accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

592 
gegengesetzt mit der Vertheilung der Temperatur in dem adriatischen Meere 
s. sub 1). 
\ 6. In der Richtung der Axe der Adria, NW-—SO, zeigt sich eine 
Zunahme an Salzgehalt ebenfalls von NW nach SO. 
7. Im adriatischen Meere findet man unter der westlichen Küste das 
wärmere und leichtere, im sieilisch-ionischen Meere dagegen das kältere und 
schwerere Wasser. 
8, Die Vertheilung des Salzgehaltes am Grunde zeigte während der 
Expedition der „Hertha“ einige eigenthümliche Erscheinungen, so z. B. auf den 
Stationen No. 3 und 10 (s. Tab.) und im Gebiete nördlich von Lissa, wo am 
Grunde der niedrige Salzgehalt von 3,77 und 3,76 %% angetroffen wurde und in 
20m Tiefe 3,81 und 3,80 °/o, also ein entschiedener Rückgang des Salzgehaltes 
von höher gelegenen Wasserschichten bis zum Boden. In einer Entfernung von 
nur 25 Sm von Stat. 3 wurde dagegen im Jahre 1875 auf der Höhe von Sansego 
am Grunde der hohe Salzgehalt von 3,85 %9 gefunden. 
In dem Becken von Lissa wurden am Boden Salzgehalte von 3,81 bis 
3,84 %/o gefunden; erst auf Stat. 40 bei Kap St. Maria di Leuca, im Gebiete der 
italischen Küstengewässer, findet sich ebenfalls, wie bei Stat. 3 und 10, ein 
auffallend niedriger Salzgehalt, nicht nur am Grunde, sondern auch in allen 
darüber liegenden Schichten, ohne Rücksprung von der Oberfläche bis zur Tiefe, 
9. Mit Berücksichtigung der sub 4 und 8 dargestellten Ergebnisse kann 
man das bei den früheren Untersuchungen in der Adria (s. „Ann. d. Hydr. ete:“ 
1879, pag. 321) nachgewiesene Grundquellengebiet als ein weit aus- 
gedehnteres betrachten, nicht nur in einem grofsen Theile des Hochseeareals 
zwischen Sansego und Lissa, sondern auch an der sicilischen Küste, besonders 
südlich von Catania, wo die Erscheinung des Aufsteigens von Sülswasserquellen 
vom Moeresboden aus sich deutlich ausprägt. 
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats September 1881 
in Nordamerika und Centraleuropa, 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington 
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung 
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats 
September 1881 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber. 
Nordamerika, 
1. Die mäfsige Anzahl barometri- 
scher Minima, welche meistens die 
nördlichen Gebietstheile in west—öst- 
licher Richtung durchzogen. Sehr 
anomal war die Bahn eines Minimums, 
welches, von Texas kommend, zuerst 
nordwärts zur Seeregion, dann west- 
wärts nach Dakota und von hier aus 
naordnordwestwärts fortschritt. 
Die geringe Zahl meist wenig 
entwickelter barometriseher Maxima. 
2. Der zu niedrige mittlere Luft- 
druck auf dem ganzen Gebiete; nur an 
einigen Stationen an der atlantischen 
Küste lag derselbe über der Normalen. 
Am meisten unter der Normalen war 
der Luftdruck im oberen Mississippi- 
and Missouri-Thal und an der süd- 
lichen pacifischen Küste. 
Centraleuropa. 
1. Die grofse Häufigkeit meist 
flacher barometrischer Depressionen 
im westlichen und südlichen Europa 
und das fast gänzliche Fehlen der- 
selben über Nordeuropa. 
Das lange Verweilen barometri- 
scher Maxima namentlich im Norden 
und Osten Europas. 
2, Der hieraus folgende sehr hohe 
mittlere Luftdruck im nördlichen 
Centraleuropa, während derselbe im 
südlichen etwa um 1mm hinter der 
Normalen zurückblieb. Die normalen 
Schwankungen des Barometers., 
Das entschiedene Vorherrschen 
nordöstlicher bis zgüdlicher Winde im
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.