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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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erreichte, Mit dem Erreichen des Gebietes dieses Windes war der schwierige 
Theil der Reise überwunden, und in ruhiger gleichmäfsiger Fahrt wurde nun 
der Ocean durchsegelt, Am 7. Mai befand „Constantia“ sich in Sicht der Insel 
Antigua. Hier wurde der Passat flau und unbeständig, Im Caraibischen Meere 
herrschte während der ersten dort verbrachten Tage auch nur schwacher Ost- 
wind, und erst in der Nähe von 68° W-Lg kam der Passat wieder recht kräftig 
durch. Jamaika wurde an seiner Südseite passirt, Als man nach 82° W-Lg 
gelangt war, nahm der Wind eine hoch nördliche Richtung an, gleichzeitig 
wurde auch die Windstärke geringer, und schließlich traf man unweit 20° 
N-Br und 84° W-Lg vier Tage lang anhaltende Stille und leichte Mallung. 
Am 20. Mai befand „Constantia“ sich in Sicht des Kap San Antonio. Hier 
kam mäfsiger SE-Wind durch, der das Schiff in den Golf von Mexico führte, 
Aus nordöstlicher Richtung vorherrschender Wind führte „Constantia“ schliefslich 
zur Mündung des Mississippi. Man erreichte dieselbe am 25 Mai, nach einer 
Reise, deren Dauer von Zizard her 46 Tage betrug. Während derselben war 
40° N-Br in 18,8° W-Lg am 19. April, 30° N-Br in 22,8° W-Lg am 23. April 
und 20° N-Br in 34,2° W-Lg am 28. April; wie 30° W-Lg in 22,5° N-Br am 
26. April, 50° W-Lg in 16,9° N-Br am 3. Mai und 60° W-Lg in 16,9° N-Br 
am 6. Mai geschnitten worden. 
Auf der Heimreise nach Bremen begriffen, erreichte das mit Tabak 
beladene Schiff am 6. Juli wieder die offene See. Bei den im Golf von Mexico 
angetroffenen, sehr leichten und unbeständigen östlichen Winden verlief der 
Anfang dieser Reise nur in sehr langsamer Weise. Etwas günstiger wurde 
der Fortgang, nachdem von 24°, N-Br in 85,5° W-Lg ab sich eine günstige 
Strömung eingestellt hatte, und gelangte man dann bis zum 17. Juli nach 80° 
W-Lg. In der Nähe dieses Meridians, wo für kurze Zeit Windstille geherrscht 
hatte, kam westlicher Wind durch, bei welchem „Constantia“. am 18. Juli die 
Bemini-Enge passirte. Im Atlantischen Ocean herrschten zunächst für längere 
Zeit südwestliche, als 40° N-Br überschritten worden war, aber mehr nord westliche 
Winde vor. Dagegen waren Gegenwinde selten und nicht von langer Dauer. 
Ohne dal sich Erwähnenswerthes ereignete, vollendete man die Reise über den 
Ocean, und am 13. August befand „Constantia“ sich in der Nähe von Lizard. 
Die Reisedauer botrug 38 Tage. Während derselben war 70° W-Lg in 34,7° 
N-Br am 24. Juli, 60° W-Lg in 39° N-Br am 28. Juli, 50° W-Lg iv 41,1° N-Br 
am 31. Juli und 30° W-Lg in 46,2° N-Br. am 6. August überschritten worden. 
14. Reise des eisernen Elsflether Vollschiffes „Border Chief“, 
Kapt. D. Schierloh. ; 
Am 10. Oktober 1880 verliefs bei stürmischem Ostwinde das Vollschiff 
„Border Chief“ den Kanal, um nach Melbourne zu segeln. Als der Ostwind das 
Schiff bis zum 13. Oktober nach 44,2° N-Br in 12,7° W-Lg geführt hatte, endete 
er, und Mallung trat an. seine Stelle. Südlich von 41° N-Br hatte der Wind 
fast stets südwestliche Richtung, und konnte dort nur in langsamer Weise nach 
Süden Fortschritt gemacht werden. Mehrere Male trat dieser Wind auch 
stürmisch auf, ohne jedoch lange in dieser Weise anzuhalten. Am 30. Oktober 
wurde unweit 30,3° N-Br und 14,4° W-Lg der sich aus ganz leisem Zuge ent- 
wickelnde Passat angetroffen, bei welchem das Schiff am 31. Oktober die 
zwischen den Inseln Canaria und Fuertaventura liegende Stralse passirte. Oest- 
lich von den Kap Verde-Inseln nach Süden segelnd, fand „Border Chief“ dann 
bis nach 18° Nord frische Briese, dagegen zwischen dieser Breite und 14,5° 
N-Br nur sehr leichten und unbeständigen Ostwind. Es folgte auf diese jedoch 
später noch wieder frischerer NE-Wind, und schien man am 10. November un- 
weit 6,5° N-Br in 22,6° W-Lg erst die eigentliche Grenze des Passatgebietes 
anzutreffen. Den Stillengürtel, welcher sich bis nach 4° N-Br in 24° W-Lg 
ausdehnte, überschritt man bei meist aus südwestlicher Richtung kommender 
Mallung in 3 Tagen, und am 15. November gelangte „Border Chief“ in 26,3° 
W-Lg zum Aequator. Es waren bis dahin 36 Tage verflossen, seit der Kanal 
verlassen worden war, und während dieser Zeit hatte man 40° N-Br in 13,4° 
W-Lg am 19. Oktober, 30° N-Br in 14,4° W-Lg am 30. Oktober, 20° N-Br in 
20,3° W-Lg am 4, November und 10° N-Br in 22° W-Lg am 9. November 
yeschnitten.
	        
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