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Sul
5. Die fast beispiellose Dürre
von Canada und Virginien bis zum
mittleren Texas und die damit zu-
s3ammenhängenden ungeheuren Wald-
and Präriebrände, die besonders in
Michigan wütheten; auf der anderen
Seite hatten Minnesota sowie ein Theil
ler Südstaaten (namentlich Mobile)
and von Arizona, Neumexico und
Colorado ungewöhnlich starke Regen,
lie stellenweise zerstörende Fluthen
veranlafsten. Hagel von grofen
Dimensionen (1“ und mehr) an ver-
schiedenen Orten am 1,., 3., 5, 6.
und 19,
5. Die Häufigkeit der Regentage
und die grofse Niederschlagsmenge,
welche durchschnittlich das 1!/fache,
stellenweise aber das dreifache der
normalen erreichte. Gewitter traten
in mäfsiger Anzahl, jedoch am 6., 9.,
21. und 23, August in grofser Aus-
ächnung auf; Hagelfälle, welche
zrofßen Schaden thaten, am 9. in Ost-
holsteim und am 21. in Mittelfranken.
Ursprung und Herleitung des Wortes Taifun (Typhoon).
In dem 50sten Bande des „Journal of the R. Geogr. Soc. of London“
pag. 260—267 hat Herr Dr. Friedr. Hirth, kaiserl. chinesischer Zollbeamter
in Shanghai, in einem Artikel: „The word Typhoon; its history and origin“
interessante Aufschlüsse über den Ursprung und die verschiedene Schreibweise
des für die Benennung der Stürme im chinesischen und japanischen Meere ge-
oöräuchlichen Wortes Zaifun (Typhoon) gegeben. Aus einer kurzen historischen
Uebersicht aller bisher über die etymologische Ableitung des Wortes „Typhoon“
aufgestellten Ansichten (vgl. auch Himly’s Artikel: Ursprung des Wortes Typhoon
in den „Mittheilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde
Ostasiens“ September 1875) ersehen wir, dafs die erste gedruckte Bezeichnung
für die Orkane der ostasiatischen Meere in der portugiesischen Form „tufaö“
ijautete (Pinto’s Tagebuch 1560); später im 17. Jahrhundert schrieb man dies
Wort tufon (portug.) oder tifone (italien.) oder typhoon (engl., zuerst in Le-
comte’s „Memoirs etc.“, Engl. Edit. of 1698, pag, 10). Die Herleitung dieser
Bezeichnungen war je nach individueller Auffassung eine sehr verschiedene.
Einige leiteten das Wort „tufon“ (typhoon) ab von dem chinesischen „tung-fung“,
d, h. östlicher Wind (Navarete, 1676), oder von dem zu Canton gebräuchlichen
„tai-fung“, d.h, starker Wind (Morrison, 1839); Andere von dem griechischen
„Typhon“, d. h. Orkan mit Gewitter (Renaudot, 1718; Will. Fred, Mayers,
1869); Andere endlich, wie z. B. Crawfurd und nach ihm Himly (1875) von
dem arabischen „ttüffän“ oder „tufan“, d. bh. Sturm mit Ueberschwemmung,
amgewandelt aus dem aramäischen (chaldäischen) „ttöf“, d. h. Ueberfluthung
/deluge), welche auf dem Festlande bei Erreichung und Ueberschreitung des-
selben durch diese Orkane gewöhnlich stattfindet. Dieses Wort „ttüffän“ ist
aus dem Arabischen in persische, türkische, hindostanische und malayische
Sprachen und Wörterbücher durch Vermittelung des muhamedanischen Ein-
Ausses und Verkehrs übergegangen.
Dr. Hirth hat nun neuerdings in einer neuen Ausgabe der alten chinesi-
achen Annalen der Insel Formosa vom Jahre 1694 in dem 13. Buch derselben,
betitelt Fung-su, welches aufßser vielen geographischen Notizen auch meteoro-
logische Angaben enthält, in einem besonderen Kapitel Fung-sin, d. h. „Notizen
äber die Winde“, nachstehende bemerkenswerthe Angaben über den Ursprung
des Wortes „Typhoon“ (fai-fung) und über die wahrscheinlich ältesto genauere
Beschreibung der Erscheinung eines solchen Orkanes gefunden, welche wir hier
aach der englischen Uebersetzung aus dem chinesischen Original in deutscher
Uebertragung wiedergeben.