683
Parallel im Indischen Ocean gekreuzt, und aufserdem war dort 10° S-Br in
101° O-Lg am 23. April, 20°: S-Br in 83° O-Lg am 1. Mai und 30° S-Br in
37° O-Lg am 22, Mai; ferner 90° O-Lg in 16,5° S-Br am 28. April, 60° O-Lg
in 26,9° S-Br am 9. Mai und 30° O-Lg in 34,1° S-Br am 26, Mai geschnitten
worden.
Aus dem leichten südwestlichen Winde, welcher „Auguste“ wieder nörd-
lich von 30° S-Br brachte, entwickelte sich unweit 29° S-Br der Passat. Nach-
dem der Wind die südöstliche Richtung angenommen hatte, blieb der Luftdruck
noch beim Steigen, bis man in etwa 26° S-Br mit 771,0mm dessen höchsten
Stand beobachtete. Der anfänglich kräftige Passat wurde nördlich von 23° S-Br
recht flau und unbeständig, und zwischen 20° und 17° S-Br verursachten leichte
östliche wie südwestliche Mallung und Windstille einen Aufenthalt von fünf
Tagen. Nach dieser Zeit kam wieder etwas frischerer Passat durch, welcher
„Auguste“ bis zum 30. Juni zu der in 22,9° W-Lg erreichten Linie führte. Zur
Vollendung der Strecke zwischen 30° S-Br und Aequator waren 24 Tage er-
forderlich gewesen, und während dieser Zeit hatte man 20° S-Br in 0,8° W-Lg
am 13. Juni und 10° S-Br io 12,3° W-Lg am 22. Juni geschnitten.
In nördlicher Breite begleitete der allmählich immer schwächer werdende
SE-Wind „Auguste“ bis nach 8,4° N-Br in 26,9° W-Lg. Am 5. Juli ging in
der Nähe dieses Punktes der Wind in Stille über, auf welche bald nachher
nordöstliche Mallung folgte, Als man bei dieser letzteren in zwei Tagen nach
9,5° N-Br in. 27,6° W-Lg gekommen war, setzte der NE-Passat ein. Im Gebiete
desselben, welches sich ganz bis nach 35,9° N-Br in 37,8° W-Lg ausdehnte,
fand man zwischen 11° und 26° N-Br ziemlich frischen Wind, überall sonst
dagegen nur flaue Briese. Der Luftdruck erreichte an der polaren Passatgrenze
mit 775,0mm seinen höchsten Stand. Nördlich vom Passatgebiete herrschte für
länger als eine Woche leise Mallung und Windstille, und machten erst die am
29, Juli unweit 38,6° N-Br durchkommenden Westwinde diesen Verhältnissen
ein Ende. Günstige Winde führten nach dieser Zeit die Bark zur Mündung des
Kanals. Am 7. August befand man sich in der Nähe von Lizard. Die Dauer
der ganzen Reise von Singapore her betrug 121, von der Sunda-Strafse ab
109 Tage. Im Nordatlantischen Ocean hatte man 38 Tage verbracht und dort
10° N-Br in 28,3° W-Lg am 8. Juli, 20° N-Br in 34° W-Lg am 13. Juli,
30° N-Br in 36,8° W-Lg am 17. Juli und 40° N-Br in 34° W-Lg am 29. Juli
yekreuzt,
16. Reise der Elsflether Brigg „Formica“, Kapt. @. Reinecke.
Am 17. Dezember 1880, nicht weniger als 23 Tage nach dem Antritt
der Reise von der Elbe aus, verliefs die nach Gore bestimmte Brigg „Formica“
den Kanal. Auf den dort derzeit wehenden günstigen Wind folgten schon am
nächsten Tage wieder westliche Winde, und konnte man daun nur in sehr
langsamer Weise nach Süden vordringen. Am 31. Dezember war man nach
unweit 40° N-Br und 17,5° W-Lg gekommen, hier nahm der Wind wieder
östliche Richtung an, um sie in diesem Falle länger zu behalten. Die Fahrt
verlief dann für einige Zeit in zufriedenstellender Weise; als man aber nach
31° N-Br gelangt war, lief der Wind zuerst um nach Süd, einige Zeit darauf
nach SW, und waren num nicht weniger als 13 Tage erforderlich, um 24,5° Nord
zu erreichen. In der Nähe dieser Breite und 17,3° W-Lg ging am 17. Januar
der Westwind in Stille über, auf die am nächsten Tage der Passat folgte,
Bei diesem letzteren Winde erreichte man am 24. Januar die Rhede von Gore,
Die Reisedauer vom Kanal her betrug 38 Tage. Während dieser Zeit war
40° N-Br in 17,5° W-Lg am 31. Dezember, 30° N-Br in 20° W-Lg am
8. Januar 1881 und 20° N-Br in 17,9° W-Lg am 20. Januar geschnitten
worden.
Nachdem „Formica“ später mehrere in der Nähe von Sierre Leone liegende
kleine Plätze besucht hatte, trat die Brigg am 12. April von Sierra Leone aus
die Rückreise nach Marseille an. Bei der in der Nähe der Küste herrschenden
meist westlichen oder nördlichen Mallung suchte man nach Norden hin zu
gelangen, Am 18. April wurde unweit 9,3° N-Br in 16,7° W-Lg die Grenze
des anfänglich als Nordwind auftretenden Passats angetroffen. Bei demselben
über B. B.-Bug segelnd, lief der Wind allmählich raumer und führte die Brigg