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derselbe als leiser Zug ein, später nahm derselbe aber bis zum heftigen Winde,
selbst zum Sturme zu und führte das Schiff bis zum 28, August nach 85° W-Lg
in 55,4° S-Br. Mit der Erreichung dieser Position war das Schwierige der
Umsegelung des Kap Horn überwunden, doch dauerte es, angetroffener Westwinde
halber, noch bis zum 2. September, bevor „Bodild“ in 87,5° W-Lg wieder
nördlich von 50° S-Br gelangte. Es waren dann 13 Tage verflossen, seit man
dieselbe Breite im Atlantischen Ocean verlassen hatte, und während dieser Zeit
war der Meridian des Kap Horn in 56,7° S-Br am 25. August geschnitten worden.
Beim Aufsteuern nach Norden wurde, weil die Winde zu häufig aus nord-
westlicher Richtung wehten, keine ganz günstige Gelegenheit angetroffen. Unweit
30,8° S-Br in 90° W-Lg gelangte die Bark zum Gebiete des Passats. Es stellte
der letztere sich ein, indem der frische Wind von SW durch Süd nach SE drehte,
ohne dabei Störung im Fortgang der Reise zu verursachen. Der Passat herrschte
später, wie zu dieser Jahreszeit gewöhnlich, recht kräftig und beständig, nur
auf der zwischen 17° und 11° S-Br liegenden Strecke trat er unerwünscht flau
auf. Am 25. September überschritt „Bodild“ in 104,4 W-Lg den Aequator.
Um dahin von 50° S-Br im Grofsen Ocean ab zu gelangen, waren 23 Tage
erforderlich gewesen, und während dieser Zeit hatte man 40° S-Br in 88,2° W-Lg
am 8. September, 30° S-Br iu 92,9° W-Lg am 12, Scptember, 20° S-Br in
99,9° W-Lg am 16. September, und 10° S-Br in 103,9° W-Lg am 21. Sep-
tember gekreuzt.
In nördlicher Breite lief der Passat allmählich südlicher und ging schliefslich,
indem er durch Süd nach SSW drehte, in den SW-Monsun über. Dieser leichte
und beständige Wind setzte die Drehung, entsprechend dem Vorrücken des
Schiffes nach Norden, in demselben Sinne weiter fort, bis er schliefslich am
4. Oktober, nördlich von 15° N-Br in 108° W-Lg, bei NNW die Drehung ein-
stellte und aus dieser Richtung ganz beständig wehte. In dieser Weise bot er
aber dem Schiffe, welches bei ihm von dem erwähnten Standpunkte aus den
Bestimmungshafen nicht entfernt anholen konnte, eine höchst ungünstige Ge-
legenheit, und mufste deshalb wieder über B. B.-Bug gesegelt werden, um nach
Westen hin zu gelangen. Es zeigte sich in diesem Falle, dafs zur Zeit des nörd-
lichen Herbstes selbst ein für Mazatlan bestimmtes Schiff einen gut westlichen
Schnittpunkt der Linie ohne Schaden wählen kann.
Am 13. Oktober befand sich „Bodild“ in 17,4° N-Br. und 111,1° W-Lg
in geringer Entfernung südlich von der Revilla-Gigedo-Inselgruppe. Hier wurde
ein hefiiger Orkan überstanden, Derselbe begann, indem der nordwestliche
Wind bei fallendem Barometer an Stärke zunahm. Es sank der Luftdruck in
vier Stunden um 6,8 mm, bis er mit 751,4 mm seinen niedrigsten Stand erreichte.
Indem der Wind dann von NNW durch West nach Süd drehte, mäfsigte er seine
Stärke, und am Ende des Etmales herrschte nur noch stürmischer Wind aus
letzterer Richtung. Während des ganzen Tages, an welchem der Orkan auf-
brat, fiel ununterbrochen heftiger Regen. Mit diesem Orkane endete der nord-
westliche Wind. Während der zunächst auf ihn folgenden beiden Tage herrschte
südöstlicher Wind, und später traten lang anhaltende Mallung und Windstillen
auf, Durch diese Verhältnisse wurde der letzte Reisenbschnitt noch in solcher
Weise verlängert, dafs nicht eher als am 25. Oktober im Hafen von Mazatlar
geankert werden konnte. Die Dauer der Reise vom Kanale ab betrug 133 Tage.
Von diesen waren im nördlichen Grofsen Ocean 30 verbracht worden, und man
hatte dort 10° N-Br in 106,7° W-Lg am 30. September und 20° N-Br in
110,5° W-Lg am 14. Oktober überschritten.
Von Mazatlan versegelte „Bodild“ nach Guaymas. Man trat diese Reise
am 13. November an und erreichte, da im Busen von Kalifornien fast nur
nordwestliche Winde angetroffen wurden, erst am 4. Dezember den Bestimmungs-
platz. Die Reisedauer betrug 21 Tage. Guaymas wurde wieder am 16. Dezember
verlassen, um nach dem auf der Halbinsel von Kalıfornien liegenden Hafen
La Paz zu segeln. Man erreichte denselben am 19. Dezember, verweilte dort
10 Tage und kehrte später nach Mazatlan zurück. Nachdem die Bark endlich
auch noch die an der Westküste der Halbinsel von Kalifornien liegende Mag-
dalena-Bai angelaufen hatte, trat sie von dieser am 12. Februar 1881 die Heim-
reise nach Zuropa an. Während der ersten auf See verbrachten Tage dieser
Reise beobachtete man flauen unbeständigen Zug, und erst vom 17. Februar