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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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veränderlich in ihrer Richtung, im Allgemeinen nicht stürmisch, und konnto in 
Folge dessen auch hier ein befriedigender Fortschritt erzielt und am 13. Mai 
im Hafen von Newyork geankert werden. Die Dauer der Reise betrug 37 Tage. 
Während derselben war 30° W-Lg in 52,3° N-Br. am 15. April, 50° WLg in 
44° N-Br. am 27. April, 60° W-Lg in 40,6° N-Br am 6. Mai und 70° W-Lg 
in 40° N-Br am 11. Mai gekreuzt worden. 
Zu derselben Zeit, während „Columbia“ diese Reise ausführte, war auch 
die Bremer Bark „Caroline“ auf einer gleichen begriffen. Dieses am 16. März 
von der Weser aus in See gegangene Schiff, hatte am 29. den Kanal verlassen 
und befand sich am 2, April in 46,5° N-Br und 22,8° W-Lg. Von hier aus 
traf „Caroline“ eine sehr ungünstige Gelegenheit und erreichte daher 40° W-Lg 
in 45,2° N-Br am 17. April nur 2 Tage früher als „Columbia“. Am 2. Mai, 
als diese Bark in 42,1° N-Br und 55,5° W-Lg stand, befand sich „Caroline“ 
nur 30 Sm südlich und 6 Sm westlich von dieser Position. Von hier ab gewann 
„Caroline“ aber wieder Etwas gegen den Mitsegler und erreichte daher die Bai 
von Newyork am 12. Mai einen Tag vor „Columbia“. 
Am 11. Juni verliefs „Columbia“ den Hafen von Newyork wieder, um 
nach Hamburg zurückzukehren. Bei aus westlicher Richtung vorherrschenden 
Winden, die oft nur geringe Stärke besaßen und von leichten östlichen Winden 
unterbrochen wurden, verlief die Reise in ruhiger und befriedigender Weise. 
Man schnitt 70° W-Lg in 39,1° N-Br am 15. Juni, CO° W-Lg in 38,7° N-Br 
am 19. Juni, 50° W-Lg in 39,3° N-Br am 22, Juni und 30° W-Lg in 43,1° N-Br 
am 29. Juni. Am 10. Juli befand die Bark sich in der Nähe von Lizard. Die 
Reisedauer betrug 29 Tage. 
15. Reise der Altonaer Bark „Valparaiso“, Kapt. H. F. F. Meyer. 
Am 14. August 1880, während einer Reise von Liverpool nach Valparaiso, 
äberschritt die Bark „ Valparaiso“ den Parallel von 50°Nord. Bei fast nur aus 
günstiger Richtung wehenden, aber meistens nur in sehr geringer Stärke auf- 
tretenden Winden segelte man von hier aus südwärts. Unweit 34° N-Br in 
17,8° W-Lg entwickelte sich aus ganz leisem nordwestlichen Zuge, bei einem 
Barometerstande von 768,5 mm, der Passat. Von demselben wurde das Schiff in 
rascher befriedigender Fahrt nach 17° N-Br geführt. Nicht weit von 12,6° N-Br 
in 26,2° W-Lg entfernt, hörte am 5. September der Passat zu wehen auf, und 
ganz leichte östliche Mallung von 4 Tagen Dauer trat an dessen Stelle. Am 
9. September fand man unweit 11° N-Br in 25,8° W-Lg südwestlichen Monsun, 
bei welchem mäfsigen und beständigen Winde die Bark bis zum 15. September 
nach 15,7° W-Lg in 3,9° N-Br gelangte. Hier wurde gewendet, und bei an- 
haltend leichtem hoch südlichen Winde, der noch wiederholt zum Segeln über 
B. B.-Bug nöthigte, nach der Linie zu gesteuert. Am 21. September erreichte 
„ Valparaiso“ dieselbe in 23° W-Lg. Es waren dann 38 Tage verflossen, seit 
man 50° N-Br überschritten hatte, und während dieser Zeit war 40° N-Br in 
16,7° W-Lg am 23. August, 30° N-Br in 19,9° W-Lg am 28. August, 20° N-Br 
in 25,3° W-Lg am 1. September und 10° N-Br in 25,5° W-Lg am 9. September 
gekreuzt worden. 
Gleichzeitig mit „ Valparaiso“ befand sich auch das eiserne Hamburger 
Vollschiff „Urania“ auf dem Wege zur Linie. Dieses Schiff, welches 20° N-Br 
in 25,8° W-Lg am 1. September geschnitten hatte, verlor den Passat in 13,1° N-Br 
und 26,4° W-Lg am 3. September und kreuzte 10° N-Br in 26,2° W-Lg am 
7. September. Am Mittage des 7. September befand sich „Valparaiso“ nur 
etwa 45 Sın nördlich vom Mitsegler. Nach dieser Zeit traf der letztere jedoch 
viel günstigeren Westmonsun, als die Bark. Derselbe wendete in 19,2° W-Lg 
und 5,8° N-Br am 10. September und erreichte die Linie in 26,4° W-Lg am 
13. September. 
Im Südatlantischen Ocean wurde von 1,5° S-Br ab frischer beständiger 
Passat angetroffen. Derselbe erstreckte sich bis nach 20° S-Br in 35,4° W-Lg, 
nnd endete, indem derselbe bei einem Barometerstande von 764,5 mm — unweit 
15,7° S-Br hatte derselbe 765,7 mm betragen — nordöstlich lief und gleichzeitig 
auffrischte. Später beschrieb der Wind mehrere Male eine Drehung nach links 
um den ganzen Kompas, und am 13. Oktober überstand man, während einer 
Ann. d. Hydr. 1881, Heft XI (November).
	        
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