accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

609 
767,1 mm die polare Passatgrenze gefunden wurde, Nachdem sie über- 
schritten worden war, herrschte zunächst an einigen Tagen leichte östliche 
Mallung und später für längere Zeit ein frischer SE-Wind. Als dieser letztere 
zu wehen begann, war der Luftdruck auf 772,8 mm gestiegen. Der günstige 
SE-Wind begleitete das Schiff ganz bis nach 44,5° N-Br in 27° W-Lg. Nicht 
weit von diesem Punkte entfernt drehte der Wind am 28, April durch Süd 
nach SW, und bei westlichen Winden konnte man dann den noch übrigen 
Theil der Reise zurücklegen, Am 4. Mai erreichte „Anna“ die Mündung des 
Kanals. Die Dauer der ganzen Reise betrug 120 Tage. Von diesen waren 27 
im Nordatlantischen Ocean zugebracht worden, und hatte man dort 10° N-Br in 
38° W-Lg am 12. April, 20° N-Br in 44,3° W-Lg am 16. April, 30° N-Br 
in 44,3° W-Lg am 22. April und 40° N-Br in 34° W-Lg am 26. April 
geschnitten. 
4. Reise des Bremer Vollschiffes „Friedrich“, Kapt. L. Brüggemann. 
Am 19. Februar 1881 verliefs bei frischem Ostwinde das von Bremen 
nach New-Orleans bestimmte Vollschiff „Friedrich“ die Kanalmündung. Der 
günstige Wind hielt auch im Atlantischen Ocean an, und als sechs Tage ver- 
flossen waren, befand das Schiff sich in 35,5° N-Br und 22,5° W-Lg. Hier 
nahm der Ostwiud ein Ende, und westliche Winde, die indessen auch bo- 
friedigenden Fortgang nach Süden erlaubten, traten an seine Stelle. Ungünstiger 
war der südlich von 27,5° N-Br in 25,8° W-Lw angetroffene frische SW-Wind, 
welchen Kapt. Brüggemann in der Weise ausnutzte, dafs er bei demselben 
über B. B.-Bug segelte. Am 6. März drehte unweit 23° N-Br in 24,3° W-Lg, 
bei einem Barometerstande von 764,0 mm, der flau gewordene Wind durch Nord 
nach NNE, und war damit der Passat erreicht. In ruhiger, befriedigender 
Fahrt segelte „Friedrich“ dann bis zum 16. März nach 14,5° N-Br in 48° W-Lg. 
Unweit dieses Punktes holte der frische Wind hoch südlich, und bei einer 
Luftdruckabnahme von etwa 2mm erfolgte eine Drehung des Windes nach 
rechts durch alle Striche der Rose, Das Schiff machte dabei ganz befriedigenden 
Fortgang nach Westen gut, und war der später folgende flaue Passat einem 
raschen Fortgange ungünstiger, als diese Störung. Am 23. März gelangte 
„Friedrich“ in Sicht der Insel Desiderade, wo an zwei Tagen flaue westliche 
Mallung beobachtet wurde. Recht kräftige Winde begünstigten anfänglich die 
Fahrt durch das Karaibische Meer; dagegen wurde die Fahrt durch den Wind- 
ward-Kanal, zwischen Hayti und Jamaika, durch dort angetroffene Westwinde 
ziemlich verzögert. Nördlich von der letzteren Insel wurden wieder frische 
Nordwinde angetroffen, und bei südöstlichem Winde umsegelte „Friedrich“ am 
4. April das Kap San Antonio. Am 8. April passirte „Friedrich“ die Barre 
des Mississippi, nach einer Reise, deren Dauer von Lizard ab 49 Tage betrug. 
Während derselben war 40° N-Br in 19° W-Lg am 23. Februar, 30° N-Br in 
26,6° W-Lg am 1. März und 20° N-Br in 27,7° W-Lg am 8. März; ferner 
30° W-Lg in 18,8° N-Br am 9. März, 50° W-Lg in 15,7° N-Br am 17. März 
und 60° W-Lg in 16,6° N-Br am 23. März geschnitten worden. 
Am 22, Mai erreichte der auf der Reise nach dem Heimathshafen 
begriffene „Friedrich“ wieder die offene See. Es herrschte damals im Golf von 
Mexiko nur mäfsiger, beständiger Passat, der jedoch raum genug war, um das 
Schiff, ohne dafs gewendet wurde, nach 23,8° N-Br in 82° W-Lg zu führen. 
Am 28. Mai erreichte „Friedrich“ 80° W-Lg in 24,5° N-Br. Von hier ab 
traf man flauen, südlich laufenden Wind, und da auch gleichzeitig eine starke, 
nach Norden setzende Strömung beobachtet wurde, konute man schon am 
31. Mai die Enge von Bemini durchsegeln, Im offenen Ocean drehte der Wind 
bald nach SW, und wurde nach dieser Zeit der ganze Weg zum Kanal bei 
fast stets günstigen, aber häufig unerwünscht flauen Winden zurückgelegt. Von 
Sturm oder auch nur stürmischen Winden wurde keine Spur angetrofien, Am 
25. Juni gelangte „Friedrich“ in die Nähe von Lizard, Die Reisedauer betrug 
34 Tage, Während derselben war 70° W-Lg in 33,3° N-Br am 4. Juni, 
60° W-Lg in 35,5° N-Br am 7. Juni, 50° W-Lg in 37,8° N-Br am 11. Juni 
und 30° W-Ly in 43,5° N-Br am 20. Juni geschnitten worden,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.