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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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segelt und auf derselben 20° S-Br in 1° W-Lg am 12. Mai und 10° S-Br, in 
11,8° W-Lg am 20. Mai geschnitten worden. 
Zwischen 6,2° N-Br in 24,4° W-Lg und 7,4° N-Br in 24,1° W-Lg traf 
„Alice Rickmers“ den Stillengürtel, welcher bei leichtem südlichen und östlichen 
Zuge in weniger als zwei Tagen überschritten wurde. Der zwischen 9,5° und 
22° N-Br am frischesten auftretende NE-Passat dehnte sein Gebiet aus bis nach 
31° N-Br in 35,6° W-Lg. Kurze Windstille bezeichnete seine polare Grenze, 
und als jene ein Ende genommen hatte, kamen Westwinde durch, welche auf 
dem noch zurückzulegenden Reiseabsehnitt die vorherrschenden blieben. Am 
1. Juli, nach 120 tägiger fast von keinem Sturme beunruhigter Reise, erreichte 
„Alice Rickmers“ die Mündung des Kanals. Im Nordatlantischen Ocean waren 
35 Tage verbracht worden, und hatte man dort 10° N-Br in 26,2° W-Lg am 
3. Juni, 20° N-Br in 31,8° W-Lg am 7. Juni, 30° N-Br in 35,1° W-Lg am 
12. Juni und 40° N-Br in 22° W-Lg am 21. Juni geschnitten. 
7. Reise des Hamburger Vollschiffes „Lonisa & Augusta“, 
Kapt. B. 6. S. Küchenthal. 
Am 2, September 1880, vier Tage später, als von der Elbe aus die Reise 
nach New - York angetreten worden war, befand sich das Vollschiff „Louisa & 
Augusta“ in der Nähe von Fair Island. Bei veränderlichen, nur selten von 
kurzem Ostwinde unterbrochenen Winden segelte man von dort aus westwärts 
und erreichte am 24. September den östlichen Rand der Neufundland-Bank. 
Westlich von derselben wurden günstigere Verhältnisse angetroffen, die Winde 
wehten hier häufig aus hoch nördlicher Richtung, und es kamen auch mehrere 
Tage anhaltende Ostwinde vor. Am 7. Oktober erreichte „Louisa & Augusta“ 
die Mündung des Delaware. Man hatte während dieser Reise, deren Dauer von 
der Nordspitze Schottlands ab 35 Vage betrug, 30° W-Lg in 56,5° N-Br am 
11. September, 50° W-Lg in 44,5° N-Br am 24, September, 60° W-Lg in 
42,3° N-Br am 29. September und 70° W-Lg in 40,2° N-Br am 3. Oktober 
überschritten. 
Am 11. November verliess „Louisa & Augusta“ die Mündung des Delaware 
wieder, um nach Hamburg zurückzukehren. Bei Westwinden, die nur auf kurze 
Zeit von östlichen Winden unterbrochen wurden, vollendete man auch diese 
Reise, Sie verlief indessen nicht in solch ruhiger Weise, wie die Hinreise, Zu 
wiederholten Malen wehten heftige Stürme, unter denen derjenige, welcher am 
27. November in der Nähe von 48° N-Br und 32° W-Lg überstanden wurde, 
der heftigste war. Derselbe begann aus SW und endete, nachdem bei einem 
niedrigsten Luftdruck von 740,4 mm der Wind ausgeschossen war, aus NW, Am 
8. Dezember erreichte das Schiff den Kanal. Die Reisedauer betrug 27 Tage; 
während derselben war 70° W-Lg in 39° N-Br am 13. November, 60° W-Lg 
in 39,1° N-Br am 18. November, 50° W-Lg in 43,4° N-Br am 22. November 
und 30° W-Lg in 47,8° N-Br am 28. November geschnitten worden. 
Zum zweiten Male im Begriff, den Ocean nach Westen hin zu überschreiten, 
verliefßs das jetzt nach New-York bestimmte Schiff den Kanal am 20. Februar 
1881. Es wehte an diesem und den zunächst folgenden Tagen ein frischer Ost- 
wind, bei welchem Kapt. Küchenthal die zum Passat führende Route einschlug. 
Der Fortgang auf derselben war ein ganz befriedigender. Als der Ostwind 
unweit 39° N-Br endete, folgte nordwestlicher Wind, welcher das Schiff bis 
nach 32° N-Br begleitete, Südlich von dieser letzteren Breite herrschten 
längere Zeit anhaltende SW-Winde, und schliefslich erreichte man am 7. März 
in der Nähe von 27° N-Br und 24,8° W-Lg den Passat. Der mäfsige Wind 
drehte dort von NW durch Nord nach NE. Nachdem der Wind schon die letztere 
Richtung erreicht hatte, blieb der Luftdruck noch beim Steigen, bis derselbe 
in der Nähe von 23° N-Br mit 767,2 mm sein Maximum erreichte. Im Passat- 
gebiet verfolgte „Louisa & Augusta“ anfänglich noch einen hochsüdlichen Kurs; 
als man auf demselben aber 22,5° N-Br erreicht hatte, hielt Kapt. Küchen- 
thal, überzeugt, in dieser Breite auf frischen Wind rechnen zu dürfen, nahezu 
recht nach Westen. Das Gebiet des Passats war zu jener Zeit indessen 
ungewöhnlich weit nach Süden verdrängt, und als Folge davon traf „Louisa & 
Augusta“ am 10. März in 22,5° N-Br und 31,5° W-Lg leichte Westwinde und 
später, obgleich man nach 19,5° N-Br hinsteuerte, keine Spur vom Passat 
Aun. d. Hvydr.. 1881. Haft XI (November}
	        
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