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Die Ursache der nach der Einschifung sich zeigenden Gangänderungen
kann wohl nur in der Bewegung des Schiffes zu suchen sein. Wenn die Chrono-
meter nicht mit der Kardanischen Aufhängungsvorrichtung versehen wären, so
würden durch die Schwankungen des Schiffes und die dadurch entstehenden
schrägen Stellungen der Chronometer die Gänge in einer Weise alterirt werden,
über die man eine Vorstellung gewinnen kann, wenn man die Gänge einer
Anzahl von Chronometern bei senkrecht gestelltem Zifferblatt beobachtet.
Ein nach dieser Richtung während des letzten Sommers gemachter Versuch
hat folgende Gangänderungen im Sinne (Vertikale minus horizontale Stellung)
ergeben:
x. M.
No.
50
65
48
95
149
46
B4
BE
152
69
51
139
125
144
7?
135
138
56%
105
198
93
78
RJ
Fabrik-No.
Kppner 25
Eppner 143
Tiede 106
Tiede 803
Tiede 307
Aierendorg 41
Tiede 395
Xnoblich 18831
3ppner 162
Tiede 280
Znoblich 1948
Eppner 160
Öppner 144
“ppner 208
'etersen 73
Knoblich 1945
Zppner 145
"ppner 200
"ppner 207
Xnoblich 1834
Knoblich 1899
Zppuer 140
Tiede 302
Fiede 306
Eppner 23
Differenz
in go
K, M.
No.
DE
—
+26
—19
+46
— 45
—20
— 2
+46
— 4
+13
+23
+32
+40
+5
+1
+27
+20
+35
+.
+15
+20
+21
+33 45
{3 | 8
—35 52
92
50
105
186
187
788
'
|
Fabrik-No.
Tiede 355
Tiede 358
Knoblich 1836
Eppner 222
Eppner 224
Gerlin 838
Ekegren 802
Kutter 25
Ehrlich 363
3röcking 830
Bröcking 827
Petersen 75
Petersen 76
Eppner 202
Parkinson &
Frodsham 3769
Sewill 2076
Schnorr 2
Tiede 213
Tiede 379
Tiede 393
"ppner 193
Zppner 188
Knoblich 1889
Nieberg 557
Differenz
in go
uk
+16
—8685
— 3
+10
+44
— 9
+37
+ 4
— 1
—67
+ 5
0
+16
+11
—28
+ 6
+39
— 32
—30
+33
— 6
+36
+14
Vorstehende Gangänderungen sind zum Theil von überraschender Gröfse,
and es ist nicht unmöglich, dafs diejenigen Ursachen, welche bei senkrechter
Stellung des Zifferblattes den Gang sehr stark beeinflussen (wie z. B. Reibungs-
verhältnisse zwischen Achsen und Achsenlöchern, durch das eigene Gewicht
entstehende Deformationen der Spiralfeder, mangelhafte Aequilibrirung der
Unruhe), auch bei Anwendung der Kardanischen Aufhängung, namentlich bei
starkem Seegange und den dadurch bewirkten seitlichen Bewegungen der
Chronometer wirksam werden können.
Um einen Ueberblick darüber zu gewinnen, inwieweit bei einem und
demselben Chronometer die durch Anbordnahme entstehenden Gangänderungen
sich wiederholen, gebe ich nachfolgend eine Zusammenstellung der Differenzen
in g, für diejenigen Chronometer, welche mehrmals zur Verwendung gekommen sind.
Wenngleich das vorliegende Material noch ein geringes ist, so scheint
doch schon mit ziemlicher Sicherheit daraus hervorzugehen, dafs die Gang-
änderungen für jedes einzelne Chronometer keineswegs als konstant angenommen
werden können, nicht einmal in den Fällen, wo das Chronometer zu verschiedenen
Zeiten auf dasselbe Schiff gekommen ist. Der letztere Umstand wird sich viel-
leicht zum Theil dadurch erklären lassen, dafs der Aufbewahrungsraum für die
Chronometer auf demselben Schiff nicht immer derselbe gewesen ist, und auch
wohl dadurch, dafs die Beschaffenheit des Oeles auf die Gangänderung einen
nicht ganz unwesentlichen Einflufs übt.