Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats Oktober 1880
in Nordamerika und Centraleuropa.
‘Mittheilung von der Deutschen ‚Seewarte,}
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
Oktober 1880 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Nordamerika.
ı. Die mäfsige Anzahl barometri-
scher Minima, welche der Regel ent-
sprechend sich vorwiegend auf dem
nördlichen Gebiete meist west—ost-
wärts fortbewegten. Drei dagegen
hatten ihren Ursprung in niederen
Breiten südlich vom 25. Breitegrade,
während ihre Bahn hauptsächlich von
Südwest nach Nordost gerichtet war.
Hervorzuheben ist diejenigeDepression,
welche am 15. in Nord-Texas erschien,
und welche in nordöstlicher Richtung
am 16. und 17. die Seeregion durch-
zog und daselbst von schweren Stür-
men begleitet war.
Die meist normale mittlere Luft-
druckvertheilung auf dem ganzen Ge-
biete. Die gröfste Abweichung von
der Normalen hatte die nord-pacifische
Küste, wo der mittlere Luftdruck bis
zu etwa 2mm höher war, als der mitt-
lere für diesen Monat. Das Gebiet
hohen Luftdrucks, welches im Sep-
tember über den südlichen Staaten
(agerte, hatte sich mit etwas zunehmen-
der Intensität über die mittleren atlan-
tischen Staaten und New-England aus-
gebreitet.
2. Das Vorherrschen der nörd-
lichen bis östlichen Winde in den
atlantischen Staaten, der südlichen bis
westlichen in der Seeregion, im Ohio-
Thal, im Innern Texas, in den mitt-
leren Staaten und New-England,
Die Abwesenheit schwerer Stürme
aufser dem bereits erwähnten, welcher
am 16. und 17. in der Seeregion von
sehr bedeutenden Verwüstungen be-
gleitet wär.
3. Die nahezu normale Temperatur
in den Südstaaten östlich vom Missis-
sippi und in den mittleren Staaten;
die !/ bis 21° zu niedrige Temperatur
in allen anderen Staaten östlich vom
Felsengebirge. Die Abweichungen des
Monatsmittels der Temperatur von
der Normalen betrugen:
Centraleuropa.
1. Die grofse Anzahl zum Theile
sehr bedeutender barometrischer De-
pressionen, welche Centraleuropa, ins-
besondere das nördliche Gebiet von
West nach Ost durchzogen. Hervor-
zuheben sind zwei Minima, von denen
das eine als unbedeutende Depression
am 20. am Kanal erschien, im Laufe
des Tages bis zur deutschen Nordsec
fortschritt und auf seinem weiteren
Wege bei beträchtlicher Zunahme der
Tiefe an der deutschen Küste, sowie
im nordwestlichen Russland schwer«
orkanartige Stürme erzeugte, da=
andere, vom Ocean kommend, am
Monatsschlusse langsam der Küste
entlang ostnordostwärts sich fort-
bewegte und über Grofsbritannien.
Nordfrankreich, dem südlichen Nord-
und Ostseegebiete, sowie dem deut-
schen Binnenlande allenthalben vo
Stürmen begleitet war.
Die häufigen und starken Schwan-
kungen des Luftdrucks, sowie der
allgemein zu niedrige mittlere Baro-
meterstand des Monats.
2. Die Unbeständigkeit der Wind-
stärke und der Windrichtung. Im
Allgemeinen waren auf dem südöst-
lichen Gebiete westliche Winde vor-
wiegend, während im Nordwesten nur
die Südostwinde gegen die übrigen
zurücktraten,
Die Häufigkeit der Stürme. Die
gröfste Stärke erreichten diejenigen
am 21. und 28. und 29,, welche auch
von argen Verwüstungen zur See und
zu Lande begleitet waren.
3. Die starken Schwankungen der
Temperatur bei allgemein zu niedrigem
Monatsmittel derselben. Die Ab-
weichungen der mittleren Temperatur
von der Normalen betrugen im Durch-
schnitt für die einzelnen Distrikte: