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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Wolken heran, welche leichten Strichregen fallen liefsen. Bis 9% Vormittags 
blieb am 23. September im SE das Gewölk des grofsen Theilminimums sichtbar, 
am oberen Rande durch weifse Cirrusbildungen gekennzeichnet. Im Laufe des 
23. und 24. zeigten sich wiederholt einzelne Cirruswolken, mit Streifungen von 
NNW nach SSL, welche mit lebhafter Geschwindigkeit von NW nach SE eilten. 
Durch die Boobachtung der Wolkengestaltung und Bewegung läfst sich 
leicht die so wichtige Bahn der Theilminima verfolgen. Es reichen hierzu die 
Nachrichten einzelner vertheilt liegender Stationen aus. 
Innerhalb eines aufsteigenden Luftstromes sind keine Cirri vorhanden, da 
die vertikale Mischung der Luft die Ausbildung einer scharfen Grenze zwischen 
dem Oberwinde und dem Unterwinde verhindert. Weil ferner bei Entstehung 
der Cirruswolken, wie gezeigt wurde, fallender Luftstrom besteht, also der 
Himmel sich meistens aufklärt, so ist die Beobachtung der Cirri selten durch 
getrübten Himmel verhindert. 
Im vergangenen Sommer (1880) beobachtete ich in Flensburg während 
der vier Monate Juni bis September an 84 Tagen die Cirruswolke; dieselbe 
zog vor einem Gewitierregen stets aus SW bis West, niemals aus West bis NW, 
weil einem aus NW heranziehenden Minimum gewöhnlich kühlerer Westwind 
vorausging. 
Durch die fortlaufende Beobachtung der Erscheinungen am Wolkenhimmel 
und durch die Erforschung der Bedeutung derselben wird die Kenntnifs der 
Witterungsgesetze gefördert, der Gesichtskreis westlich entlegener Stationen 
auf mehr denn 100 Meilen erweitert und dem Seefahrer und Landmann ein 
wesentlicher praktischer Dienst geleistet. 
Eingänge von meteorologischen Journalen bei der Deutschen Seewarte 
im Monat Juli 1881. . 
(Schlufs von Seite 626.) 
19. Reise der eisernen Bremer Bark „Armin“, Kapt. H. Schubert. 
Am 30. September 1880 verliels die von Hamburg nach Rangoon be- 
stimmte Bark „Armin“ die Mündung des Kanals. Bei fast nur aus günstiger 
Richtung wehenden, dabei jedoch ziemlich unbeständigen Winden segelte man 
von dort aus südwärts. Den ersten Gegenwind von längerer Dauer traf „Armin“ 
am 11. Oktober in der Nähe von 33,5° N-Br und 20° W-Lg. Er kam aus 
südwestlicher Richtung und hielt fast vier Tage lang an. Während der Dauer 
desselben erreichte der Luftdruck unweit 31,5° N-Br mit 768,5 mm Beinen 
höchsten Stand. 
In 27,8“ N-Br und 19,6° W-Lg gelangte „Armin“ am 16. Oktober, bei 
einem Barometerstande von 765mm, zur polaren Passatgrenze. Südlich von 
derselben traf man jedoch keinen sehr beständigen Wind,‘ auf der zwischen 
22,5° und 17,5° N-Br liegenden Strecke zeigte sich der Passat sogar ganz ge- 
stört und erst nachdem 17° N-Br überschritten worden war, beobachtete man 
einigermafsen stetigen und kräftigen Passat. Derselbe begleitete die Bark bis 
nach 8° N-Br in 23,3° W-Lg und endete dort am 31. Oktober. Im. Stillen- 
gürtel war südöstliche Mallung vorherrschend. Nur südlich von 4,6° N-Br in 
23,8° W-Lg traf man leichten SW-Monsun, aus dem sich der SE-Passat entwickelte. 
Am 5. November wurde die Bark in 3,9° N-Br und 22,3° W-Lg über St. B.- 
Bug gelegt und 3 Tage später in 27,1° W-Lg der Aequator überschritten, Es 
waren 39 Tage nach der Abfahrt vom Kanal verflossen, und während dieser Zeit 
hatte man 40° N-Br in 17,4° W-Lg am 7. Oktober, 30° N-Br in 18,4° W-Le 
am 15. Oktober, 20° N-Br in 24,7 W-Lg am 23. Oktober und 10° N-Br in 24,3° 
W-Lg am 29, Oktober geschnitten.
	        
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