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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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35° W-Lg zu kommen, 4 Tage gebrauchte. Anhaltende Westwinde, die wieder- 
holt zum Sturme zunahmen, verursachten, dafs erst am 28. April 50° W-Lg 
erreicht werden konnte. Etwas günstiger waren die westlich von der Neufundland- 
Bank angetroffenen Winde. Man hatte dort keine Stürme mehr zu überstehen, 
und die Windrichtung war öfter eine hoch nördliche oder südliche. Am 12. Mai 
ankerte „Caroline“ in der Bai von New-York. Die Reise war von Lizard ab 
in 44 Tagen vollendet worden, und während derselben hatte man 30° W-Lg 
in 44,6° N-Br am 5. April, 50° W-Lg in 40,2° N-Br am 28. April, 60° W-Lg 
in 40,7° N-Br am 6. Mai und 70° W-Lg in 40,5° N-Br am 10, Mai gekreuzt. 
Unter den während dieser Reise angetroffenen Stürmen war derjenige, 
welchen man am 13, April in der Nähe von 45° N-Br und 37° W-Lg überstand, 
der heftigste. Es war ein Weststurm, bei dem das Barometer bis auf 738,0 mm 
sank. Kinen ähnlichen Sturm beobachtete „Caroline“ am 8. April unweit 45° N-Br 
und 33,5° W-Lg. Der Luftdruck nahm in diesem Falle bis auf 740,2mm ab. 
Am 20. Juni verliefs „Caroline“ den Hafen von New- York wieder, um 
nach Bremen zurückzukehren. Diese Reise verlief in ruhiger Weise, ohne dafs 
sich Nennenswerthes während derselben ereignete. Westwinde waren die bei 
weitem vorherrschenden, doch wurden auch zu verschiedenen Malen östliche 
Winde angetroffen. Man schnitt 70° W-Lg in 39,9° N-Br am 22. Juni, 60° W-Lg 
in 40,4° N-Br am 27. Juni, 50° W-Lg in 41,7° N-Br am 1. Juli, 30° W-Lg 
in 46,3° N-Br am 7. Juli und erreichte am 16. Juli die Mündung des Kanals. 
Die Reisedauer betrug 26 Tage. 
18. Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Wilhelmine“, Kapt. J. Schäffer. 
Am 16. September 1880 kreuzte das auf einer Reise von Cardiff nach 
Rangoon begriffene Schiff „ Wilhelmine“ den Parallel von 50° Nord. Frische 
Westwinde führten das Schiff von hier nach 42° N-Br, und südlich von dieser 
Breite herrschten für längere Zeit recht günstige NE-Winde. Es schien, als 
ob dieser letztere Wind ohne vorher erfolgende Störung in den rogelmäfsigen 
Passat übergehen wolle. Als 33° N-Br überschritten worden war, lief der 
Wind jedoch südöstlich, wurde gleichzeitig auch allmählich flauer, und als man 
nach 26,5° N-Br gekommen war, wurde die Richtung des nur noch ganz leichten 
Windes eine südwestliche. Erst am 5. Oktober erreichte „Wilhelmine“ in 
23,3° N-Br und 24° W-Lg die polare Passatgrenze. Die schon mehrere Tage 
vorher herrschende ganz leise nordöstliche Briese nahm hier an Kraft und 
Beständigkeit zu und wurde zum Passat. Nicht weit von 10° N-Br in 26,1° W-Lg 
entfernt, hörte am 11, Oktober dieser zwischen 20° und 14° N-Br recht kräftig 
aufgetretene Wind zu wehen auf. Es folgte auf ihn zunächst an drei Tagen 
leichte meist südöstliche Mallung und am 15. Oktober der in 8,8° N-Br und 
24,1° W-Lg einsetzende SW-Monsun. Bei demselben erreichte man, theils als 
Folge eines starken Oststromes, als östlichsten Punkt 15,8° W-Lg in 3° N-Br 
und wendete dort am 22. Oktober. Am 25. Oktober überschritt „ Wilhelmine“ 
in 21,8° W-Lg den Aequator. Es waren dann 39 Tage verflossen, seit man 
50° N-Br verlief, und während dieser Zeit war 40° N-Br in 14,3° W-Lg am 
21. September, 30° N-Br in 21,2° W-Lg am 29. September, 20° N-Br in 25,2° 
W-Lg am 7. Oktober und 10° N-Br in 26.1° W-Lg am 11. Oktober geschnitten 
worden. 
Gleichzeitig mit „ Wilhelmine“ verfolgte auch das eiserne, nach Rangoon 
bestimmte Vollschiff „Dorothea“ den Weg zur Linie, Divses, vom Norden 
Schottlands herkommende Schiff schnitt 50° N-Br in 17,2° W-Lg am 27. Sep- 
tember und verlor den Passat in 9,7° N-Br und 25,7° W-Lg am 17. Oktober. 
„Dorothea“ wurde dann gegen „Wilhelmine“ ganz besonders vom SW-Monsun 
begünstigt. Derselbe setzte gleich, ohne dafs demselben Stille oder Mallung 
vorherging, ein und führte das Schiff in fünf Tagen nach 17,5° W-Lg und 
4,2° N-Br. Am Mittage des 21. Oktober befand sich „Dorothea“ in diesem 
Punkte genau 36 Sm nördlich von „Wilhelmine“. Das erstere Schiff wendete 
hier, während das letztere noch einen Tag nach OSO segelte, und die Folge 
davon war, dafs „Dorothea“ den Aequator in 24° W-Lg genau einen Tag eher 
als „Wilhelmine“ erreichte. 
Im Südatlantischen Ocean fand „Wilhelmine“ bis nach 19° S-Br in 
27,5° W-Lg frischen beständigen Passat. Unweit 22.2° S.Br in 26° W-Le
	        
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