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hinabreicht, und dafs von 36m (20 Faden) abwärts bis zu einer Tiefe von
503 m (275 Faden) eine eiskalte Wasserschicht von ca — 1,7° sich befindet,
das specifische Gewicht des Oberflächenwassers betrug 1,0241. Nahe bei den
Cary-Inseln wurde ein südwärts setzender Strom bemerkt. Bis Port Foulke
hielt sich die Wasser-Temperatur über 1,1°.
Am 29. Juli segelten die Schiffe von Port Foulke aus in den Eingang
des Smith-Sundes, den Smith-Kanal, ein, und sofort nach Verlassen der östlichen
Küste fiel die Wasser-Temperatur auf 53° (das Mittagsbesteck war 78° 29’ N-Br
und 74° 45' W-Lg), und bei Kap Isabella bis auf —0,6°, Bei dieser Durchkreu-
zung des Smith-Kanals wurde eine südlich setzende, von dem Gezeitenstrom
unabhängige Strömung bemerkt.
Bei Kap Sabine und im Payer- Hafen (an der Westseite des Smiüth-
Sundes) war die Temperatur mitten im Eise zwischen — 0,6° und — 1,7°;
das specifische Gewicht betrug zwischen 1,02420 und 1,02445. Im Hayes-Sund
wurde am 6. August eine Reihentemperatur-Messung genommen (s. Tab. 2 No. 8)
and dabei zwischen der Oberfläche und 37 m (20 Faden) — 0,8° und in 104 m
(57 Faden) — 1,7° gefunden, das specifische Gewicht des Oberflächenwassers
gank in diesem Sunde bis 1,02239, hob sich aber wieder bis zu dem früheren
Stande von 1,0242, als die offene See wieder erreicht wurde.
Noch weniger dichtes bezw. salzhaltiges Wasser, als im Hayes-Sund, wurde
August 7 und 8 in der Prinzess-Marie- und Franklin-Pierce-Bucht, nämlich 1,019
bezw. 1,003 (unkorrigirt) angetroffen, letzteres in der Nähe eines festen Eis-
feldes; diese selbe Eigenschaft zeigte das Wasser längs der Küste von Grinnell-
Land (August 13—15), zwischen der Walrofßs-Untiefe (79° 24' N-Br und 74° 30’
W-Lg) und der Dobbin- Bucht (ca 79'/2° N-Br und 73° W-Lg) und erst nach-
dem das Kap Lowis Napoleon (79° 40' N-Br und 72° W-Lg) am 15. August
dublirt war, wurde in einem ca 1 Sm breiten Streifen ein salzhaltigeres Wasser
angetroffen mit dem specifischen Gewicht von 1,02850 bis 1,02375. Die Tem-
peratur des Wassers schwankte auf der Strecke zwischen dem Hayes-Sund und
Kap Lowis Napoleon zwischen — 0,6° und — 1,7°. .
Ueber die jenseits des Paralleles von 80° N-Br in dem Kennedy-Kanal
und weiter nördlich in dem Hall-Becken und im Robinson-Kanal, auf der Ausreise
im August 1875 und auf der Heimreise im August 1876 in umgekehrter Reihen-
folge dieser Meerestheile, sowie über die in F/oeberg-Beach und in der Discovery-
Bucht, in den Winterquartieren der „Alert“ und „Discovery“ gewonnenen Beob-
schtungs - Ergebnisse der Temperaturen und des specifischen Gewichtes des
Wassers giebt die unten folgende Tabelle I eine übersichtliche, nach der g00-
graphischen Breite angeordnete Zusammenstellung.
Die am 23. August 1876 bei Kap Fraser, in 79° 45‘ N-Br und 71° 20°
W-Lg gewonnene Reihentemperaturen-Messung (s. Tab. II. No. 19) zeigt, dafs
unterhalb einer Tiefe von 55m (30 Fad.) die Temperatur des Wassers von
—1,6° bis —1,6° steigt, das specifische Gewicht an der Oberfläche von
1,02430 und in einer Tiefe von 128 m (70 Fad.) 1,02547, ein entschiedenes An-
zeichen von atlantischem Wasser. Dies wurde noch bestätigt durch die
Messung am 1. September 1876 bei der Dobbin - Bucht in 79° 34‘ N-Br und
73° 15° W-Lg (s. Tab. Il. No. 15), bei welcher in einer Tiefe von 210m
(115 Fad.) eine Temperatur von — 0,7° -und ein specifisches Gewicht gleich
1,02567 gefunden wurde. Am 4. September, bei dem Eingange in die Allman-
Bucht (79° 29' N-Br), stieg die Temperatur des Wassers plötzlich auf 0° bei
einem specifischen Gewicht von nur 1,00217. Diese geringe Dichte des Wassers
war wahrscheinlich eine Folge des Wasserabflusses des John "Evans-Gletscher.
Die zwischen 79° bis 72° N-Br gewonnenen Beobachtungsergebnisse sind
gleichfalls in der unten folgenden "Tabelle I zusammengestellt.
Am 22, September (Mittagsbesteck: 71° 58‘ N-Br, 60° 19‘ W-Lg) 85 Sm
von der Westküste Grönlands entfernt, wurde die Westkante des Eises gesichtet,
bei welcher die Tefperatur von 1,1° bei Kap Shackleton, 20—40 Sm von der
Küste, bis —0,7° fiel, aber schon am folgenden Tage (Mittagsbesteck: 71°
12‘ N-Br, 57° 37‘ W-Lg), 50 Sm von der Halbinsel Svarten Huk entfernt,
traten die Schiffe in die warme, die Grönländische Küste umfassende Strömung
en in welcher die Wassertemperatur bis 2,2° und weiter südlich bei Godihavn bis
1 S stieg. ;