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einem tocan Hadji (Araber), welcher in früherer Zeit auf dieser Insel ermordet
sein soll. Ferner bezeichnet Boelian KEisenholz, welches auf dieser Insel
wächst, und Tempoeling wird die Lanze oder Pike benannt, mit welcher
sich die Einwohner auf Bülliton bewaffnen. Man sagt, dafs auf Tempoeling-I.
die Leiche eines Seeräubers gefunden worden ist, in dessen Brust eine Lanze
(tempoeling) steckte. Wahrscheinlich wachsen auf Meraijah viele Schling-
pflanzen, da dieses Wort auf Billiton soviel als schlängeln, kriechen bedeutet.
Auch diese Inseln befinden sich auf Korallenriffen, welche in nordwest—süd-
östlicher Richtung sich weit nach See zu erstrecken, so dals es nicht rathsam
ist, von Süden her diesen Inseln sich mehr als auf 1 Sm Abstand zu nähern.
Pesemoet-I. darf man sich von Osten nicht mehr als auf 6 Sm Abstand nähern,
um von dem Catharinen-Riff frei zu bleiben, auf welchem vor einigen Jahren
das englische Schiff „Catharine“, Kapt. Evans, aufgelaufen war. Dieses Riff
erstreckt sich in der Richtung NNW—SSO ungefähr 400m, in der Richtung
Ost—West ca 300m; die auf ihm gefundene geringste Wassertiefe betrug 1,8m;
es liegt 4/2 Sm S80°O von Pesemoet-I. entfernt, ist steil abfallend und
von 15 bis 29m Wasser umgeben, so dafs es nicht angelothet werden kann;
dabei ist es höchst selten an Brandung oder entfärbtem Wasser zu erkennen,
Zwischen diesem Riff und PFesemoet-I. und ca 2 Sm von letzterer Insel entfernt
liegt ein grofses Korallenriff, von welchem eine Sandstelle und einzelne Klippen
über Wasser sichtbar sind.
Zwischen den Inseln der östlichen Gruppe und den zuerst beschriebenen
der westlichen Gruppe befinden sich hinter einander vereinzelte Korallenriffe,
trocken fallende Sandbänke, und Klippen. Alle diese Untiefen sind steil abfallend
and deshalb nicht anzulothen, zwischen ihnen sind oft grofe Wassertiefen,
44m und darüber. Die ganze Formation des Meeresbodens zwischen den
Momprang-In. und rund um dieselben macht den Eindruck, als wäre hier am
Meeresboden die Formation der Oberfläche der Insel Billiton wiederholt. Die
steil aus der Tiefe aufsteigenden Inseln, Riffe und Klippen gleichen den über
die niedrige Ebene der Insel Billiton zerstreuten, gleichfalls steil ansteigenden
Bergen,
Segelanweisung. Aus der vorstehenden Beschreibung der Inselgruppe
ist deutlich zu ersehen, dafs im Allgemeinen ein Passiren zwischen diesen Riffen
und Inseln als höchst gefährlich für die Schiffahrt zu bezeichnen ist. Das beste
Fahrwasser, welches ohne Betonnung von Dampfern zu benutzen ist, führt für
die von Norden kommenden Dampfer zwischen den Inseln Maranaz und Telagapat
hindurch. Dasselbe hat die Richtung NW—SO und eine Breite von ca 4 Sm.
Die von Süden kommenden Dampfer müssen mit einem NWzW-Kurse in der
Mitte zwischen diesen beiden Inseln hindurchsteuern, bis Maranai-I. Süd peilt;
von hier ist nördlicher zu steuern, jedoch mufs man von dem 8 Sm westlich
von Telagapat-I. liegenden Korallenriff, sowie von dem westlich von Nangka-I.
liegenden Corcyra-Riff gut frei zu bleiben suchen. Dampfer können auch noch
mit einem südlichen Kurs östlich der drei Inseln Sekoempoel, Njamoek und
Telagapat längs steuern. Dieses Fahrwasser ist aber kaum 2 Sm breit, und
da man wenigstens 1 Sm von den Inseln abbleiben mufs, so mufs man suchen,
mit Südkurs frei von den östlich von diesen Inseln liegenden Riffen zu bleiben.
Schiffe, welche von nordwärts von Pesemoet Kurs nach der Nordküste von
Billiton nehmen wollen, müssen den Gipfel der Nangka-I. nicht nördlicher als
WzS in Peilung bringen und nördlich von Nangka bleiben; dabei ist zu beachten,
dafs sie der Insel Nangka sich auf nicht weniger als 1 Sm Abstand nähern.
In der Mitte zwischen Nangka-I. und Sekoempoel-I. ist gleichfalls ein Fahrwasser,
welches mit einem ON0O—WSW-Kurs durchsteuert werden kann.
Segelschiffen, welche mit flauen Winden in der Carimata-Strafse kreuzen
müssen, ist es anzurathen, sich soweit als möglich aufserhalb dieser Inselgruppe
zu halten, denn sie können bei Windstille sonst leicht durch den Strom
zwischen die Inseln oder gefährliche Riffe gesetzt werden.
Gozeitenströmung. In den Monaten April und Mai sind nachfolgende
Strömungs- Verhältnisse beobachtet worden.
Der Gezeitenstrom kentert regelmäfsig in 24 Stunden nur einmal; die
Fluth setzt 10 bis 12 Stunden nach NW und die Ebbe eben so lange nach SE,
In den ersten Stunden der Fluth setzt der Strom etwas nördlicher, und die