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gegengesetzt mit der Vertheilung der Temperatur in dem adriatischen Meere
s. sub 1).
\ 6. In der Richtung der Axe der Adria, NW-—SO, zeigt sich eine
Zunahme an Salzgehalt ebenfalls von NW nach SO.
7. Im adriatischen Meere findet man unter der westlichen Küste das
wärmere und leichtere, im sieilisch-ionischen Meere dagegen das kältere und
schwerere Wasser.
8, Die Vertheilung des Salzgehaltes am Grunde zeigte während der
Expedition der „Hertha“ einige eigenthümliche Erscheinungen, so z. B. auf den
Stationen No. 3 und 10 (s. Tab.) und im Gebiete nördlich von Lissa, wo am
Grunde der niedrige Salzgehalt von 3,77 und 3,76 %% angetroffen wurde und in
20m Tiefe 3,81 und 3,80 °/o, also ein entschiedener Rückgang des Salzgehaltes
von höher gelegenen Wasserschichten bis zum Boden. In einer Entfernung von
nur 25 Sm von Stat. 3 wurde dagegen im Jahre 1875 auf der Höhe von Sansego
am Grunde der hohe Salzgehalt von 3,85 %9 gefunden.
In dem Becken von Lissa wurden am Boden Salzgehalte von 3,81 bis
3,84 %/o gefunden; erst auf Stat. 40 bei Kap St. Maria di Leuca, im Gebiete der
italischen Küstengewässer, findet sich ebenfalls, wie bei Stat. 3 und 10, ein
auffallend niedriger Salzgehalt, nicht nur am Grunde, sondern auch in allen
darüber liegenden Schichten, ohne Rücksprung von der Oberfläche bis zur Tiefe,
9. Mit Berücksichtigung der sub 4 und 8 dargestellten Ergebnisse kann
man das bei den früheren Untersuchungen in der Adria (s. „Ann. d. Hydr. ete:“
1879, pag. 321) nachgewiesene Grundquellengebiet als ein weit aus-
gedehnteres betrachten, nicht nur in einem grofsen Theile des Hochseeareals
zwischen Sansego und Lissa, sondern auch an der sicilischen Küste, besonders
südlich von Catania, wo die Erscheinung des Aufsteigens von Sülswasserquellen
vom Moeresboden aus sich deutlich ausprägt.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats September 1881
in Nordamerika und Centraleuropa,
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
September 1881 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Nordamerika,
1. Die mäfsige Anzahl barometri-
scher Minima, welche meistens die
nördlichen Gebietstheile in west—öst-
licher Richtung durchzogen. Sehr
anomal war die Bahn eines Minimums,
welches, von Texas kommend, zuerst
nordwärts zur Seeregion, dann west-
wärts nach Dakota und von hier aus
naordnordwestwärts fortschritt.
Die geringe Zahl meist wenig
entwickelter barometriseher Maxima.
2. Der zu niedrige mittlere Luft-
druck auf dem ganzen Gebiete; nur an
einigen Stationen an der atlantischen
Küste lag derselbe über der Normalen.
Am meisten unter der Normalen war
der Luftdruck im oberen Mississippi-
and Missouri-Thal und an der süd-
lichen pacifischen Küste.
Centraleuropa.
1. Die grofse Häufigkeit meist
flacher barometrischer Depressionen
im westlichen und südlichen Europa
und das fast gänzliche Fehlen der-
selben über Nordeuropa.
Das lange Verweilen barometri-
scher Maxima namentlich im Norden
und Osten Europas.
2, Der hieraus folgende sehr hohe
mittlere Luftdruck im nördlichen
Centraleuropa, während derselbe im
südlichen etwa um 1mm hinter der
Normalen zurückblieb. Die normalen
Schwankungen des Barometers.,
Das entschiedene Vorherrschen
nordöstlicher bis zgüdlicher Winde im