht heraus steht. Ein Segelschiff jedoch mufs sich länger unter Land halten, 
und wenn es nach Osi-no-hama in der Sendaz-Bucht bestimmt ist, so dicht wie 
möglich unter Land pressen, da genannter Hafen mit B. B.-Halsen angesteuert 
werden mulßs,
	        
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