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12,3° S-Br und 87,5° O-Lg, das Gebiet des SE-Passats zu erreichen. Mit dem
Eintritt in dieses nahm die Reise einen raschen befriedigenden Verlauf, und
arst, als man am 9. April unweit 27° S-Br in 58,5° O-Lg die polare Passat-
grenze erreicht hatte, ging die Fahrt wieder in langsamercr Weise vor sich,
Südlich vom Passatgebiete wurde zunächst an mehreren Tagen ganz leichter
nordöstlicher und östlicher Zug beobachtet, auf welchen später wieder für längere
Zeit frischer Ostwind folgte. Eine nach links um den ganzen Kompafs ver-
laufende Drehung erfolgte am 16. und 17. April in der Nähe von 32,5° S-Br
und 38° O-Lg. Der dabei für kurze Zeit heftige Westwind war nur von geringer
Dauer. Längere Zeit hielt er an, als der folgende Ostwind ein Ende genommen
hatte und ein zweiter Rundlauf erfolgt war. Der Wind wehte nun vier Tage
aus dem westlichen Halbkreise und trat für einen Theil dieser Zeit stürmisch
auf. Der Fortgang des Schiffes nach Westen hin war bei diesen Verhältnissen
doch ein ganz befriedigender, und in derselben Weise erfolgte auch die Um-
segelung des Kap der guten Hoffnung. Nennenswerthen Aufenthalt verursachten
aur die stürmischen, zwischen 19° und 18° O-Lg auftretenden Gegenwinde,
infolge deren man sechs Tage zwischen diesen beiden Meridianen zubrachte.
Am 3. Mai überschritt „Wilhelmine“ die Länge der Kapstadt, und am 9. Mai
gelangte man in 10,4° O-Lg wieder nördlich von 30° S-Br. Man hatte sich
züdlich von diesem Parallel 25 Tage befunden, und auf der Fahrt über den
Indischen Ocean war 10° S-Br in 88,1° O-Lg am 26. März, 20° S-Br in 79,5°
O-Lg am 2. April und 30° S-Br in 45,5° O-Lg am 14. April, wie 60° O-Lg in
26,5° S-Br am 8. April und 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 23. April geschnitten
worden.
Am Mittage des 8. Mai stand das hölzerne, demselben Rheder gehörige
Schiff „Johanne“ etwa 60 Sm in nordwestlicher Richtung von der „Wilhelmine“,
und bei denselben Verhältnissen, wie sie im Reisebericht des ersteren Schiffes
3chon enthalten sind, verlief dann auch zunächst ein grofser Theil der Reise
von „Wilhelmine“, Man erreichte die polare Passatgrenze in 23° S-Br und
3,5° O-Lg am 1€. Mai, schnitt 20° S-Br in 0,0° Länge am 18. Mai, 10° S-Br in
12,5° W-Lg am 27, Mai und überschritt am 3. Juni in 23,4° W-Lg den Aequator.,
Die Strecke zwischen 30° S-Br und diesem Punkte war in 25 Tagen durch-
zegelt worden.
In nördlicher Breite dehnte das Gebiet des Stillengürtels sich von 4,7°
N-Br in 25,5° W-Lg bis nach 8° N-Br in 24,8° W-Lg aus. Man fand noch
zeine Spur vom südwestlichen Monsun, dagegen viel leichte Mallung und Stille,
and waren deswegen 6 Tage erforderlich, um den Stillengürtol zu überschreiten.
Den NE-Passat traf „Wilhelmine“ befriedigend frisch und beständig an und
dessen polare Grenze erreichte man am 21. Juni in der Nähe von 28,5° N-Br
und 37,7° W-Lg. Auf kurze hier auftretende Windstille folgte später noch
für längere Zeit wieder ein leichter Ostwind und erst nördlich von 36° N-Br
nahm der Wind dauernd die westliche Richtung an. Die Reise verlief dann
in langsamer ruhiger Weise, und am 20. Juli ankerte „ Wilhelmine“ in der Bai
von Falmouth. Die Dauer der Reise vom Aequator im Indischen Ocean ab
vetrug 124 Tage. Von diesen waren 47 Tage im Nordatlantischen Ocean zu-
gebracht worden und hatte man dort 10° N-Br in 27,3° W-Lg am 12. Juni,
20° N-Br in 34,6° W-Lgy am 17. Juni, 30° N-Br in 37,3° W-Lg am 23. Juni
und 40° N-Br in 32° W-Lg am 4. Juli gekreuzt. Der Mitsegler „Johanne“,
welcher als hölzernes, auf der Heimreise begriffenes, dem eisernen Schiffe ge-
wiß an Schnelligkeit überlegen war, hatte die Länge von Lizard schon am 10, Juli
arreicht.
/Die Reiseberichte der Schiffe „Armin“ [19] und „Undine“ [20] folgen im nächsten Heft.)