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ab nahm bei leichtem, später allmählich nach NE drehendem Winde die Reise
einen befriedigenden Verlauf, Von 17° N-Br an herrschte frischer und bestän-
diger Passat, welcher sein Gebiet bis nach 2,6° N-Br in 109° W-Lg ausdehnte.
Nachdem man dasselbe verlassen hatte, herrschte an 2 Tagen leichte südliche
Mallung und Windstille, und endlich wurde in 2° N-Br und 110,2° W-Lg der
SE-Passat angetroffen. Bei diesem nur sehr leicht auftretenden Winde wurde
am 2, März in 111,8° W-Lg die nördliche Halbkugel verlassen,
Auch in südlicher Breite herrschte anfänglich nur sehr flauer Passat. Er
frischte erst auf, als 4° S-Br erreicht worden war, um dann bis nach 16° S-Br
hin recht frisch zu wehen. Unweit 27° S-Br in 122,1° W-Lg erreichte man
am 17. März die polare Passatgrenze. Südlich von derselben folgte zunächst
an 2 Tagen ganz leichter südöstlicher Zug, und später wieder längere Zeit
anhaltender Ostwind. Dieser zuletzt fast stürmisch wehende Wind ging, indem
er langsam links drehte, in Westwind über. Südlich von 38° S-Br beobachtete
man fast nur Winde aus dem westlichen Halbkreise, und verlief bei denselben
die Reise zum Kap Horn in zufriedenstellender Weise. Am 7. April wurde in
58° S-Br der Südliche Grofse Ocean wieder verlassen, nachdem man bis dahin
36 Tage in demselben verbracht hatte. Während dieser Zeit war 10° S-Br in
115° W-Lg am 7. März, 20° S-Br in 117,4° W-Lg am 12. März, 30° S-Br in
122° W-Lg am 20. März, 40° S-Br in 118,9° W-Lg am 24. März und 50° S-Br
in 105,0° W-Lg am 29. März geschnitten worden.
Die im Stillen Ocean in letzter Zeit angetroffenen günstigen Verhält-
nisse hielten im Atlantischen Ocean nur noch wenige Tage an. Sie endeten am
10. April, und mufste nach dieser Zeit fast eine Woche bei leichten veränder-
lichen West- und Ostwinden gesegelt werden. Am 16. April frischte unweit
51,4° S-Br in 49° W-Lg der Wind aus SE wieder auf, drehte kurze Zeit darauf
nach SW und hielt sich längere Zeit in günstiger Richtung. Es verlief die
Fahrt dann bis nach 36,5° Süd in zufriedenstellender Weise; als diese Breite
aber überschritten worden war, mufste gegen hoch nördliche Winde gekämpft
werden, und nahm die Reise wieder nur einen langsamen Verlauf.
Am 7. Mai, als „Bodild“ nach 26,3° S-Br in 19,8° W-Lg gelangt war,
hörte der so lange anhaltende NNW-Wind zu wehen auf, und es folgte auf ihn
Südwind von mäßiger Stärke. Es schien, als ob derselbe zum Passat werden
wollte; allein bald wurde der Wind wieder flauer, und nicht eher als am
12. Mai stellte sich in der Nähe von 19,6° S-Br und 22,7° W-Lyg der beständige
Passat ein. Bei diesem auch nur flauen Winde konnte endlich ein Nordkurs
gesteuert werden, und am 23. Mai wurde in 26,4° W-Lg die Linie überschritten.
Man hatte den Südatlantischen Ocean in 46 Tagen durchsegelt und dort 50° S-Br.
in 47,6° W-Lg am 16. April, 40° S-Br in 40,2° W-Lyg am 21. April, 30° S-Br
in 24,3° W-Lg am 2. Mai, 20° S-Br in 22,3° W-Lg am 11. Mai und 10° S-Br
in 25,3° W-Lg am 18. Mai geschnitten.
Den Stillengürtel fand „Bodild“ zwischen 5,4° N-Br in 25,5° W-Lg und
7° N-Br in 25,1° W-Lg. Man kreuzte ihn bei leichter südlicher Mallung in
2'/ Tagen, und traf dann den, zwischen 12° und 25° N-Br seine gröfste Stärke
erreichenden und sich bis nach 32,2° N-Br in 41,5° W-Lg ausdehnenden NE-
Passat an. Nördlich vom Gebiete desselben herrschten an 2 Tagen Mallung
and Windstille, auf welche später westlicher Wind folgte. Der letzte noch
vorliegende Theil der Reise nahm bei diesem Winde einen ungestörten Verlauf,
and am 30. Juni ankerte die Bark im Hafen von Queenstown. Die Dauer der
ganzen Reise beirug 138 Tage. Im Nordatlantischen Ocean hatte man sich
38 Tage aufgehalten und dort 10° N-Br in 29,1° W-Lg am 31. Mai, 20° N-Br
in 34,2° W-Lg am 6. Juni, 30° N-Br in 39,6° W-Lg am 10. Juni und 40° N-Br
in 35.5° W-Lg am 19. Juni geschnitten.
14. Reise der Bremer Bark „Columbia“, Kapt. H. Schumacher.
Am 6. April 1881, dem 5. Tage einer Reise von Bremen nach Newyork,
befand sich die Bark „Columbia“ in der Nähe von Fair Island. Vorherrschend
aus günstiger Richtung wehende Winde führten von hier aus das Schiff in solch
befriedigend rascher Fahrt nach Westen, dafs schon am 19. April 40° W-Lg in
46,9° N-Br überschritten werden konnte. Westlich von dieser Länge wurden
östliche Winde kaum mehr angetroffen. doch waren die Westwinde hier sehr