accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

266 
12,3° S-Br und 87,5° O-Lg, das Gebiet des SE-Passats zu erreichen. Mit dem 
Eintritt in dieses nahm die Reise einen raschen befriedigenden Verlauf, und 
arst, als man am 9. April unweit 27° S-Br in 58,5° O-Lg die polare Passat- 
grenze erreicht hatte, ging die Fahrt wieder in langsamercr Weise vor sich, 
Südlich vom Passatgebiete wurde zunächst an mehreren Tagen ganz leichter 
nordöstlicher und östlicher Zug beobachtet, auf welchen später wieder für längere 
Zeit frischer Ostwind folgte. Eine nach links um den ganzen Kompafs ver- 
laufende Drehung erfolgte am 16. und 17. April in der Nähe von 32,5° S-Br 
und 38° O-Lg. Der dabei für kurze Zeit heftige Westwind war nur von geringer 
Dauer. Längere Zeit hielt er an, als der folgende Ostwind ein Ende genommen 
hatte und ein zweiter Rundlauf erfolgt war. Der Wind wehte nun vier Tage 
aus dem westlichen Halbkreise und trat für einen Theil dieser Zeit stürmisch 
auf. Der Fortgang des Schiffes nach Westen hin war bei diesen Verhältnissen 
doch ein ganz befriedigender, und in derselben Weise erfolgte auch die Um- 
segelung des Kap der guten Hoffnung. Nennenswerthen Aufenthalt verursachten 
aur die stürmischen, zwischen 19° und 18° O-Lg auftretenden Gegenwinde, 
infolge deren man sechs Tage zwischen diesen beiden Meridianen zubrachte. 
Am 3. Mai überschritt „Wilhelmine“ die Länge der Kapstadt, und am 9. Mai 
gelangte man in 10,4° O-Lg wieder nördlich von 30° S-Br. Man hatte sich 
züdlich von diesem Parallel 25 Tage befunden, und auf der Fahrt über den 
Indischen Ocean war 10° S-Br in 88,1° O-Lg am 26. März, 20° S-Br in 79,5° 
O-Lg am 2. April und 30° S-Br in 45,5° O-Lg am 14. April, wie 60° O-Lg in 
26,5° S-Br am 8. April und 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 23. April geschnitten 
worden. 
Am Mittage des 8. Mai stand das hölzerne, demselben Rheder gehörige 
Schiff „Johanne“ etwa 60 Sm in nordwestlicher Richtung von der „Wilhelmine“, 
und bei denselben Verhältnissen, wie sie im Reisebericht des ersteren Schiffes 
3chon enthalten sind, verlief dann auch zunächst ein grofser Theil der Reise 
von „Wilhelmine“, Man erreichte die polare Passatgrenze in 23° S-Br und 
3,5° O-Lg am 1€. Mai, schnitt 20° S-Br in 0,0° Länge am 18. Mai, 10° S-Br in 
12,5° W-Lg am 27, Mai und überschritt am 3. Juni in 23,4° W-Lg den Aequator., 
Die Strecke zwischen 30° S-Br und diesem Punkte war in 25 Tagen durch- 
zegelt worden. 
In nördlicher Breite dehnte das Gebiet des Stillengürtels sich von 4,7° 
N-Br in 25,5° W-Lg bis nach 8° N-Br in 24,8° W-Lg aus. Man fand noch 
zeine Spur vom südwestlichen Monsun, dagegen viel leichte Mallung und Stille, 
and waren deswegen 6 Tage erforderlich, um den Stillengürtol zu überschreiten. 
Den NE-Passat traf „Wilhelmine“ befriedigend frisch und beständig an und 
dessen polare Grenze erreichte man am 21. Juni in der Nähe von 28,5° N-Br 
und 37,7° W-Lg. Auf kurze hier auftretende Windstille folgte später noch 
für längere Zeit wieder ein leichter Ostwind und erst nördlich von 36° N-Br 
nahm der Wind dauernd die westliche Richtung an. Die Reise verlief dann 
in langsamer ruhiger Weise, und am 20. Juli ankerte „ Wilhelmine“ in der Bai 
von Falmouth. Die Dauer der Reise vom Aequator im Indischen Ocean ab 
vetrug 124 Tage. Von diesen waren 47 Tage im Nordatlantischen Ocean zu- 
gebracht worden und hatte man dort 10° N-Br in 27,3° W-Lg am 12. Juni, 
20° N-Br in 34,6° W-Lgy am 17. Juni, 30° N-Br in 37,3° W-Lg am 23. Juni 
und 40° N-Br in 32° W-Lg am 4. Juli gekreuzt. Der Mitsegler „Johanne“, 
welcher als hölzernes, auf der Heimreise begriffenes, dem eisernen Schiffe ge- 
wiß an Schnelligkeit überlegen war, hatte die Länge von Lizard schon am 10, Juli 
arreicht. 
/Die Reiseberichte der Schiffe „Armin“ [19] und „Undine“ [20] folgen im nächsten Heft.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.